| 15.12 Uhr

Bayer Leverkusen
Werkself fehlt gegen Darmstadt der Plan

Einzelkritik: Dreimal Note "5"
Einzelkritik: Dreimal Note "5" FOTO: ap
Leverkusen. Roger Schmidt ist ein ausgewiesener Analytiker. Wer Leverkusens Trainer kennt, weiß, dass er nicht gerne etwas dem Zufall überlässt. Jeden Laufweg und jede Aktion mit Ball lässt der 48-Jährige von seinen Assistenten protokollieren. Die 0:1-Niederlage der Werkself gegen den SV Darmstadt 98 machte allerdings deutlich, dass Statistiken nicht immer die Wahrheit sagen. Von Stefanie Sandmeier

Trotz zahlenmäßiger Vorteile verließ die Werkself erstmals seit Februar in einem Heimspiel mächtig frustriert als Verlierer das Feld - weil uninspirierten Leverkusenern der passende Plan fehlte, den mit einfachen Mitteln Fußball spielenden Gegner besiegen zu können.

Darmstadt tat das, was es am besten kann und womit dem Team von Trainer Dirk Schuster zwei Aufstiege in Folge gelangen. Die Gäste erkämpften sich ihren ersten Bundesligasieg seit 33 Jahren mit Leidenschaft. Giftig und mit einem Hang zur Theatralik immer wieder Freistöße schindend, strapazierten sie damit die Geduld ihrer Gegner. "In den ersten zehn Minuten bekommen wir zehn Freistöße gegen uns. Das darf nicht passieren", sagte Stefan Kießling sauer. Einer dieser Standards leitete das Gegentor von Aytac Sulu ein (8.), auf das Bayer nie eine passende Antwort geben konnte. "Es macht Spaß, wenn der Gegner die Nerven verliert und ihm nichts mehr einfällt", kommentierte Marco Sailer schelmisch.

Tatsächlich fehlten Bayer 04 nach dem frühem Rückstand die Mittel, diese Niederlage zu verhindern. Daran änderten auch die nach der Pause eingewechselten Javier "Chicharito" Hernandez und Kevin Kampl in letzter Konsequenz nichts. Insbesondere Kampl, der viel Schwung ins Spiel brachte, trug dazu bei, dass die Leverkusener zwar den Druck erhöhten - allerdings zu wenig aus ihren wenigen Möglichkeiten machten. Erst scheiterte Abwehrspieler Kyriakos Papadopoulos, dann verhinderte Darmstadts Torhüter Mathenia, dass Chicharito eine gelungenes Debüt feierte. "Es war nicht so dass das 1:1 eine der Frage der Zeit war. Wir haben zu wenige Chancen erarbeitet", kritisierte Kießling.

Bilder: "Chicharito" macht sein erstes Spiel für die Werkself FOTO: ap

Letztlich reichte Darmstadt eine engagierte Defensivleistung, um den Champions-League-Teilnehmer in die Knie zu zwingen, der den Eindruck hinterließ, die "Lilien" vor dem Gruppenspiel gegen Bate Borissow am Mittwoch im Vorbeigehen besiegen zu wollen. Dem Fußball-Ästheten Schmidt muss das in den Augen wehgetan haben, der nach der zweiten Niederlage die Schuld auch bei sich suchte. "Ich habe es anscheinend nicht geschafft, die Mannschaft für dieses Spiel zu sensibilisieren", sagte er. "Gegen ein defensiv gut organisiertes Team braucht man hohe Passqualität, viel Bewegung ohne Ball und Kreativität. All das hat uns heute insgesamt gefehlt. Wir haben noch viel zu lernen."

Die Nachfrage nach einem Fehlstart angesichts von sechs Punkten aus vier Spielen, fand Kießling übertrieben. "Natürlich wollten wir von Beginn an oben dabei sein. Aber es sind noch 30 Spiele. Wir hatten dieses Ziel, in der Champions League dabei zu sein, und das haben wir erreicht", sagte der Stürmer, der überzeugt ist, dass seinem Team, das womöglich ohne Roberto Hilbert (Kniereizung) gegen Borissow auskommen muss, die Steigerung gelingt: "Da wird ein Team auf dem Platz stehen, das richtig Gas gibt."

Quelle: RP
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