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Bayer Leverkusen
Fünf Erfolgsfaktoren für Bayers Aufschwung

Fotos: Leverkusen - Wolfsburg
Fotos: Leverkusen - Wolfsburg FOTO: ap
Leverkusen. Es gibt gute Gründe, warum die Werkself offenbar rechtzeitig zum Saisonendspurt wieder in die Erfolgsspur findet. Wir benennen einige davon. Von Stefanie Sandmeier

Die Erfahrung

Die Chancen, im Endspurt der Saison das Ziel Champions League noch zu erreichen, sind ein Stück größer geworden – nicht zuletzt durch den dritten Sieg in Serie, aber auch weil sich die personelle Situation entspannt. Sinnbildlich dafür steht die Rückkehr von Lars Bender, der mit seiner Leistung aufzeigte, wie sehr Bayer 04 in der letzten Zeit gerade erfahrene Profis wie er gefehlt haben. Seine Präsenz, die er auf dem Platz ausstrahlte, blieb niemandem verborgen. Er strahlte gegen Wolfsburg Ruhe aus, gab Anweisungen, motivierte – und ging dahin, wo es wehtut. Rudi Völler sagte nicht umsonst: "Er macht uns besser." Im Laufe dieser Woche sollen Abwehrchef Ömer Toprak und Kevin Kampl herangeführt werden.

Das Selbstvertrauen

Dass er eine gute Technik besitzt und – wie Stefan Kießling es auszudrücken vermochte, ein "geiler Kicker" ist, das will Roger Schmidt gar nicht bezweifeln. Es habe bislang aber immer etwas gefehlt, sagte der Trainer als Begründung dafür, dass es Vladlen Yurchenko nicht schon häufiger im Bayer-Trikot zu sehen gab. Wenn man den jungen Ukrainer gegen Wolfsburg so spielen sah, wie er sein erstes Bundesligator erzielte, und auch schon in Stuttgart überzeugte, hätte man sich mehr solcher Auftritte gewünscht. Letztlich ist der 22-Jährige Nutznießer der vielen Ausfälle gewesen. Julian Brandt blüht ebenso auf, der sagte: "Mir gelingt gerade sehr viel. Natürlich hat das mit Vertrauen und Selbstvertrauen zu tun."    

Die Zeit

Nach einem freien Wochenende haben die Bayer-Profis gestern mit der Vorbereitung auf das Derby am Sonntag beim 1. FC Köln begonnen. In den Genuss, eine gesamte Trainingswoche Zeit bis zum nächsten Spiel zu haben, kamen die Leverkusener in dieser Saison aufgrund der Englischen Wochen praktisch nicht. Durch das Aus in der Europa League "haben wir nun den Luxus", sagte Lars Bender. Die geringere Spielbelastung erlaubt wieder "richtiges" Training. Das kann helfen, nicht zuletzt weil Kräfte geschont werden, die Bayer im Saisonendspurt gut gebrauchen kann.

Die Führung

Wie wichtig es für Bayer 04 offenbar ist, gut in eine Partie zu starten und das erste Tor zu erzielen, zeigt die Statistik nach Führung oder Rückstand. Die Leverkusener gerieten mehrheitlich in dieser Saison in Rückstand (zeitweise sogar sehr früh), schafften es wenn überhaupt aber nur wenige Male, diesen noch in einen Sieg zu verwandeln. Positiv betrachtet fällt aber auf: Wenn Bayer 04 – wie in dieser Spielzeit bisher 13 Mal und zuletzt gegen Wolfsburg – selbst mit 1:0 vorne lag, endete jedes dieser Spiele auch mit einem Sieg. Das gelang bei den letzten drei Erfolgen in Serie und war einer der Erfolgsfaktoren.

Die Balance

Julian Brandt sprach von der "Mitte", die sich sehr gut anfühle. Bernd Leno nannte es die "perfekte Balance" – beide wollten sie das selbe ausdrücken. Die Leverkusener haben insbesondere in den beiden letzten Partien das richtige Maß an defensiver Stabilität und offensiver Aggressivität gefunden. Dem Bemühen, kein Gegentor zu bekommen, ging die Torgefahr nicht ab. "Wir waren vorne stets gefährlich und haben hinten wenig zugelassen. Das ist die Basis. Die brauchen wir auch in den letzten  Spielen", fügte Leno an. Die Statistik gibt Bayer 04 recht, das die jüngsten vier Partien zu Null spielte und drei davon sogar gewann.                   

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