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Bayer Leverkusen
Bayer 04 gegen Bundesligaspiele an Weihnachten

Bayer 04 Leverkusen gegen Bundesligaspiele an Weihnachten
Michael Schade FOTO: Ralph Matzerath
Leverkusen. Michael Schade (63) hätte guten Grund gehabt, sich das Bundesliga-Spiel zwischen dem FC Bayern und der TSG Hoffenheim am Sonntagabend im Fernsehen anzugucken. Zum einen, weil der Sonntagsabendtermin der Lieblings-Bundesliga-guck-Termin des Geschäftsführers von Bayer Leverkusen ist ("Da geht es für mich nahtlos in den Tatort über"). Von Martin Beils und Stefanie Sandmeier

Zum anderen, weil Bayer 04 die Münchner am kommenden Samstag um 18.30 Uhr im Spitzenspiel der Bundesliga empfängt. Schade hat aber nicht Fußball geguckt, sondern er hat einer alten Liebe gefrönt und das Finale der Handball-EM verfolgt. "Als Solingen 98 im Spiel gegen Grün-Weiß Dankersen 1965 in Wuppertal zum ersten Mal Deutscher Meister im Feldhandball wurde, war ich zwölf Jahre. Ich stand mit der Fahne in der Kurve", erinnert sich der Fußball-Funktionär.

Handball tat ihm als Abwechslung an diesem Sonntag mal ganz gut. "Ich spüre seit Jahren eine Übersättigung mit Fußball", sagt Schade, "und ich höre das auch aus meinem Bekanntenkreis." Es passt ins Bild, dass Leverkusens Geschäftsführer der Idee, die Bundesliga auch mal am zweiten Weihnachtsfeiertag spielen zu lassen, ablehnend gegenüber steht.

Die Manager Max Eberl (Mönchengladbach), Klaus Allofs (Wolfsburg) Horst Heldt (Schalke) hatten das Thema zuletzt wieder hervorgeholt. "Ich bin komplett dagegen - auch wenn ich weiß, dass ich mir mit der Meinung viele Ohrfeigen aus der Bundesliga einfange", sagt Schade zu dem Vorstoß, nach englischem Vorbild am "Boxing Day" zu spielen und sich damit noch interessanter beim Abschluss eines neuen Fernsehvertrags zu machen. "In Deutschland hat das Weihnachtsfest eine andere Tradition als in manchen angelsächsischen Ländern. Bei uns kommen die Familien zusammen, auch und gerade in einer schnelllebigen Zeit. Warum muss der Fußball diesen Anlass auseinanderreißen? Ich finde es auch gut, dass die Spieler eine kleine Verschnaufpause bekommen. Aber auch die vielen Helfer und Sicherheitskräfte. Für Fußballfans und ihre Familien tut eine Pause mal gut. Wirtschaftlich wäre ein Boxing Day in Deutschland sicher ein großer Erfolg. Er wird im Rahmen der Vermarktung auch vielleicht irgendwann kommen, um wieder etwas Neues anzubieten. Jetzt und heute bin ich dagegen."

Das ist Javier Hernandez "Chicharito" FOTO: KSMedianet / Bayer04

Der Blick der Bundesliga richtet sich immer öfter nach England und auf den wirtschaftlich ungleich stärkeren Konkurrenten Premier League. Es gehört nicht viel Fantasie dazu, sich vorzustellen, dass englische Klubs Interesse an einem Managertalent wie Jonas Boldt (34) anmelden könnten. Schade wiegelt ab.

"Er ist Bayer 04 durch und durch. Er trägt Bayer 04 im Herzen. Und er möchte noch einiges bewegen - und zwar bei uns. Dass sich die Premier League über kurz oder lang um Manager aus der Bundesliga bemüht, halte ich für denkbar und normal. Dabei denke ich aber nicht nur an Jonas Boldt, sondern auch an Manager anderer Vereine. Die Bundesliga ist im operativen Bereich deutlich besser aufgestellt als viele englische Vereine."

Einzelkritik: Bayer kann sich auf sein Sturm-Duo verlassen FOTO: dpa, mjh nic

Doch zunächst gilt Schades Konzentration dem Bayern-Spiel: " Die Münchner werden die Saison relativ souverän zu Ende bringen. Wir gehen in die Partie am Samstag zwar mit dem gebotenen Respekt, aber auch mit einer großen Portion Selbstvertrauen. Wir wollen etwas holen, wir haben die drei zurückliegenden Heimspiele nicht verloren."

Quelle: RP
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