| 20.42 Uhr

3:2 gegen Schalke
Bayer dreht 0:2-Rückstand innerhalb von sechs Minuten

Einzelkritik: Bestnoten für Leno und Aránguiz
Einzelkritik: Bestnoten für Leno und Aránguiz FOTO: dpa, bt fpt
Gelsenkirchen. Die Comeback-Stärke von Bayer Leverkusen bedeutet das Aus für die Champions-League-Ambitionen des FC Schalke. In einer Partie, dessen Halbzeiten nicht unterschiedlicher hätten sein können, belohnte sich der Werksklub für eine beeindruckende Aufholjagd und machte damit einen schwachen ersten Durchgang vergessen. Von Sebastian Bergmann

André Breitenreiters Zukunft auf der Trainerbank des FC Schalke scheint ungewisser denn je. Mit Pfiffen wurde Königsblau nach dem Spiel verabschiedet. Bei der 2:3 (2:0)-Niederlage des FC Schalke gegen Bayer Leverkusen überrumpelten Eric Choupo-Moting (14.) und Leroy Sané (29.) die im ersten Abschnitt abwesend wirkenden Leverkusener mit zwei frühen Treffern. Klaas-Jan Huntelaar war zuvor bereits vom Elfmeterpunkt an Bayer-Torhüter Bernd Leno gescheitert (4.). Während die Schalker im ersten Abschnitt die klar bessere Elf waren, bot sich den Zuschauern in Halbzeit zwei ein komplett anderes Bild. Leverkusen war nun spielbestimmend und stellte binnen weniger Minuten durch Tore von Julian Brandt (54.), Karim Bellarabi (55.) und Chicharito (59.) den vorigen Spielverlauf auf den Kopf.

Im Kampf um die Champions League war ein Triumph gegen die formstarken Leverkusener eigentlich Pflicht, wollte Schalke noch ein Wörtchen im Kampf um die Königsklasse mitreden. Auch für Schalke-Trainer Breitenreiter, der in den vergangenen Wochen in die Kritik geraten war und von vielen Fans bereits angezählt wurde, war die Partie zum Schlüsselspiel um seine Zukunft bei Königsblau geworden. Der Rückstand auf den Tabellendritten aus Leverkusen beträgt nun neun Punkte. Beim designierten Absteiger Hannover 96 bekommt Schalke am kommenden Samstag (15.30 Uhr/Live-Ticker) die Chance, den Negativ-Trend zu stoppen. "Das war ein brutal enttäuschender Tag. Wir haben eine fantastische erste Halbzeit gezeigt und sind dann in einen  Tiefschlaf gefallen. Eigentlich wollten wir auf das dritte Tor gehen. Ich habe keine Erklärung dafür, was passiert ist. Mir fehlen die Worte", sagte Breitenreiter nach der Partie.

Die Hausherren begannen druckvoll, wirkten spritziger und ideenreicher als die Kicker aus Leverkusen. Schalke-Stürmer Huntelaar scheiterte nach einem Foul von Ömer Toprak an Sané zwar zunächst vom Elfmeterpunkt (4.). Doch der nicht nur wegen seiner dreifarbigen Schuhe sehr auffällige Eric Maxim Choupo-Moting besorgte nach einem starken Solo-Lauf dann das 1:0 (14.). Während von den Leverkusenern bis auf seltene Ausnahmen im Angriff nicht viel zu sehen war, drängte die Schalke-Offensive auf das zweite Tor. Sané war es schließlich, der nach tollem Zusammenspiel mit Max Meyer, das 2:0 erzielte.

Erfolgreiche Bayer-Aufholjagd

In der Halbzeitpause schien Leverkusens Trainer Roger Schmidt die richtigen Worte gefunden zu haben. Bayer dominierte von nun an das Geschehen auf dem Rasen, erarbeitete sich quasi im Minutentakt große Chancen. Zwischen der 54. und 59. Minute drehten die Gäste durch Brandt, Bellarabi und Chicharito die Partie gegen nun völlig orientierungslos wirkende Hausherren. Glück hatte Schalke zudem, dass Charles Aranguiz (55./66.) jeweils nur die Latte traf. Huntelaar vergab Schalkes beste Möglichkeit auf den Ausgleich und scheiterte abermals am überragend parierenden Leno (68.). "In der ersten Hälfte fehlte uns die Bindung zum Spiel. Aber wir haben immer daran geglaubt, dass wir noch zurückkommen können. Wir haben uns in einen Rausch gespielt", sagte Schmidt.

Vor dem Schlüsselspiel im Duell um die Königsklasse vor 62.271 Zuschauern in der ausverkauften Schalke-Arena veränderte Breitenreiter seine Startaufstellung auf zwei Positionen: Sascha Riether und Dennis Aogo mussten auf der Bank Platz nehmen, Sead Kolasinac und Max Meyer standen in der Anfangsformation. Weltmeister Benedikt Höwedes war erstmals seit seinem Muskelfaserriss wieder im Kader und wurde für die letzten Minuten eingewechselt. Bei Leverkusen durften Wendell, Kevin Kampl, Ömer Toprak und Lars Bender diesmal von Beginn an ran. Mit einem Plakat mit der Aufschrift "Euer Produkt ist unser Leben! Gegen Montagsspiele!" setzten die Schalke-Fans vor dem Anpfiff ein Zeichen gegen die Pläne der Deutschen Fußball-Liga, künftig regelmäßig am Montagabend spielen zu lassen.

Quelle: RP
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