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Bayer Leverkusen
Gratwanderung zwischen Spitze und Mittelmaß

Bayer - Bremen: Bilder des Spiels
Bayer - Bremen: Bilder des Spiels FOTO: dpa, mb fdt
Leverkusen. Beendet die Werkself die Hinrunde als "Vize-Herbstmeister" oder rutscht sie ins Mittelfeld ab? Dem letzten Ligaspiel des Jahres in Hannover kommt aus tabellarischer Sicht eine besondere Bedeutung zu. Von Dorian Audersch

Über etwaige Tabellenstände redet wohl kein Bundesligatrainer sonderlich gerne. Das seien lediglich belanglose Momentaufnahmen, ist oft zu hören. Abgerechnet werde immer erst zum Schluss. Und überhaupt: Wir denken von Spiel zu Spiel. Auch Heiko Herrlich stimmt in diesen Chor ein. Dass seine Mannschaft auf Platz vier in den 17. Spieltag geht, und ihn eventuell auf Platz zwei wieder verlässt, interessiert ihn vor der Partie am Samstag bei Aufsteiger Hannover 96 (15.30 Uhr) nur peripher.

In der Tat ist die Lage nur scheinbar so rosig, wie es die Tabelle verheißen mag. Bei einem Sieg gegen die Niedersachsen wäre es mit entsprechender Nachhilfe in den anderen Stadien möglich, dass Bayer 04 auf Platz zwei die Rückrunde beendet. Bei einer Niederlage und eher ungünstigen parallelen Ergebnissen könnten allerdings auch nur Platz sieben oder acht unter dem Tannenbaum liegen.

"Es gibt in dieser Saison mehrere Topmannschaften, die den Anspruch haben, ins internationale Geschäft zu kommen", sagt Herrlich. Insofern sei das ausgeglichene Feld hinter Spitzenreiter Bayern München ein Indiz dafür, dass die Liga viel ausgeglichener geworden sei. Die mögliche Vize-Herbstmeisterschaft interessiert den Trainer hingegen kaum. "Mir ist wichtig, dass wir an 100 Prozent unseres Leistungsvermögens herankommen und so viele Punkte wie möglich mitnehmen." Natürlich sehe der Zwischenstand schön aus, doch ihm gehe es immer zuerst um eine gute Leistung seiner Mannschaft.

Dass der Aufsteiger alles andere als ein leichter Gegner ist, haben auch schon andere Mannschaften aus dem oberen Tabellendrittel gelernt. Sowohl gegen Hoffenheim als auch gegen Dortmund und den FC Schalke konnte Hannover Siege einfahren. Auch wenn der Höhenflug nach dem furiosen Saisonstart langsam abgeklungen ist, steht das Team von André Breitenreiter mit 22 Punkten auf Platz zehn gut da. Gewinnen die Gastgeber am Sonntag, rücken sie gar bis auf zwei Zähler an die Werkself heran.

Insofern ist es etwas mehr als Herrlichs Trainerpflicht, eindringlich vor dem kommenden Gegner zu warnen. "Hannover spielt eine sehr gute Runde. Ich glaube nicht, dass sie sich Sorgen machen, gegen uns zu spielen", betont er mit Blick auf die Siege der Hannoveraner gegen die Teams mit internationalen Ambitionen. Vor allem die Standards der Niedersachsen seien eine Waffe: "Wir müssen hellwach sein."

Für Charles Aránguiz, der auf dem besten Weg ist, seinen Muskelfaserriss hinter sich zu lassen, kommt die Partie am Sonntag zu früh. Für das Pokal-Derby am kommenden Mittwoch in Mönchengladbach (18.30 Uhr) könnte der Chilene indes wieder fit sein. "Er macht Fortschritte, war auch schon auf dem Platz und konnte Teile des Trainings mitmachen", sagt Herrlich. "Wir schauen von Tag zu Tag und gehen kein Risiko ein." Weiterhin nicht dabei sein kann Wendell, der seine Rotsperre absitzen muss. Vladlen Yurchenko plagt sich zudem weiterhin mit einer Fußverletzung herum.

Auf einen besonderen Bonus können die Profis der Werkself im Erfolgsfall gegen Hannover und Mönchengladbach hoffen. Er werde sich eine Belohnung einfallen lassen, kündigt Herrlich an.

Quelle: RP
 
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