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Bayer Leverkusen
Ein bisschen Kießling gibt es nicht

Bayer 04 Leverkusen: Halbe Sachen gibt es bei Stefan Kießling nicht
Stefan Kießling und Chicharito werden auch in Unterhaching das Sturmduo bilden. FOTO: ap
Leverkusen. Der Stürmer wird Bayer 04 über den Winter hinaus erhalten bleiben. Das ist das Ergebnis eines Gesprächs mit der Führungsriege des Vereins. Er stellte aber klar, dass für ihn eine Standby-Rolle dauerhaft nicht in Frage kommt. Von Stefanie Sandmeier

Halbgare Sachen - das drang als Botschaft durch - wird es bei Stefan Kießling künftig nicht geben. Ziemlich deutlich hatte er nach dem 5:0-Erfolg über Borussia Mönchengladbach signalisiert, dass es ihn nicht zufrieden stimmt, zuletzt immer häufiger - und für seinen Geschmack zu viel Zeit - auf der Bank zu verbringen. Das ließ den Stürmer sogar ziemlich konkret über einen Wechsel nachdenken. Nach einem klärenden Gespräch am Montag zwischen ihm, Sportchef Rudi Völler und Manager Jonas Boldt steht fest: Der 31-Jährige wird seinen bis 2017 datierten Vertrag weiter erfüllen und damit auch in der Rückrunde das Trikot der Werkself tragen.

Mit dieser Nachricht reiste die Mannschaft nach Bayern, wo am Dienstagabend (19 Uhr/Live-Ticker) das DFB-Pokalspiel gegen Unterhaching ansteht. Dort wird das Sturmduo erneut Kießling/Chicharito heißen - so viel ließ sich Trainer Roger Schmidt entlocken, der keinen Grund sieht, etwas zu verändern, was erfolgreich ist. Beim befreienden Sieg gegen die Borussia teilten sich die beiden Angreifer alle fünf Treffer unter sich auf. Insbesondere Kießling, für den es der erste Startelfeinsatz seit sieben Partien war, trumpfte auf wie zu seinen besten Zeiten und lieferte beste Argumente, weiterhin mit ihm (an der Seite von Chicharito) zu planen.

Kießling entwischt Jantschke und trifft FOTO: dpa, gki tmk

Zwei Treffer erzielte er selbst, zwei bereitete Kießling vor - der sich trotz oder gerade wegen dieses lange nicht mehr da gewesenen Erfolgserlebnisses im Anschluss so nachdenklich zeigte.

Kießling will mehr spielen. Daran ändert auch das gestrige Gespräch nichts. Eine weitere Halbserie als Standby-Profi - "das ist überhaupt nichts für mich", sagte er im "Kicker". "Nein, damit kann ich mich nicht abfinden oder anfreunden. Ich habe schon noch das Gefühl, auf dem Platz helfen zu können."

Erst neunmal war er in dieser Saison in der Liga für die Startelf berücksichtigt worden. Schmidt wollte das aber nicht als grundsätzliche Absage an den Stürmer verstanden wissen. "Es will kein Mensch, dass Stefan den Verein verlässt", betonte er. Rudi Völler und Geschäftsführer Michael Schade formulierten es noch deutlicher: "Wir werden Stefan nicht gehen lassen", erklärten beide unisono, die sehr wohl wissen, dass ein vorzeitiger Abgang Kießlings den Klub in vielerlei Hinsicht treffen würde. Auch Schmidt stellte klar: "Die Position des Vereins steht an erster Stelle. Wir können uns auf keinen Fall im Winter verschlechtern, weil wir große Ziele haben."

Nottbeck bei Kießling-Tor von herrenloser Roter Karte abgelenkt FOTO: dpa, mb

Was er meint: Es ist eher unrealistisch, in der eher schwierigen Winter-Transferperiode adäquaten Ersatz zu finden - geschweige denn einen Verein, der eine angemessene Ablöse zahlt. Überdies wollte niemand nach den erfahrenen Simon Rolfes, Gonzalo Castro und Stefan Reinartz den nächsten gestandenen (und verdienten) Spieler verlieren. Ein Gesicht des Vereins und beliebt bei den Fans. Dass die ihn nach dem Gladbach-Spiel auf berührende Weise zum Bleiben aufforderten, wird Kießlings Standpunkt womöglich mitbeeinflusst haben - der das Vertrauen spüren muss; und dem man sicher zugesagt hat, dass er dieses auch bekommt, wenn er Leistungen wie zuletzt aufruft. Schmidt sprach von einer "knallharten Konkurrenzsituation, der sich jeder stellen muss. Wir haben so viele Spiele im Frühjahr, da werden alle ihre Einsätze bekommen."

Alles andere würde die Diskussion im Sommer neu entfachen und einem Verein wie Hannover 96 wieder Hoffnung auf Kießling machen, mit dem es bereits Einigkeit über einen Wechsel gegeben haben soll.

Quelle: RP
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