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Bayer Leverkusen
Unentschieden durch die Königsklasse

Einzelkritik: Chicharito stets gefährlich – Calhanoglu mit Problemen
Einzelkritik: Chicharito stets gefährlich – Calhanoglu mit Problemen FOTO: afp, PST
Leverkusen. Bayer 04 hat in der Champions League das Siegen verlernt. Unzufrieden ist Roger Schmidt aber trotzdem nicht: "Wir haben nach wie vor alle Chancen auf das Achtelfinale." Von Dorian Audersch

Als der Tross von Tottenham bereits auf dem Weg zum Mannschaftsbus war und die letzen Zuschauer die BayArena verließen, analysierte Roger Schmidt auf der Pressekonferenz das 0:0 seiner Mannschaft gegen den englischen Erstligisten. In der zweiten Halbzeit dominierte die Werkself das Geschehen auf dem Platz, aber Chicharito, Stefan Kießling oder Admir Mehmedi ließen beste Chancen ungenutzt. Nach 90 größtenteils unterhaltsamen Minuten standen 16:5 Torschussversuche in der Statistik.

Entsprechend zufrieden war Tottenhams Coach Mauricio Pochettino mit dem für sein Team letztlich etwas schmeichelhaften torlosen Remis: "Bayer Leverkusen ist eine sehr gute Mannschaft, die schon seit vielen Jahren in der Champions League spielt. Ich denke, dass war ein guter Punkt für uns", bilanzierte der 44-Jährige. Die Bewertung von Roger Schmidt fiel ebenfalls postitiv aus. "Wir haben vorher gesagt, dass wir alles raushauen wollen, was in uns steckt – und ich glaube, das hat die Mannschaft auch umgesetzt."

Leverkusens Trainer erkannte aber auch, worin an diesem verregneten Dienstagabend das Problem lag: "Normalerweise müssten unsere Chancen reichen, um als Sieger vom Platz zu gehen." Haben sie aber nicht. Wieder einmal. Zur Erinnerung: Gegen ZSKA Moskau spielte Bayer 04 über eine halbe Stunde furios, führte 2:0 und musste sich letztlich doch mit einem Remis zufrieden geben. Ähnlich lief es in Monaco. Die Werkself spielte gut und führte bis zur 94. Minute 1:0. Dann fiel in letzter Sekunde der Ausgleich. Nun also ein 0:0 gegen Tottenham.

Entsprechend verzwickt ist die Lage in Gruppe E. Der AS Monaco steht auf Platz eins (fünf Punkte), vor Tottenham (vier) und Bayer 04 (drei). Dahinter lauert Moskau (zwei). Alle Teams haben also noch realistische Chancen auf das Achtelfinale. Schmidt ist sich sicher, dass es bis zum letzten Spieltag der Gruppenphase dauern wird, bis klar ist, wer in die K.o-Runde einzieht. "Das 2:2 gegen Moskau tut im Nachhinein etwas weh. Das haben wir fahrlässig aus der Hand gegeben." Im Grunde, sagt er, hätte sein Team aber auch alle drei Spiele gewinnen können. "Die Mannschaft hat gerade gegen Tottenham bewiesen, dass sie unbedingt ins Achtenfinale einziehen will. Ich sehe da alle Chancen für uns."

Auch Jonathan Tah äußerte sich nach dem Spiel optimistisch. Der Innenverteidiger zeigte ein ordentliches Spiel gegen die Engländer. In der zweiten Halbzeit war er indes nahezu beschäftigungslos, weil Bayer 04 überlegen war und die Gäste bis auf wenige Ausnahmen in die eigene Hälfte drückte. "Es ist in der Gruppe noch alles offen. Wir kennen unsere Stärken – auch wenn es in den Auswärtsspielen schwer wird." Kapitän Lars Bender trauerte den vergebenen Chancen hinterher und zog ein treffendes Fazit: "Wir haben eine gute Truppe. Das hat man heute gesehen. Wir müssen das nur über 90 Minuten auf den Platz bringen." Genau das war, abgesehen vom grandiosen Spiel gegen Dortmund, aber bisher das Problem der Werkself: mangelnde Konstanz.

Als nächstes geht es in der Königsklasse am 2. November nach London. Auch da, betont Schmidt, könne Bayer 04 gewinnen. Das ist auch beinahe schon Pflicht, um einen der ersten beiden Plätze in der Gruppe zu erreichen. Am 22. November folgt das Spiel in Moskau, dann kommt am 7. Dezember Monaco in die BayArena zum Gruppenfinale.

Acht Spiele ist die Werkself nun in der Champions League bereits ohne Sieg. "Es ist immer ein harter Kampf für uns, die Gruppenphase zu überstehen. Aber ich finde, dass wir zurecht in diesem Wettbewerb mitspielen und guten Fußball zeigen. Für mich steigt mit jedem Spiel die Wahrscheinlichkeit, dass wir am Ende einen der ersten beiden Plätze erreichen", betont Schmidt. Spätestens in der K.o-Runde wird ein Remis aber nicht mehr ausreichen, um im Wettbewerb zu bleiben.

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