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Bayer-Trainer
150 herrliche Tage

Heiko Herrlich: Torjäger, Aufstiegstrainer, Leverkusen-Coach
Heiko Herrlich: Torjäger, Aufstiegstrainer, Leverkusen-Coach FOTO: dapd, dapd
Leverkusen. Heute vor 150 Tagen hat Heiko Herrlich das Traineramt bei Bayer übernommen. Seine Verpflichtung erweist sich immer mehr als Glücksgriff. Von Sebastian Bergmann

Nicht wenige Anhänger von Bayer 04 hatten sich verwundert die Augen gerieben, als Sportdirektor Rudi Völler und Geschäftsführer Michael Schade im Sommer Heiko Herrlich als Nachfolger von Interimscoach Tayfun Korkut in der BayArena vorstellten. Viele Namen waren bei der zuvor mehrwöchigen Trainersuche gehandelt worden - der von Herrlich war nicht dabei. Als selbst Völler zugab, dass der Regensburger Aufstiegstrainer nicht die erste Wahl des Werksklubs war, war die Skepsis groß. Doch knapp fünf Monate nach Herrlichs Amtsantritt lässt sich resümieren: Mit der Verpflichtung des ehemaligen Leverkusener Stürmers hat der Klub offenbar die richtige Entscheidung getroffen.

Abgezeichnet hatte sich die Entwicklung der Werkself zu Saisonbeginn noch nicht. In den Testspielen lieferte die neuformierte Mannschaft, die in Hakan Calhanoglu, Chicharito und Ömer Toprak einige Stammkräfte der vergangenen Jahre hatte ziehen lassen, nur dürftige Ergebnisse ab. Und auch in den ersten Pflichtpartien schaffte es das Team trotz zum Teil guter Leistungen nicht, die nötigen Punkte einzusammeln. Nach dem 1:3 in Mainz am 3. Spieltag und dem damit verbundenen Sturz auf einen Abstiegsrang, schlug Herrlich Alarm. Man stehe mit dem Rücken zur Wand, erklärte der 45-jährige Fußballlehrer. Die Hoffnung auf eine frustfreie Spielzeit unter dem Bayer-Kreuz schien bereits verflogen, bevor die Saison richtig begonnen hatte. Doch es kam anders.

In der Folge verlor die Werkself nur noch eines von elf Pflichtspielen (1:2 in Berlin), blieb zuletzt wettbewerbsübergreifend neun Mal in Folge ohne Niederlage. Zuletzt war eine solche Serie vor zweieinhalb Jahren gelungen. 26 Tore bedeuten zudem die drittstärkste Offensive der Liga. Der Lohn für das kontinuierliche Punktesammeln in den vergangenen Wochen ist der sechste Platz. Die Gründe für den Umschwung sind vielfältig, wobei Herrlich eine Hauptrolle zukommt.

Der Trainer hat der im vergangenen Jahr noch zerrütteten Mannschaft einen neuen Geist eingehaucht. Fußballerische Grundtugenden gepaart mit individueller Klasse sorgen für ansehnliche Duelle auf dem Rasen. Auch aus taktischer Sicht hat sich der Champions-League-Sieger von 1997 als flexibel und trickreich erwiesen. Bestes Beispiel dafür ist der 5:1-Erfolg in Gladbach, bei dem Herrlich in der Pause erkannte, dass die von ihm gewählte Anfangsformation nicht den erhofften Effekt erzielte und Bayer 04 dank seiner Einwechslungen und Positionsumstellungen den Gegner im zweiten Abschnitt überrannte.

Darüber hinaus hat Herrlich gezeigt, dass er in der Lage ist, auf Ausfälle wie die des immer stärker werdenden Leon Bailey oder von Abwehrchef Sven Bender entsprechende Antworten zu finden. Sollte die Werkself weiter den Weg ihres Coachs gehen, stehen Bayer 04 wohl noch herrliche Tage ins Haus.

Quelle: RP
 
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