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Bayer Leverkusen
Bayer Leverkusen holt Twitter-Star

Lucia Villalon – die Freundin der "kleinen Erbse"
Lucia Villalon – die Freundin der "kleinen Erbse"
Leverkusen. Der Mexikaner Javier Hernández hat mehr als fünf Millionen Follower in dem sozialen Netzwerk. Von Stefanie Sandmeier

Dieser Mann beherrscht den stilsicheren Auftritt. Javier Hernández kam in grauem Anzug mit weißem Einstecktuch und blauer Krawatte zu seiner Vorstellung nach Leverkusen - und signalisierte, dass er weiß, wie man sich auf der internationalen Fußball-Bühne bewegt.

Ganz im Stillen und im Schatten der De Bruynes und Draxlers hat sich Bayer 04 mit dem 27-jährigen Stürmer einen Star angeln können, der deutlich machte, dass er bei Bayer 04 künftig eine entscheidende Rolle übernehmen möchte. "Es war nicht schwierig, mich für den Klub zu entscheiden. Die Verantwortlichen waren sehr geduldig, haben mir von Beginn an das Gefühl gegeben, dass man mich will und dass ich wichtig für die Mannschaft bin. Wir wollen als Team Großes erreichen", erklärte der Stürmer, der sich in seiner Entscheidung auch auf die Tipps von Ex-Teamkollege Bastian Schweinsteiger verlassen habe. "Er hat mir in Manchester viel Gutes über Bayer, den Spielstil und den Trainer berichtet. Ich möchte mich wieder wichtig fühlen und wieder glücklich sein."

Hernandez in Leverkusen vorgestellt FOTO: dpa, mb hak

Bei Manchester United und Real Madrid, wohin Hernández zuletzt ausgeliehen war, fühlte er sich nicht wohl. United-Coach Louis van Gaal ("Er hat seine eigenen Methoden") wollte den Angreifer nicht mehr haben. "Ob ich seinetwegen gewechselt bin?", stellte Hernández die Gegenfrage und antwortete professionell: "Ja und Nein, ich hatte kein grundsätzliches Problem mit van Gaal. Er hat anderen Spielern mehr vertraut." Sein neuer Trainer Roger Schmidt profitiert nun von dieser Situation und freut sich, einen Spieler dieser Qualität als "Schnäppchen" bekommen zu haben, der gestern mit Familie und Freundin Lucía Villalón, einer spanischen TV-Reporterin, in die BayArena kam. Ganz einfach sei es schließlich nicht gewesen, ließ der 48-Jährige durchblicken, der von seinem neuen Stürmer überzeugt ist: "Man sieht, dass er den Fußball liebt und viel für die Mannschaft tut. Noch dazu passt er hervorragend in unser System."

Seine Fans lieben ihren "Chicharito", der seinen Spitznamen seinem Vater verdankt. Der hatte stechend grüne Augen, wurde als "Chicharo" (Erbse) bezeichnet und war wie sein Sohn WM-Teilnehmer. Wie beliebt er ist, beweist der Blick ins Internet: Im digitalen Zeitalter wird Popularität meist durch "Likes" und "Follower" in den sozialen Netzwerken gemessen. Da hat Chicharito nun die Nase vorn: Allein 5,63 Millionen Menschen folgen ihm über "Twitter". Damit führt er die Bundesliga-Charts vor Manuel Neuer (3,14 Mio.) an. Das Netz zeigte sich begeistert von Hernández' Wechsel nach Deutschland.

Fotos: Hernandez hat nach Tor Tränen in den Augen FOTO: afp, Desk

Von so viel Rummel wird der Bundesligist womöglich in ähnlicher Weise profitieren können wie bei Heung-Min Son, der in seiner Heimat Südkorea ein Superstar ist und das Sponsoring positiv beeinflusste. Der Verein jedenfalls ließ gestern sämtliche Nachrichten über Twitter auch auf Spanisch verbreiten.

Mit dem mexikanischen Nationalspieler, für den Bayer 04 um die zwölf Millionen Euro Ablöse zahlt, wird der Kader aufgewertet. In der jungen Leverkusener Mannschaft mit einer Reihe von talentierten Spielern mit Perspektive, soll Hernandez einer sein, der aufgrund seiner Erfahrung und Qualität sofort weiterhilft. Schmidt sagte, dass Hernandez "als eine von zwei Spitzen" neben Stefan Kießling in Frage kommt. Er wird heute mit zum Testspiel nach Paderborn fahren. In Absprache mit dem mexikanischen Verband reist er dem Nationalteam morgen hinterher und bestreitet das Länderspiel gegen Argentinien.

Quelle: RP
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