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Bayer Leverkusen
Chicharito kommt mit großen Ambitionen

Hernandez in Leverkusen vorgestellt
Hernandez in Leverkusen vorgestellt FOTO: dpa, mb hak
Leverkusen. Bayer Leverkusen hat sich für die bevorstehende Gruppenphase der Champions League mit dem Königsklasse-erfahrenen Mexikaner Javier "Chicharito" Hernandez verstärkt. Der geht sehr ambitioniert für den Werksklub auf Torejagd.

Von einigen Spaßvögeln wurde "Chicharito", die kleine Erbse, angesichts seines neuen Arbeitgebers in "kleine Pille" umgetauft. Auf jeden Fall will Mexikos Fußball-Exportschlager Javier Hernandez, der am Montag einen Dreijahresvertrag bis 2018 beim "Pillenklub" Bayer Leverkusen unterschrieb und rund zwölf Millionen Euro Ablöse kostet, in der Bundesliga für Furore sorgen.

"Der Verein gab mir von Anfang an das Gefühl, wichtig zu sein und dass sie mich unbedingt haben wollten. Wir wollen als Team Großes erreichen", sagte der 27-Jährige, der von Manchester United kam und in der vergangenen Saison an Real Madrid ausgeliehen war, bei seiner Vorstellung am Dienstag. Der neue ManUnited-Star Bastian Schweinsteiger "hat mir viel Gutes über Bayer, den Spielstil und den Trainer berichtet", äußerte Hernandez. Coach Roger Schmidt ist überzeugt, dass der Neue die richtige Wahl ist: "Bei einem Chicharito braucht man keinen Scout!"

Weder in Old Trafford, noch im Estadio Santiago Bernabeu konnte sich der quirlige Angreifer allerdings einen Stammplatz erkämpfen. Auch bei Bayer ist die Konkurrenz in der Offensive (Karim Bellarabi, Stefan Kießling, Admir Mehmedi, Julian Brandt) nicht von Pappe. Für "Chicharito" spricht allerdings die Erfahrung auf der Champions-League-Bühne und generell im europäischen Spitzen-Fußball. "Ich kenne mit der englischen Premier League und der Primera Division in Spanien zwei der drei großen europäischen Ligen. Jetzt will ich auch die Bundesliga erleben", sagte der Lateinamerikaner, "die Bundesliga ist extrem offensiv ausgerichtet, sie übt auf mich einen großen Reiz aus."

Und Bayer-Coach Roger Schmidt gilt als Verfechter des Offensiv-Fußballs, was Hernandez ebenfalls entgegenkommen dürfte. Vier Jahre ManUnited und ein Jahr Real haben den 74-maligen mexikanischen Nationalspieler (40 Tore) gestählt. 59 Tore in 157 Pflichtspielen und 20 Assists für den englischen Rekordmeister sind eigentlich keine so schlechte Ausbeute.

Bayer-Sportchef Rudi Völler erwartet einiges vom neuen Millionen-Star, der aufgrund des Wechsels von Heung-Min Son für 30 Millionen Euro zu Tottenham Hotspur finanziert werden konnte. "Er ist ein quirliger, beweglicher und schneller Stürmer, der kombinationsstark ist und über eine gute Technik und sehr gute Abschlussqualitäten verfügt", betonte Völler, "mit Chicharito haben wir weitere Variationsmöglichkeiten und sind noch schwerer auszurechnen."

Auf eines müssen sich die Bayer-Fans bei Chicharito wohl auf jeden Fall einstellen. Der neue Stürmerstar ist nah am Wasser gebaut und lässt gerne die Tränen kullern. "Er weint vor Glück, er weint vor Tragik, vor Bitternis und unbändiger Freude, vor Schmerz und auch vor Lachen", schrieb die Süddeutsche Zeitung.

Seinen Spitznamen Chicharito verdankt der Bayer-Profi im Übrigen seinem Vater, der stechend grüne Augen hatte, als "Chicharo" (Erbse) tituliert wurde und wie sein Filius WM-Teilnehmer war. Dies trifft sogar auf den Opa mütterlicherseits, Tomas Balcazar zu. Er schoss sogar 1954 in der Schweiz ein WM-Tor gegen Frankreich. Dieses Kunststück gelang Chicharito bei der WM 2010 – gegen Frankreich.

Und seinen Torinstinkt will die "kleine Pille" auch beim "Pillenklub" unter Beweis stellen.

(sid)
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