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Bayer Leverkusen
"Jetzt nicht wieder komplett durchdrehen"

Hertha - Leverkusen: Einzelkritik
Hertha - Leverkusen: Einzelkritik FOTO: rtr, saw
Nach dem 1:2 gegen Hertha BSC Berlin schwanken die Spieler der Werkself zwischen enttäuscht und ratlos. Julian Brandt mahnt, nicht den Kopf zu verlieren – trotz des miserablen Saisonstarts mit vier Punkten aus fünf Spielen. Von Dorian Audersch, Berlin

Unmittelbar nach dem Schlusspfiff war Julian Brandt einer der Profis, die sich an einer Erklärung der rätselhaften Leistungseinbrüche der Werkself versuchten. Nach dem fulminanten 4:0-Heimsieg gegen Freiburg am Sonntag zeigte Bayer 04 in der Bundeshauptstadt wieder ein ganz anderes Gesicht - im negativen Sinn. Brandts Anschlusstreffer (84.) kam nach den Treffern von Mathew Leckie (16.) und Salomon Kalou (24.) zu spät, um noch etwas Zählbares mit ins Rheinland zu nehmen. Die Heimreise musste der Bayer-Tross mit leeren Händen antreten. Es war die dritte Niederlage im dritten Auswärtsspiel der Saison.

"Wir sind zu unkonzentriert, rennen gefühlt 40 Mal in den Gegner rein, machen Fouls und unterbrechen unseren eigenen Spielfluss", analysierte der 21-Jährige. "Wenn wir ein Gegentor kriegen, dauert es immer ein bisschen, bis wir wieder ins Spiel kommen." Alle zehn bis 15 Minuten kassiere die Werkself "ein, zwei Kirschen", wie Brandt es umschreibt. "Das macht es natürlich nicht einfacher."

Nach dem 0:2 beschränkten sich die Berliner auf dicht gestaffelte Abwehrarbeit mit zwei Viererketten. Bayer 04 war in der zweiten Halbzeit das überlegene Team und hatte Unmengen an Ballbesitz. Wirklich zwingend waren die herausgespielten Gelegenheiten aber nicht. So steht die Werkself mit vier Punkten aus fünf Partien auf Rang 14. Insgesamt zehn Gegentore musste das Team von Trainer Heiko Herrlich bereits hinnehmen. Längst sind die bösen Geister der vergangenen Saison geweckt und klopfen munter an die Tür. Zur Erinnerung: Die Spielzeit 2016/17 endete mit 41 Zählern auf Platz zwölf. Nur knapp entkam das ambitionierte Team am vorletzten Spieltag der drohenden Relegation. Es war die schwächste Spielzeit seit der Fast-Abstiegs-Saison 2002/2003. Mit Herrlich als neuem Coach und einem nach wie vor hochkarätig besetzen Kader sollte nun die Rückkehr ins internationale Fußballgeschäft gelingen. Davon ist Bayer 04 nach fünf gespielten Runden jedoch meilenweit entfernt. Brandt mahnt, trotz der schwierigen Lage die Ruhe zu bewahren.

"Ich würde jetzt nicht anfangen, wieder komplett durchzudrehen", sagt der Nationalspieler mit Blick auf die Tabelle und die Unruhe der Vorsaison. "Was wir auf dem Platz machen, ist zum größten Teil richtig." Davon sei er überzeugt. "In den kommenden Wochen werden die Punkte auf jeden Fall kommen." Allerdings müsse das Team nach Siegen wie gegen Freiburg endlich in der Lage sein, gute Leistungen zu bestätigen. Das Problem mit der Konstanz habe sich schon durch die vergangene Saison gezogen.

Kevin Volland, gegen Freiburg noch Doppeltorschütze, war bei seinem Resümee des Spiels selbstkritisch. Das gesamte Team sei bei den Gegentoren in der Verantwortung. "Wir hatten keine gute Raumaufteilung, haben keinen Zweikampf richtig angenommen und die letzte Effizienz vor dem gegnerischen Tor hat ebenfalls gefehlt", sagte der 25-Jährige. Zudem gelte es, die "Mega-Leichtsinnsfehler" abzustellen. In den zweiten 45 Minuten sei es dann besser gelaufen, aber eine gute Halbzeit reiche eben nicht aus. "Das müssen wir aus den Köpfen rauskriegen", betont Volland. "Punktemäßig ist es natürlich viel zu wenig. Wir brauchen einfach mal zwei, drei Siege, damit endgültige Leichtigkeit reinkommt."

 
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