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Bayer-Talent Havertz
"In der Schule ist es schon extrem"

Bayer 04 Leverkusen: Kai Havertz zwischen Schule und Champions League
Kai Havertz im Spiel gegen Estudiantes de la Plata. FOTO: KSMediaNET / Bayer 04
Im Trainingslager der Werkself in Orlando sprach der 17-jährige Youngster von Bayer Leverkusen erstmals über die Auswirkungen seines kometenhaften Aufstiegs in den vergangenen sechs Monaten sowie das Leben zwischen Schule und Champions League. Von Sebastian Bergmann, Orlando

Für Kai Havertz endet ein normaler Tag im Trainingscamp nicht mit der Abschlusseinheit am Nachmittag. Während seine Kollegen anschließend Feierabend haben, verbringt der Youngster noch täglich bis zu eine Stunde damit, Schulaufgaben zu bearbeiten. Schließlich will er im Sommer sein Abitur bestehen. Einfach sei diese Doppelbelastung nicht, gibt Havertz zu. "Aber das ist jetzt noch ein halbes Jahr so und dann habe ich das geschafft."

Sportlich hat der jüngste jemals eingesetzte Profi der Klubhistorie seine Feuertaufe längst bestanden. In den vergangenen acht Bundesliga-Spieltagen setzte Trainer Roger Schmidt den Linksfuß jeweils ein. Mal in der Zentrale, mal auf dem Flügel. Vier Mal durfte Havertz, der erst im Sommer mit der U17 des Werksklubs Deutscher Meister wurde, schon von Beginn an ran. Selbst in der Champions League, beim 1:0-Erfolg in Tottenham oder in Moskau, brachte Schmidt den Gewinner der Fritz-Walter-Medaille in Silber. "Ich hätte nie gedacht, dass es so schnell gehen kann. Aber es ist umso schöner, das alles so mitzuerleben - auf einmal in Wembley zu sein, wenn man zuvor noch in der A-Jugend-Bundesliga gespielt hat."

Dass er in der Hinserie auch von langfristigen Ausfällen etablierter Spieler wie Karim Bellarabi profitiert hat, weiß Havertz. "Das Verletzungspech in der Hinrunde hat mir in die Karten gespielt", sagt er. Wo Schmidt ihn letztlich aufstellt, sei dem gebürtigen Aachener aber "relativ egal. Hauptsache, ich spiele."

Cool und abgezockt, trotz seines jungen Alters fußballerisch schon sehr reif - so präsentierte sich der bis vor kurzem nur den wenigsten Fans bekannte Linksfuß zuletzt in der Bundesliga. In seiner Schule ist der 1,83 Meter große Havertz längst zu einer lokalen Berühmtheit geworden. Autogramm- und Fotowünsche auf dem Pausenhof sind mittlerweile Standard. "In der Schule ist es schon ein bisschen extrem geworden", sagt er.

Zu seinen größten Stärken zählt der Nachwuchsspieler seine Spielübersicht. "Ich kann eine Partie ganz gut lesen. Aber ich habe noch viel Luft nach oben." Arbeiten müsse er zum Beispiel an seinem rechten Fuß. "Der ist noch nicht ganz bei 100 Prozent."

 
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