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Bayer Leverkusen
Karrieresprung für Jonathan Tah

Porträt : Jonathan Tah: Das deutsche Abwehrtalent
Porträt : Jonathan Tah: Das deutsche Abwehrtalent FOTO: Twitter Bayer Leverkusen
Zell Am See. Der Abwehrspieler könnte schnell zu einer festen Größe bei Bayer Leverkusen werden. Sein neuer Klub hat dem Hamburger SV eine Ablösesumme von 7,5 Millionen Euro bezahlt. Von Stefanie Sandmeier

Jonathan Tah schaut in die Runde. Dass ihm von allen Seiten Kameras ins Gesicht gehalten werden, sei er inzwischen gewohnt, sag Leverkusens Zugang schmunzelnd. 1,92 Meter Körpergröße bringt so schnell auch nichts aus dem Gleichgewicht. Aus seiner Zeit beim Hamburger SV ist der Abwehrspieler ganz andere Blitzlichtgewitter gewohnt, der hofft, dass nach turbulenten Wochen nun endlich ein bisschen Ruhe einkehrt.

Wochenlang hatten der Hamburger SV und der Werksklub um Jonathan Tah gepokert. Nach dem EM-Aus der deutschen U 19, deren Kapitän er war, einigten sich beide Vereine - und der HSV ließ sein Talent schweren Herzens ziehen. Nach zähen Verhandlungen gaben die Hamburger bei 7,5 Millionen Euro Ablösesumme den Zuschlag - zuzüglich der Vereinbarung möglicher Bonuszahlungen, die im Erfolgsfall fällig werden.

Tah machte bei seiner Vorstellung deutlich, dass er so schnell wie möglich Stammspieler werden will. "Ich möchte mich in Leverkusen als guter Erstligaspieler etablieren und auch in der Bundesliga durchsetzen", sagte der 19-Jährige.

Das trauen sie ihm in Leverkusen zu. "Jonathan ist schnell, technisch versiert und dennoch robust", erklärte Völler, der aber weiß: "Er kann in allen Punkten noch zulegen." Der robuste Teenager gilt als Investition für die Zukunft, aber auch als Spieler, der trotz seines Alters sofort weiterhelfen kann.

Tah, Sohn eines ivorischen Vaters und einer deutschen Mutter, gilt seit Jahren als eines der größten Abwehrtalente im deutschen Fußball. Sein Debüt für den Hamburger SV gab er 2013 im Alter von 17 Jahren. 15 weitere Spiele in der ersten Bundesliga folgten. Beim HSV wurde er schon als kommender Star gefeiert. Doch der Verein mit seinem vielleicht nicht allereinfachsten Umfeld war für den jungen Profi offenbar nicht der beste Ort, um als Profi zu reifen. Daher hat man Tah im August 2014 zu Fortuna Düsseldorf verliehen. Dort wurde er sofort zum Stammspieler, spielte eine überragende Hinrunde. Er absolvierte 28 Partien, 27 davon über 90 Minuten. Die Rückrunde aber zeigte, dass der Junioren-Nationalspieler noch viel lernen kann. Tah leistete sich diverse Schlampigkeiten, die ihn in Bedrängnis brachten. Auch bei der U19-Europameisterschaft deutete er sein Talent an, ließ aber ebenso Defizite erkennen, was Bayers Meinung über den Abwehrmann jedoch nicht beeinflusste. "Wir haben Jonathan sehr lange beobachtet und wollten ihn unbedingt haben", sagte Geschäftsführer Michael Schade.

Tah setzt damit die Reihe der Spieler fort, die zuletzt nach einem Wechselpoker vom HSV nach Leverkusen kamen. Im Sommer 2013 verließ Heung-Min Son den HSV nach 73 Spielen und 20 Toren. 2014 kam Hakan Calhanoglu nach 32 Spielen und elf Toren. Inzwischen habe sich herumgesprochen, dass Bayer 04 eine gute Adresse ist für junge Spieler, die sich weiterentwickeln möchten, erklärt Tah. "Ich brauche den nächsten Schritt, und dafür ist Leverkusen genau der richtige Verein." Das Konzept, der Trainer und seine Spielidee von einem offensiven Fußball, der geprägt ist von permanentem Pressing, habe ihn überzeugt. Tah, der seinem Vorbild Jerome Boateng nacheifern möchte, verzichtete nach der U19 auf Urlaub, um schneller einsteigen zu können. Der 19-Jährige bewirbt sich in der Innenverteidigung neben Tin Jedvaj und Kyriakos Papadopoulos um einen Platz neben dem gesetzten Ömer Toprak. Der Grieche ist erster Anwärter, fraglich ist aber, ob er nach seiner Schulter-OP bis zum Ligastart fit wird. Zudem verletzte sich Jedvaj gestern am Oberschenkel und wird zunächst ausfallen.

Quelle: RP
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