| 17.29 Uhr

0:1 in Leipzig
Leverkusen kassiert Pleite in letzter Minute

Einzelkritik: Bailey deutet sein Potenzial an
Einzelkritik: Bailey deutet sein Potenzial an FOTO: afp
Leipzig. Bayer 04 hat den Schwung aus dem Darmstadt-Spiel nicht mitnehmen können. Beim Aufsteiger und Champions-League-Aspiranten RB Leipzig unterlag die Elf von Trainer Tayfun Korkut nach einem Last-Minute-Treffer durch Yussuf Poulsen noch mit 0:1 (0:0). Wirbel gab es um einen nicht gegebenen Handelfmeter für die Werkself. Von Sebastian Bergmann, Leipzig

Nicht viele hatten der Werkself im Vorfeld gegen den starken Aufsteiger etwas zugetraut - und das obwohl Leverkusen mit der Empfehlung als bislang fünftbestes Auswärtsteam der Liga nach Leipzig angereist war. Coach Korkut nahm im Vergleich zum 2:0-Erfolg am Mittwoch beim Schlusslicht Darmstadt keine Veränderungen vor und setzte auf dieselbe Startformation, die schon in Darmstadt überzeugte.

Unter den Augen von Bundestrainer Joachim Löw erwischten die Gastgeber den deutlich besseren Start, setzten die Werkself von der ersten Minute an unter Druck und kamen durch Marcel Sabitzer folgerichtig auch zur ersten guten Chance des Spiels. Wendell ließ Neu-Nationalspieler Timo Werner über seine linke Abwehrseite beinahe ungehindert auf den bulligen Stürmer flanken, der den Ball schließlich mit der Hacke in Richtung Bayer-Tor lenkte. Bernd Leno zeigte sich jedoch aufmerksam und parierte zur Ecke.

In der 7. Minute stand Bayers Abwehrchef Ömer Toprak im Mittelpunkt. Der Stellvertreter des verletzten Spielführers Lars Bender ließ sich vom auffälligen Werner als letzter Mann den Ball abluchsen, woraufhin der 21-jährige Leipziger sich allein auf den Weg in Richtung 1:0 machte. Toprak hetzte jedoch hinterher und machte seinen Fehler durch eine beherzte Grätsche wett. In der zehnten Minute bewahrte Leno die Werkself nach Schuss von Sabitzer vor dem frühen Rückstand.

RB dominierte die Anfangsphase fast nach Belieben und zeigte, weshalb die Mannschaft von Coach Ralph Hasenhüttl in der kommenden Saison mit großer Wahrscheinlichkeit in der Champions League spielen wird. Die Gäste vom Rhein brauchten rund 20 Minuten, um etwas Zugriff aufs Spiel zu bekommen. Leipzig blieb jedoch das gefährlichere Team. Emil Forsbergs Schuss in der 28. Minute verfehlte das Ziel nur knapp.

Aufregung gab es nach einem vermeintlichen Handspiel von Leipzigs Mittelfeldmann Stefan Ilsanker im Sechzehner der Hausherren. Julian Brandt hatte den Österreicher bei seiner Hereingabe aus kurzer Hand am Arm getroffen. Trotz wütender Proteste der Leverkusener entschied der Unparteiische Robert Kampka auf Weiterspielen. TV-Experte Markus Merk äußerte bei Sky: "Ein klarer Elfmeter. Die Hand geht zum Ball." Vor der Pause probierte es Karim Bellarabi, der am Samstag seinen 27. Geburtstag feierte, noch einmal aus aussichtsreicher Position, verzog jedoch deutlich (43.).

In der Halbzeit stellte Korkut sein Team um: Für den über weite Strecken enttäuschenden Bellarabi kam Winterzugang Leon Bailey ins Spiel. Brandt wechselte auf die rechte Außenbahn, Bailey beackerte fortan die linke Seite. Leverkusen wirkte nun gefestigter, doch auch Leipzig hatte weiter seine Momente.

Während Bailey mit einem schönem Schuss von der Strafraumkante nur knapp an RB-Keeper Peter Gulacsi scheiterte (67.), landete Werners Versuch im Gegenzug doch deutlich daneben. RB-Kapitän Willi Orban sah nach wiederholtem Foulspiel an Kevin Volland (88.) Gelb-Rot. In Unterzahl traf Yussuf Poulsen dann noch zum 1:0 für RB in der 93. Minute.

Insgesamt 42.558 Zuschauer - darunter 2400 aus Leverkusen - sahen das Spiel in der zum zehnten Mal in dieser Saison ausverkauften RB-Arena. Am kommenden Samstag empfängt Bayer 04 den designierten Deutschen Meister FC Bayern München (18.30 Uhr) in der BayArena.

 
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