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Slowene sagt Länderspielreise ab
Kampl zieht wegen zu hoher Belastung die Notbremse

Das ist Kevin Kampl
Das ist Kevin Kampl FOTO: afp, agz
Leverkusen. Immer wieder beklagen Spieler und Trainer die (zu) hohen Belastungen im Profi-Fußball. Kevin Kampl zog nun seine Konsequenzen und verzichtete auf die Länderspielreise, obwohl er nicht verletzt ist. Der slowenische Nationaltrainer reagierte irritiert. Von Stefanie Sandmeier

In diesem Sommer, der sportlich unter anderem von der Europameisterschaft geprägt war, wurde viel über das Thema Belastung diskutiert. Die Ausweitung des Turniers auf noch mehr Teilnehmer, die Zunahme der Spiele, die Reisen - all das geht offensichtlich nicht spurlos an den Profis vorbei. Vor allem nicht an den Nationalspielern.

Leverkusens Kevin Kampl hat das am Dienstag recht eindrucksvoll erklärt. Überraschend tauchte der 25-jährige Slowene am Vormittag im Training der Werkself auf. Am Montag hatte er Verbands- und Uefa-Präsident Aleksander Ceferin und Nationaltrainer Srecko Katanec per SMS darüber informiert, dass er die Reise zur slowenischen Nationalmannschaft und die WM-Qualifikationsspiele gegen die Slowakei und England nicht antreten werde. "Die Belastung ist einfach zu hoch. Ich habe in kurzer Zeit neun Spiele absolviert, schleppe seit fast zwei Wochen einen Infekt mit mir herum. Ich merke gerade, dass ich auf mich und meinen Körper achten muss", sagte Kampl.

Der Mittelfeldmann hatte den Mut, auch mal Stopp zu sagen. "Ich stehe zu meiner Entscheidung. Die meisten trauen sich nicht, weil sie vielleicht Konsequenzen fürchten. Sie ziehen es dann lieber durch, sind am Ende aber womöglich verletzt. Mir ist klar, dass das nicht alle verstehen."

Tatsächlich traf Kampls Absage gerade bei Katanec nicht auf Begeisterung. "Kevin hat mir geschrieben, dass er erschöpft sei", sagte der 53-Jährige bei einer Pressekonferenz. "Wie ich hörte, trainiert er in Leverkusen. Er kann machen, was er will. Ich weiß aber nicht, was das für seine Zukunft im Nationalteam bedeutet. Wir werden sehen."

Kampl, der am Nachmittag erneut in SMS-Kontakt mit Katanec stand, hofft auf Verständnis. "Der Verein geht vor. Das heißt nicht, dass ich nicht mehr für Slowenien spielen möchte. Aber wenn ich merke, dass ich nicht helfen kann, bringt es nichts, dort hinzufliegen."

Quelle: RP
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