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Bayer Leverkusen
Kleiner Kader, große Ziele

Fotos: Werkself trainiert im verregneten Zell am See
Fotos: Werkself trainiert im verregneten Zell am See FOTO: KSMedianet / Bayer 04
Bayer Leverkusens neuer Trainer Heiko Herrlich macht Lars Bender zu seinem Kapitän. Die Ziele des Werksklubs sind trotz prominenter Abgänge ambitioniert.  Von Sebastian Bergmann, Zell Am See

Heiko Herrlich will seinem Team die nötige Wettkampfhärte einimpfen. Dazu greift der neue Coach von Bayer Leverkusen im Trainingslager zu allen Mitteln. Beim Mannschaftsabend im Teamhotel "Tauern Spa" im österreichischen Zell am See zeigte der 45-Jährige seinen Spielern den Film "Miracle - Das Wunder von Lake Placid". Der thematisiert die Geschichte der US-Eishockey-Nationalmannschaft, die bei den Olympischen Spielen 1980 als Studentenauswahl die bis dato als unschlagbar geltende Sowjetunion besiegte und Gold holte. So will Herrlich seinem Team zeigen, was Siegermentalität und Teamgeist bewirken können. "Wir werden unsere Ziele erreichen, wenn wir als Mannschaft wieder eine Einheit sind", sagt der neue Chef an Bayers Seitenlinie.

Seit Sonntag ist der Tabellenzwölfte der vergangenen Saison erneut in den Alpen, um sich auf die Saison vorzubereiten - das ist schon eine kleine Tradition. Fahnen und Plakate mit dem Werkself-Emblem zieren die idyllisch gelegene Kleinstadt Zell am See und sollen den 52-köpfigen Bayer-Tross willkommen heißen.

Doch Schmuddelwetter und kraftraubende Einheiten schmälern die Freude der Profis an den prachtvollen Aussichten, die das Salzburger Land zu bieten hat. An Touristenattraktionen dürfte das Team aber ohnehin kaum Interesse haben. Und auch die Zeiten, in denen Bayer 04 komfortabel durch die Liga promenierte, sollten vorbei sein. Dafür wurde im ehemaligen Stürmer Herrlich ein Typ Trainer verpflichtet, der für klare Strukturen und Disziplin steht. Einer, der es nicht zulässt, dass Spieler aus der Reihe tanzen, wie es in der verkorksten Saison zuletzt der Fall war.

Defensiv-Allrounder und Stürmer sollen noch kommen

Klare Strukturen und Disziplin sind auch zwingend notwendig. Denn die Ziele des Werksklubs sind trotz prominenter Abgänge ambitioniert. Bayer will zurück in die Champions League. Und dabei muss das Team einen Umbruch bewältigen. Sportdirektor Rudi Völler und Manager Jonas Boldt hatten nach dem Beinahe-Abstieg personelle Konsequenzen angekündigt. In der Folge wurden Toptorjäger Chicharito nach West Ham United und Spielmacher Hakan Calhanoglu (AC Mailand) für zusammen rund 40 Millionen Euro weggeschickt. Namhafteste Zugänge sind bislang Sven Bender (Borussia Dortmund) und Dominik Kohr (FC Augsburg). Die Kaderplanung ist aber nicht abgeschlossen. Sowohl ein Defensiv-Allrounder als auch ein Stürmer stehen noch auf der Wunschliste der Bayer-Verantwortlichen.

Der zuletzt oft verletzte Lars Bender hat sich indes vorgenommen, gemeinsam mit seinem Zwillingsbruder "eine Mannschaft zu formen, die Woche für Woche über ihre Schmerzgrenze geht". Selbstkritisch sagt er: "Ich bin ein Spieler, der mit seiner Art, Fußball zu spielen, vorangeht. Das ist mir letztes Jahr leider viel zu selten gelungen." Coach Herrlich, der seine Spieler als "Diener des Vereins" sieht, dürften die Worte seines Kapitäns gefallen. Nach fast vier Wochen beim Werksklub zieht er jedenfalls eine erste positive Bilanz.

Auch wenn die Testspielergebnisse - Bayer gewann nur eines von vier Partien gegen unterklassige Gegner - noch nicht stimmen. beteuert Herrlich: "Die Mannschaft hat in den vergangenen zwei, drei Wochen einen Schritt in die richtige Richtung gemacht. Die Bereitschaft wird größer."

In Österreich bestreitet Bayer 04 noch zwei Testspiele: Heute trifft Leverkusen auf Antalyaspor, am Sonntag auf Lazio Rom. Ernst wird es für die Werkself erstmals am 11. August. Dann geht es für Herrlichs Team in der ersten Pokal-Runde zum Drittligisten Karlsruher SC. Dann wird sich zeigen, ob Bayer den nächsten Schritt in die richtige Richtung gemacht hat.

Quelle: RP
 
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