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Bayer Leverkusen
Alario und Retsos kommen, Kampl und Dragovic gehen

Bayer 04 Leverkusen: Lucas Alario und Panagiotis Retsos kommen, Kevin Kampl geht
Kevin Kampls Zukunft liegt in Sachsen bei RB Leipzig. FOTO: IMAGO
Leverkusen. Der argentinische Nationalstürmer Lucas Alario und der griechische Innenverteidiger Panagiotis Retsos wechseln für insgesamt knapp 36,5 Millionen Euro unters Bayer-Kreuz. Mittelfeldspieler Kevin Kampl schließt sich für etwa 20 Millionen Euro RB Leipzig an, Aleksandar Dragovic wird verliehen. Von Dorian Audersch und Sebastian Bergman

Bevor um 18 Uhr das Transferfenster schloss, gab es für Bayer 04 gestern nur noch eine offene Frage: Was ist mit Lucas Alario? Längst kursierte ein Foto des argentinischen Stürmers, auf dem er das Trikot der Werkself trägt. Sein Berater bestätigte den Wechsel von River Plate Buenos Aires ins Rheinland. Doch es hakte bis zuletzt - auch wegen des Starrsinns des argentinischen Rekordmeisters, der seinen 1,85 Meter großen und 24 Jahre alten Stürmer nicht ohne weiteres ziehen lassen will.

Bayer 04 und Alario sind sich bereits seit Tagen einig. Eigentlich sollte der neue Torjäger sogar die Vereins-Rekordablöse von 24 Millionen Euro kosten, doch dank eines Deals mit Alarios Ex-Klub CA Colon de Santa Fe, der noch 40 Prozent der Transferrechte hielt, konnte die Ablösesumme auf etwa 19 Millionen Euro reduziert werden. Kevin Volland, der vor einem Jahr von der TSG Hoffenheim für 20 Millionen Euro an den Rhein gelotst wurde, bleibt somit Bayers Rekordtransfer. Alario erhält beim Werksklub einen Fünfjahresvertrag bis 2022.

River Plate beharrte bis zuletzt darauf, dass Leverkusen Alario zum Vertragsbruch anstiftete, berief sich darauf, dass der Spielbetrieb in Argentinien bereits gestartet sei und wollte gar die Fifa einschalten. Die Rheinländer sehen sich im Recht: "Nach erteilter Freigabe durch den argentinischen Verband, die in den nächsten Tagen zu erwarten ist, wird Alario die Spielberechtigung für Bayer 04 Leverkusen erhalten", heißt es in einer Stellungnahme des Klubs. Die Ausstiegsklausel sei "wirksam" gezogen worden.

Offiziell ist indes der Transfer des griechischen Abwehrtalents Panagiotis Retsos. Der 19-Jährige wechselt für rund 17,5 Millionen Euro von Olympiakos Piräus nach Leverkusen. Der Nationalspieler gilt bereits als erfahren und trug mit 18 Jahren die Kapitänsbinde beim griechischen Rekordmeister. Sein Vertrag bei Bayer gilt bis zum 30. Juni 2022. Retsos kann in der Abwehr sowohl in der Innenverteidigung als auch auf den Außenbahnen eingesetzt werden.

"Er hatte Angebote von Topklubs, die in diesem Jahr international spielen. Umso erfreulicher ist es für uns, dass er sich für Bayer 04 entschieden hat - zumal er selbst elementar dazu beigetragen hat, dass sich auch Piräus für die Champions League qualifizieren konnte", sagte Sportdirektor Rudi Völler.

Auch Borussia Mönchengladbach und der 1. FC Köln sollen bereits ihre Fühler nach dem Griechen ausgestreckt haben. Völler: "Retsos ist ein junger Profi mit besonderen Anlagen und passt perfekt in unser Anforderungsprofil. Er ist eine Investition in die Zukunft." Der Nationalspieler, der gestern Abend dem Aufgebot der von Michael Skibbe trainierten griechischen Nationalmannschaft im WM-Qualifikationsspiel gegen Estland stand, lobte seinen neuen Arbeitgeber in den höchsten Tönen. "Bayer Leverkusen hat in den vergangenen Jahren trotz großer nationaler Konkurrenz immer in der Champions League gespielt, das hat mich sehr beeindruckt", sagte Retsos. "Das Angebot macht mich stolz und ich freue mich auf die Bundesliga - für mich eine der besten und attraktivsten Ligen in Europa." Auch Coach Heiko Herrlich freute sich über den Zugang aus Piräus, der "ganz oben auf der Liste" gestanden habe.

Nicht mehr zur Werkself gehört indes Kevin Kampl. Der 26-Jährige verlässt Bayer 04 nach zwei Jahren und schließt sich dem Liga-Rivalen RB Leipzig an. Die Ablösesumme soll bei etwa 20 Millionen Euro liegen. Vor einigen Wochen stand er bereits kurz vor einem Wechsel nach China, der aber scheiterte. Immer wieder wurde er mit verschiedenen Klubs in Verbindung gebracht. Nun geht es also zum Champions-League-Teilnehmer aus Sachsen. Angesichts des Überangebots im zentralen Mittelfeld, wo Dominik Kohr, Charles Aránguiz, Julian Baumgartlinger, Lars Bender, Vladlen Yurchenko und Marlon Frey um Spielzeit buhlen, ist das ein kaderpolitisch verschmerzbarer Abgang. In einer Mitteilung bedankte sich der slowenische Nationalspieler für seine Zeit im Bayer-Trikot und versprach, den Werksklub "weiterhin im Herzen zu tragen".

Auch Aleksandar Dragovic verlässt Bayer Leverkusen. Der Verteidiger wird für ein Jahr in die englische Premier League an Leicester City aus. Das teilte der Klub in der Nacht zum Freitag mit. Der österreichische Nationalspieler war vor einem Jahr von Dynamo Kiew nach Leverkusen gewechselt. Beim Bundesligisten steht Dragovic noch bis 2021 unter Vertrag.

Ebenfalls neue Klubs gefunden haben die Talente Joel Abu Hanna (19, 1. FC Kaiserslautern) und Marc Brasnic (20, Viktoria Köln).

Quelle: RP
 
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