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Bayer Leverkusen
Festung BayArena

Bayer 04 Leverkusen macht die BayArena zur Festung
Die Strahlkraft der Spielstätte der Fußballer von Bayer 04 kommt besonders in den Abend- und Nachtstunden zur Geltung. FOTO: Bayer 04
Leverkusen. Seit über einem halben Jahr ist die Werkself inzwischen ohne Niederlage vor eigenem Publikum. Einer der Gründe für die derzeitige Erfolgsserie ist die eingebaute Torgarantie. Doch auch das Publikum spielt wieder eine entscheidende Rolle. Von Sebastian Bergmann

Sechs Monate und 26 Tage - so lange liegt die letzte Niederlage der Werkself vor heimischer Kulisse inzwischen zurück. Am 28. April unterlag Bayer 04 dem FC Schalke mit 1:4 und musste sich Sorgen um den Klassenerhalt machen. Seitdem hat sich jedoch viel getan unter dem Bayer-Kreuz. In Heiko Herrlich wurde nicht nur ein neuer Trainer verpflichtet, sondern sich im Sommer auch von vielen bekannten Spielern der vergangenen Jahre getrennt. Der Umbruch ist in vollem Gange und scheint - den jüngsten Auftritten nach zu urteilen - zu funktionieren. Dass die Werkself derzeit auf dem besten Weg ist, noch vor der Winterpause einen der begehrten internationalen Plätze zu ergattern, liegt nicht zuletzt an der wiederentdeckten Heimstärke.

"Wir müssen zeigen, dass Bayer 04 wieder eine Heimmacht ist", hatte Torwart Bernd Leno vor der Saison gefordert. Nicht nur ihn hat die magere Bilanz aus der Vorsaison gestört. Leverkusen gewann nur fünf von 17 Heimspielen, bei sechs Niederlagen und ebenso vielen Unentschieden - einer der Gründe, warum die Vorsaison missriet. In dieser Spielzeit ist die Werkself jedoch inklusive der Pokal-Partie gegen Union Berlin schon seit sieben Partien daheim ungeschlagen. Vier Mal ging Leverkusen als Sieger vom Platz, dreimal lautete der Endstand 2:2. 15 erzielten Treffern stehen sieben Gegentore gegenüber. Neben Bayer 04 sind derzeit nur der FCB, Vizemeister Leipzig und Aufsteiger VfB Stuttgart in der Liga zuhause unbesiegt. Das Vertrauen in die eigene Stärke - es ist zurückgekehrt und hat mehrere Faktoren.

Torgarantie In den vergangenen 17 Bundesliga-Spielen traf die Werkself immer mindestens einmal. Das ist die mit Abstand längste Serie ligaweit und für Bayer 04 ebenfalls ein neuer Rekord. Nur zwischen März und September 2014 war die Werkself schon einmal ähnlich erfolgreich und erzielte in 16 aufeinanderfolgenden Partien Minimum ein Tor. Bis zum Weltrekord des FC Santos, der in den 60er Jahren mit Fußball-Legende Pele in 73 Pflichtspielen mindestens einen Treffer erzielte, ist es für die Werkself allerdings noch ein weiter Weg. Real Madrid hätte den 54 Jahre alten Rekord in dieser Saison beinahe übertroffen, doch Toni Kroos und Co. verloren das 74. Pflichtspiel mit 0:1.

Comeback-Qualitäten Gegen Leipzig glich die Werkself nach Treffern von Leon Bailey und Kevin Volland gleich zweimal einen Rückstand aus. In dem Heimspiel zuvor waren es Bailey und Sven Bender, die das Spiel nach einem 0:1 zur Pause gegen den 1. FC Köln noch zugunsten des Werksklubs drehten. Weitere Beispiele für die neue Qualität, Rückschlägen zu trotzen, sind der 5:1-Auswärtssieg in Mönchengladbach (nach 0:1 zur Halbzeit) und das Remis beim FC Schalke am 7. Spieltag (1:1) nach einem Halbzeitrückstand. Bemerkenswert: Bevor Bailey gegen Leipzig kurz vor der Pause das Ergebnis egalisierte, erzielte die Werkself zuvor neun Liga-Tore in Folge erst in den zweiten 45 Minuten einer Partie. Kevin Volland Der Stürmer befindet sich derzeit in Top-Form. Gegen Leipzig gelang dem 25-Jährigen sein siebtes Saisontor. Damit hat er schon jetzt mehr Treffer auf dem Konto als in der kompletten vergangenen Runde. Sieben Tore nach zwölf Spieltagen sind zudem Rekord für den ehemaligen Hoffenheimer. Vor allem in der BayArena trifft Volland besonders gerne: Fünf seiner sieben Treffer verbuchte er daheim. Auch sein argentinischer Sturmpartner Lucas Alario fühlt sich dort offenbar besonders wohl und erzielte beide Saisontore zuhause.

Die Fans Die Ultras Leverkusen und alle weiteren Ultra-Gruppierungen sind nach ihrem Boykott in der vergangenen Saison zurück im Stadion. Bessere Stimmung auf den Rängen, gleich bessere Leistung auf dem Platz: eine Rechnung, die derzeit aufgeht.

Bevor die Werkself jedoch wieder in der zur Festung gewordenen BayArena antreten darf, steht zunächst ein Auswärtsspiel an. Am Samstag gastiert das Herrlich-Team bei Eintracht Frankfurt (15.30 Uhr).

Quelle: RP
 
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