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Bayer Leverkusen
Mit dem Sparprogramm eine Runde weiter

Einzelkritik: Kramer und Kießling beste Leverkusener
Einzelkritik: Kramer und Kießling beste Leverkusener FOTO: dpa, gki hak
Lotte. Bayer 04 schlägt Fußball-Regionalligist Sportfreunde Lotte in der ersten Runde des DFB-Pokals mit 3:0. Der Favorit erledigt seine Aufgabe souverän. Mit kommenden stärkeren Gegnern muss sich aber auch das Niveau des Leverkusener Spiels noch steigern. Von Patrick Scherer

Vergleicht man Bayer 04 mit einer Spülmaschine, lief in der ersten DFB-Pokalrunde das Sparprogramm. Das Ergebnis, 3:0, ist auf den ersten Blick sauber, sieht man genauer hin, sind aber auch ein paar Flecken zu erkennen. "Das Positivste ist, dass wir mental in einem guten Zustand sind und wir das Spiel heute angenommen haben", sagte Trainer Roger Schmidt nach dem Spiel bei Fußball-Regionalligist Sportfreunde Lotte und führte aus: "Es waren sehr schwierige Bedingungen. Sie haben ja selber gesehen, dass es kaum möglich war, im Kurzpassspiel nach vorne zu kommen. Heute ging es nicht um die fußballerischen Qualitäten, sondern darum, sich anzupassen."

Der drei Klassen tiefer spielende Außenseiter versuchte in der Tat alles, Leverkusen ein Bein zu stellen. Im übertragenen Sinne dadurch, dass der Rasen nicht ausreichend gewässert wurde. Auf dem stumpfen Geläuf konnte Bayer 04 sein gewohnt schnelles Kombinationsspiel nicht aufziehen. Und im wörtlichen Sinne dadurch, dass Lotte sehr aggressiv zu Werke ging. Schiedsrichter Martin Thomsen musste seine Pfeife häufig Richtung Mund führen, zückte insgesamt sechs Mal die Gelbe Karte und einmal Rot. "Ich habe Verständnis dafür, dass man versucht, mit allem was man hat dagegenzuhalten. Aber das ging in der ersten Halbzeit teilweise darüber hinaus", sagte Schmidt, der mehrmals beim vierten Offiziellen vorstellig wurde, um lautstark seinen Unmut über das Einsteigen der Lotter kundzutun.

Neben der Schiedsrichterleistung dürfte der Trainer auch Kritikpunkte bei seiner Mannschaft gefunden haben. Leverkusen erledigte die Aufgabe am Ende souverän, was mitunter aber auch an der an Harmlosigkeit schwer zu überbietenden Offensive der Hausherren lag. Denn Bayer 04 bot durch mehrere leichtsinnige Fehler im Aufbauspiel häufiger Möglichkeiten, zu schnellen Gegenangriffen. Wendell, Kyriakos Papadopoulos, Admir Mehmedi und Jonathan Tah verloren Bälle sorglos in der eigenen Hälfte. Tah begann nervös, setzte seinen robusten Körper manchmal ungeschickt ein, steigerte sich aber mit zunehmender Spieldauer. Dennoch müssen nahezu alle Akteure an Konzentration zulegen, wenn es am Samstag zum Auftakt in der Bundesliga gegen Hoffenheim kommt und vor allem am darauffolgenden Dienstag zum Play-off-Hinspiel in der Champions League bei Lazio Rom. Diese Teams werden Leichtsinnigkeiten deutlich effizienter bestrafen als Lotte.

Neben den Steigerungsmöglichkeiten gab es aber auch einige positive Ansätze. Christoph Kramer zeigte, dass er ein sehr wertvoller Baustein im zentralen Mittelfeld werden kann. Die Kombination zum 1:0 war der spielerische Höhepunkt der Partie. Mehmedi wartetet exakt den richtigen Moment ab, um den gestarteten Wendell mit einem perfekten Pass freizuspielen. Der Brasilianer lupfte den Ball über den Ex-Leverkusener Benedikt Fernandez im Lotter Tor hinweg und Stefan Kießling drückte den Ball über die Linie (15.). Für den standesgemäßen Endstand sorgten dann zwei berechtigte Elfmeter, die Hakan Calhanoglu (55.) und Lars Bender (77.) souverän verwandelten.

Quelle: RP
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