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Bayer Leverkusen
Bayer 04 muss schnell wieder aufstehen

Fotos: Atletico-Spieler trösten Kießling
Fotos: Atletico-Spieler trösten Kießling FOTO: afp, JS/raf
Leverkusen. Nach dem bitteren Aus in der Champions League darf Selbstmitleid kein Thema bei der Werkself sein. Es stehen wichtige Aufgaben in der Liga und im DFB-Pokal an. Los geht es morgen auf Schalke. Von Patrick Scherer und Stefanie Sandmeier

Steh auf, wenn du am Boden bist. Der Song der Band "Die Toten Hosen" müsste momentan in der Kabine von Bayer 04 als Mottosong in Dauerschleife laufen. Die Enttäuschung über das bittere Ausscheiden im Champions-League-Achtelfinale bei Atlético Madrid saß und sitzt tief - bei Fans, Verantwortlichen und Spielern.

Doch letztere haben keine Zeit, um sich lange mit den Ursachen der Niederlage im Elfmeterschießen auseinanderzusetzen. Zu dicht getaktet ist das Programm im Fußball-Rahmenkalender. Und morgen steht schließlich auch nicht irgendein Bundesligaspiel auf dem Programm, sondern das in Gelsenkirchen. Gegen den FC Schalke 04 geht es nicht nur um drei Punkte. Es ist ein "Sechs-Punkte"- oder "Big-Point"-Spiel, wie es im Fachjargon heißt.

Im Kampf um die internationalen Plätze ist das Team von Trainer Roberto Di Matteo ein direkter Konkurrent für Bayer 04. Noch hat Leverkusen auf Platz vier, der an der Teilnahme zur Qualifikation für die Königsklasse berechtigt, die Nase vorn. Schalke liegt einen Platz und drei Punkte auf einem Europa-League-Rang dahinter. Der Revierklub liegt in Lauerstellung, wartet nur darauf, dass die Werkself das schmerzhafte Versagen vom Elfmeterpunkt noch nicht verdaut hat.

Einzelkritik: Note 5 für Drmic und Calhanoglu FOTO: dpa, fg jhe

Die Gelsenkirchener selbst haben in der vergangenen Woche gezeigt, wie schwer der Umschwung von der großen Bühne auf den kleineren Schauplatz sein kann. Schalke schied ebenfalls in Madrid - bei Atléticos Stadtrivalen Real - aus, verabschiedete sich dort ebenfalls mit vorbildlichem Kampf, einem 4:3-Sieg und somit auch einem denkbar knappen Aus. Danach reichte es in der Liga bei Abstiegskandidat Hertha BSC nur zu einem 2:2. Ein Warnbeispiel für die Werkself.

"Die Spieler müssen das Spiel aus den Köpfen bekommen, aber das Positive aus den beiden Auftritten gegen Atlético mitnehmen", sagte Bayer-Trainer Roger Schmidt unmittelbar nach der Partie am Dienstag. "Wenn man alles gegeben hat, hat man sich nichts vorzuwerfen. Deshalb müssen wir nicht lange grübeln und auf Schalke wieder in die Erfolgsspur zurückkehren. Das ist aber natürlich am Wochenende eine schwere Aufgabe, wenn man 120 Minuten in den Knochen hat und dann auf Schalke spielt. Aber wir werden gut regenerieren, uns der Aufgabe stellen und alles geben."

Für einen gilt die Maßgabe, schnell wieder aufzustehen, in besonderem Maße: Stefan Kießling. Seine Tränen auf dem Platz im Estadio Vicente Calderon nach dem entscheidenden verschossenen Elfmeter waren sinnbildlich für die bisherige Saison des Stürmers. Nur vier Tore und zwei Vorlagen stehen in der Liga in 24 Einsätzen bisher für den 31-Jährigen zu Buche. Zu wenig für einen Angreifer seiner Klasse. Elf Tore und vier Vorlagen hatte Kießling in der vergangenen Spielzeit zum vergleichbaren Zeitpunkt nach 25 Spieltagen auf dem Konto. In den beiden vergangenen Partien gegen Stuttgart und in Madrid musste er zudem zunächst auf der Bank Platz nehmen, wurde spät eingewechselt. Josip Drmic erhielt den Vorzug. Gut möglich, dass Roger Schmidt auf Schalke nun wieder auf Kießling in der Startelf setzt. Falls Aberglauben bei der Entscheidung eine Rolle spielen sollte: Nach dem Ausscheiden aus der Champions League gegen Paris St. Germain in der Vorsaison traf Kießling in der Liga in vier aufeinaderfolgenden Spielen.

Fotos: Calhanoglu, Toprak und Kießling scheitern vom Punkt FOTO: dpa, fg jhe

Mut für die kommenden Wochen macht den Leverkusenern der 1. FC Magdeburg. In der zweiten Runde des DFB-Pokals hatte Bayer 04 den Regionalligisten mit 3:2 im Elfmeterschießen besiegt. Während des Strafstoß-Krimis in Madrid twitterte der Verein: "Wir wissen, ihr könnt ja Elfmeterschießen!" und "Dieses Mal drücken wir euch auch die Daumen. Viel Erfolg!" Zwar hat der Beistand nichts gebracht, aber den letzten Tweet sollten sich die Bayer-Profis dennoch zu Herzen nehmen: "Kopf hoch - auf euch warten jetzt 9 Ligasiege in Folge". Seit der Niederlage im Elfmeterschießen hat Magdeburg alle Pflichtspiele gewonnen.

Quelle: RP
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