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Bayer Leverkusen
Weit entfernt von besinnlichen Tagen nach 1:1 gegen Schalke

Einzelkritik: Defensive überzeugt nicht
Einzelkritik: Defensive überzeugt nicht FOTO: dpa, gki
Leverkusen. Der erste Advent wird in Leverkusen nicht als Auftakt der stimmungsvollsten Zeit des Jahres eingehen. Daran änderte auch der späte Punktgewinn beim 1:1 gegen den FC Schalke 04 nichts, der für die Werkself der positive Höhepunkt einer ansonsten verkorksten Woche war. Von Stefanie Sandmeier

Dem 1:1 in der Champions League bei Bate Borissow folgte das Wortgefecht von Sportchef Rudi Völler mit einem Fan am Flughafen, Schimpfworte fielen. Dazu leistete sich der Brasilianer Wendell eine Autofahrt ohne Führerschein. Roger Schmidt ließ ihn dafür aus disziplinarischen Gründen zunächst auf der Bank. Dazu macht die Sprunggelenk-Verletzung von Lars Bender, der in diesem Jahr nicht mehr spielt, die Situation für Bayer zu einer unerfreulichen. Das Remis am Sonntag könnte aus sportlichen Gesichtspunkten nichts am Status quo ändern.

Mit 21 Punkten hängt das Team von Roger Schmidt ebenso wie die punktgleichen Schalker weiter im Mittelfeld der Tabelle fest und ist weit davon entfernt, die besinnlichen Tage einzuläuten. Getreu dem Motto: neues Spiel, alte Probleme gelang es den Leverkusenern, die fahrlässig mit ihren Chancen umgingen, zum wiederholten Mal nicht, sich für ihren hohen Aufwand zu belohnen.

Die Statistik des Spiels wies stolze 18 Leverkusener Torschüsse aus, allerdings war Bayer darauf angewiesen, dass Schalke kurz vor Schluss einen Treffer in Form eines Eigentores verschenkte. "Unser Hauptproblem ist die Chancenverwertung. Uns fehlen ein paar Tore, um mehr Punkte zu haben", stellte Roger Schmidt fest, der um Geduld mit seiner jungen Mannschaft bat, die ähnlich wie die Gäste aus Gelsenkirchen den eigenen Ansprüchen hinterher hinkt. Schmidt verwies auf eine lange Saison, und darauf, "dass ich sicher bin, dass wir irgendwann für unseren Aufwand belohnt werden."

Vor eigenem Publikum dauerte es ein bisschen, bis das Spiel Fahrt aufnahm. Schalke machte zunächst den körperlich und geistig frischeren Eindruck und drückte in Person von Dennis Aogo, Eric Maxim Choupo-Moting und Max Meyer mächtig aufs Tempo. Bayer investierte insgesamt gesehen mehr, aber die Schalker verstanden es gut, Bayer so zu stören, dass es lange nicht in die gefährliche Zone gelangte. Vieles basierte auf Zufall.

Das änderte sich mit dem ersten wirklich gefährlichen Vorstoß von Karim Bellarabi nach gut einer halben Stunde. Der Nationalspieler drang mit einem seiner gefürchteten Dribblings in den Strafraum vor und überraschte die Schalker Hintermannschaft inklusive Torhüter Ralf Fährmann, indem er aus spitzem Winkel abzog, statt den Querpass zu spielen. Der Ball klatschte an die Latte, der im Strafraum lauernde Chicharito bekam ihn aber nicht kontrolliert.

Die Szene schien wie ein Weckruf, in der Folge erspielte sich Bayer 04 mehr und mehr Vorteile in einer ansonsten aber ausgeglichenen Partie. Bellarabi hatte direkt danach erneut die Führung auf dem Fuß, als der Ball diesmal als hohe Flanke von links in die Gefahrenzone zurückkehrte. Vor dem Kasten blieb Bellarabi nichts anderes übrig, als in fünf Meter Torentfernung den Fuß hinzuhalten. Der Ball sauste haarscharf am Tor vorbei.

Bayers Bemühungen, dem Spiel nach der Pause die entscheidende Richtung zu verleihen, wurden aber schnell eingebremst, als Schalke in der 50. Minute nach einem Einwurf die folgenschweren Stellungsfehler von Jonathan Tah, Kevin Kampl und Giulio Donati zur Führung nutzte. Leon Goretzka passte genau in die Schnittstelle der Abwehr auf Choupo-Moting, der sich gegen Donati behauptete und mit links zum 1:0 vollendete.

Die Werkself erholte sich lange nicht von diesem Gegentreffer und konnte auch durch den eingewechselten Stefan Kießling, der sein 300. Bundesligaspiel bestritt, kaum Gefahr in Richtung Schalker Tor entwickeln. Weder er noch der zuletzt treffsichere Chicharito konnten die gut gestaffelte Abwehr aushebeln. Den Leverkusener Treffer erzielte schließlich der Schalker Sascha Riether per Kopf. Torhüter Ralf Fährmann hatte eine Hereingabe von Chicharito unglücklich abgefälscht und damit einen Sieg der Gäste verhindert, die in der Liga nun seit fünf Spieltagen auf einen Sieg warten.

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