| 23.20 Uhr

Bayer Leverkusen
Bellarabi und Brandt überzeugen bei Bayers Kantersieg

Einzelkritik: Note 1 für Bellarabi
Einzelkritik: Note 1 für Bellarabi FOTO: dpa, mb
Köln. Schüchtern, fast ein wenig verlegen, nahm Vladlen Yurchenko die Glückwünsche seiner Kollegen entgegen, nachdem der Schlusspfiff durch den Sportpark Höhenberg hallte. Sein erstes Pflichtspieltor für Bayer 04 wollte der 21-Jährige nicht zu hoch hängen, er sah es lediglich als Schlusspunkt eines überzeugenden Auftritts seines Teams. Von Simon Janßen

"Ich will einfach der Mannschaft danken", sagte der Ukrainer, der in der 83. Minute – elf Minuten nach seiner Einwechslung – cool zum 6:0-Endstand traf. Yurchenko hatte guten Grund, die Leistung seiner Mitspieler zu loben. Die Werkself ließ Viktoria Köln im DFB-Pokal-Zweitrundenspiel nicht den Hauch einer Chance und gewann souverän mit 6:0 (3:0).

Schon die Aufstellung ließ vermuten, dass Trainer Roger Schmidt den Gegner nicht auf die leichte Schulter nahm. Zwar rotierte er Julian Brandt und Kyriakos Papadopoulos in die Anfangsformation, der Rest des Personals trug jedoch das Prädikat Stammelf. Besonders das Vertrauen in Brandt zahlte sich aus: Der 19-Jährige strotze nur so vor Spielfreude und erzielte in der 15. Minute nach schöner Vorlage von Karim Bellarabi das 1:0. Das gleiche Duo sorgte 20 Minuten später auch für das 2:0. Diesmal traf jedoch Bellarabi nach Brandt-Vorlage gefühlvoll ins linke Eck. Brandt hatte in der ersten Hälfte aber noch nicht genug und legte in der 38. Minute per gefühlvollem Heber auch noch das Tor von Chicharito zum 3:0-Pausenstand auf. "Er hat das gut gemacht. Gerade für einen so jungen Spieler ist es wichtig, Selbstvertrauen zu tanken", sagte Schmidt, der in den vergangenen Spielen nicht immer zufrieden sein konnte mit der Leistung des hochtalentierten Offensivakteurs.

Nottbeck bei Kießling-Tor von herrenloser Roter Karte abgelenkt FOTO: dpa, mb

Auch die größten Optimisten in Diensten von Viktoria Köln, das in der ersten Runde Zweitligist Union Berlin aus dem Wettbewerb warf, gaben spätestens klein bei, als der Mexikaner Chicharito neun Minuten nach Wiederanpfiff zum 4:0 traf. Zuvor tankte sich Brandt stark auf der linken Seite durch, um für "die kleine Erbse", die in dieser Saison nicht immer mit Glück vor dem Tor gesegnet war, aufzulegen – es war bereits die vierte Torbeteiligung von Brandt im Spiel. "Für mich lief es heute optimal. Ich bin dem Trainer dankbar für jede Minute, die er mir gibt", sagte der 19-Jährige.

"Wir hatten einen sehr guten Auftritt, waren fokussiert und haben Köln gezeigt, dass heute nichts geht", sagte Schmidt, der mit den Einwechslungen von Stefan Kießling und Yurchenko in der Schlussphase ein gutes Händchen bewies. Bevor der ukrainische Youngster jubeln konnte, traf Kießling in der 80. Minute zum 5:0 – das war Balsam auf die Seele des Torjägers, der es im System Schmidt nicht immer leicht hat, seine Qualitäten als Stoßstürmer zu zeigen. Seinen Trainer sollte besonders freuen, endlich mal wieder kein Tor kassiert zu haben. Nach den Spektakel-Spielen in der Liga und Champions League hatte Torhüter Bernd Leno am Mittwoch einen äußerst ruhigen Abend vor der wichtigen Partie beim VfL Wolfsburg am Samstag (18.30 Uhr).

So positiv sich die Mannschaft auf dem Rasen präsentierte, so negativ fiel die Aktion einiger Bayer 04-Fans auf, die vor der Partie Bengalos zündeten und ein großes, beleidigendes Plakat in Richtung der Kölner Fans zeigten. "Es ist nur eine kleine Minderheit, aber ich schäme mich für so ein Verhalten. Das ist sehr enttäuschend", sagte Geschäftsführer Michael Schade. Es sollte jedoch die einzige Enttäuschung an diesem Abend bleiben.

Viktoria Köln - Bayer FOTO: dpa, mb jhe
(seeg/RP)
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