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Bayer Leverkusen
Platz 3 verschafft Bayer lukrative Möglichkeiten

Fotos: Leverkusens Kampl trifft mit erstem Ballkontakt seit zwei Monaten
Fotos: Leverkusens Kampl trifft mit erstem Ballkontakt seit zwei Monaten FOTO: dpa, skm
Leverkusen. Die direkte Champions-League-Qualifikation garantiert nicht nur Millionen-Einnahmen. Sie ist überdies ein entscheidendes Pfund in den Verhandlungen mit Spielern - und würde die Chancen steigern, den Kern des Teams zusammenzuhalten. Von Stefanie Sandmeier

Wie schnell sich die Dinge im Fußball ändern können. Binnen weniger Wochen ist aus einem Krisenklub der heißeste Anwärter auf Platz drei geworden. Vier Spieltage vor dem Saisonende ist Bayer 04 wieder dort angekommen, wo es nach eigenem Anspruch auch hingehört. Plötzlich ist sogar die direkte Qualifikation für die Champions League nicht nur realistisch - sie ist greifbar nah.

Mit reichlich Zutun von Borussia Mönchengladbach, Schalke 04 und Mainz 05 konnte die Werkself ihren Mitbewerbern auf sechs Punkte Vorsprung enteilen. Bleibt bei der Vergabe der Champions-League-Plätze die zuletzt schwächelnde Hertha mit zwei Zählern Rückstand im Moment als ärgster Konkurrent.

Die Ausgangslage könnte also kaum besser sein. Zumal es der Spielplan so will, dass Bayer 04 - mit Ausnahme von Mainz - noch auf alle diese Teams trifft. Den Auftakt zu diesem "Triple" bildet am Samstag (18.30 Uhr) die Auswärtspartie auf Schalke. Danach kommen die Berliner, ehe es nach Mönchengladbach geht. Es bedarf also keiner Mithilfe mehr, um diesen dritten Platz aus eigener Kraft ins Ziel zu bringen. Es reicht, schlicht und einfach weiter zu gewinnen - dann stünde unterm Strich Platz drei. Das gelang zuletzt Sascha Lewandowski vor drei Jahren. "Das ist unser großes Ziel. Dafür müssen wir fokussiert bleiben", fordert Christoph Kramer.

Die Werkself würde sich damit die Qualifikation im Vorfeld der nächsten Spielzeit ersparen und könnte den vielen Abstellungen der Nationalspieler im EM- und Olympia-Sommer entspannter entgegenblicken. "Wir haben inzwischen eine gewisse Routine was das Bestreiten der Play-offs angeht", sagt Michael Schade. "Aber ich bin ganz ehrlich: Nach diesem Saisonverlauf wäre es traumhaft, mit der sicheren Champions-League-Teilnahme in den Urlaub zu gehen."

Leverkusens Geschäftsführer macht keinen Hehl daraus, dass dies dem Klub in mehrfacher Hinsicht einen "Wettbewerbsvorteil" bringen würde. Bayer 04 hätte Planungssicherheit, könnte mit den lukrativen Millionen der Königsklasse kalkulieren, die es bereits mit der Teilnahme an der Gruppenphase zu verdienen gibt. Nicht zuletzt hilft es im Bemühen, den Kader bestmöglich zusammenzustellen und gegenüber finanzstarken Engländern passende Argumente zu haben. "Mit der Teilnahme an der Königsklasse werben zu können, ist ein erhebliches Pfund in den Verhandlungen mit Spielern", erklärt Schade.

Das half beispielsweise bei der Verpflichtung von Charles Aránguiz, der sich für das Paket Bayer Leverkusen inklusive Champions League und gegen mehr Geld bei Leicester City entschied. Bei Chicharito liefen die Dinge ähnlich. Bayer kam zugute, dass der Mexikaner bei Manchester United nicht mehr glücklich war. Die Aussicht auf mehr Einsatzminuten und die Teilnahme am Europacup ließen Leverkusens Chancen steigen. Sofort nach der Qualifikation sagte er zu.

Die Gewissheit der Champions-League-Teilnahme könnte die Sommer-Transfers beschleunigen. Zugleich kann sie den einen oder anderen Spieler mit Abwanderungsgedanken womöglich zum Bleiben überzeugen. Stichwort: Chicharito. Mit seinen 25 Toren in dieser Saison hat er wieder das Interesse europäischer Topklubs geweckt. Karim Bellarabi hat den Wechsel-Spekulationen selbst ein Ende bereitet, als er mitteilte, keinen Gebrauch von seiner Ausstiegsklausel zu machen. "Ich werde definitiv in der nächsten Saison für Bayer 04 spielen", sagte der Nationalspieler. "Wir stehen erst am Anfang einer Entwicklung. Ich habe totales Vertrauen in unseren Trainer, gemeinsam mit ihm und der Mannschaft möchte ich den nächsten Schritt machen."

Außer Bellarabi besitzen Lars Bender und Bernd Leno zum 30. April eine Klausel. Der Torhüter hat sich noch nicht konkret zu seiner Zukunft geäußert. Ein Abgang würde dem Klub 18 Millionen Euro bringen, für deutlich weniger würde dann etwa Ron-Robert Zieler (Hannover 96) zu bekommen sein. Im Fall eines Leno-Abgangs soll sich Bayer dem Vernehmen nach mit dem potenziellen Ersatz bereits grundsätzlich einig sein. Für alle anderen Spieler ohne Klausel gilt: Der Verein hat das Heft des Handelns in der Hand. Ein Spieler kann nur gehen, wenn der Klub ihn lässt und der Preis stimmt. Bayer ist bemüht, die Säulen des Teams zu halten - und sich um sie herum gezielt zu verstärken. In Summe also, würde Platz drei den Verein in eine komfortable Situation bringen, die vor wenigen Wochen noch unerreichbar schien.

Quelle: RP
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