| 17.59 Uhr

Bayer Leverkusen
Probleme erkannt, aber (noch) nicht gebannt

Einzelkritik: Kampl der Beste in einer enttäuschenden Bayer-Elf
Einzelkritik: Kampl der Beste in einer enttäuschenden Bayer-Elf FOTO: dpa, bra fdt
Frankfurt. "Ein paar Fehler zu viel gemacht. Und zu wenig Tore geschossen" - so fasste Rudi Völler die Gründe für die 1:2-Niederlage in Frankfurt zusammen. Keine neue Erkenntnis, vor allem an der Chancenauswertung krankt bisher das Bayer-Spiel. Von Stefanie B.-Sandmeier

Kevin Kampl war nach der 1:2-Niederlage in Frankfurt hin- und hergerissen. "Es war nicht alles schlecht. Aber es kann sich auch jeder vorstellen, dass wir uns den Saisonstart anders vorgestellt haben", entgegnete der Leverkusener Mittelfeldspieler. "Wir müssen nun Punkte einfahren, das wissen wir."

An ihm lag es freilich nicht, dass Bayer 04 bereits am dritten Spieltag die zweite Niederlage kassiert hatte. Emsig beackerte er den Rasen der Eintracht, war um Spielfluss und Kreativität bemüht. Einmal mehr aber verließen der 25-Jährige und seine Teamkollegen ein Stadion mit der Erkenntnis, dass es Selbstläufer auch für eine Mannschaft mit vielen Einzelkönnern nicht gibt. Bayer 04 hat Potenzial - um das aber in Erfolg umzuwandeln, bedarf es eines gesamtmannschaftlichen Kunstwerks. Das von Roger Schmidt proklamierte Spiel lebt davon, dass bei der Arbeit nach vorne wie nach hinten alle Räder ineinander greifen und alle ihren Dienst mit maximaler Konsequenz verrichten.

Wenn das nicht so ist, kann das so aussehen wie gegen Eintracht Frankfurt. Auf dem Weg zum zweiten Saisonerfolg mangelte es der Mannschaft nicht an Motivation, sie wirkte vielmehr verkrampft, mitunter ideenlos. "Wir hatten eigentlich einen guten Plan, wie wir unseren Gegner besiegen können", sagte Julian Brandt. "Wir haben es aber nicht gut zu Ende gespielt."

Aus dem Mund von Rudi Völler klang die Ursachensuche ähnlich: "Dass wir Fußball spielen können, steht außer Frage. Das war aber zu wenig. Wir haben ein paar Fehler zu viel gemacht. Und wir machen zu wenig Tore", fasste der Sportdirektor zusammen und wirkte ein bisschen besorgt. Insbesondere an der Chancenauswertung krankte das Bayer-Spiel bisher in nahezu allen Partien. Am eklatantesten gegen Moskau in der Champions League.

In Frankfurt fehlte es vor allem im letzten Drittel vor dem Tor an der Genauigkeit in den Pässen und Abschlüssen. Dennoch: Nach ihrer Einwechslung hätten auch Kevin Volland und Hakan Calhanoglu mit ihren Gelegenheiten den Ausgang der Partie anders gestalten können.

Auf der anderen Seite brachte die Eintracht ihre Angriffe mit jener Effizienz ins Ziel, die Bayer 04 abging. "Wir hatten das Spiel nach dem Ausgleich gut unter Kontrolle, lassen auch nur wenige Torchancen zu, aber die wenigen Möglichkeiten sind dann drin. Das kann nicht sein", ärgerte sich Kampl.

Sein Trainer Roger Schmidt nahm seine Schützlinge trotz des holprigen Starts in Schutz: "Ich bin insgesamt mit dem, was die Mannschaft leistet, sehr zufrieden - deshalb bin ich weiter sehr optimistisch", erklärte der 49-Jährige, der allerdings nicht verschwieg, dass "wir sicherlich ein bisschen was zu tun haben". Hoffnung macht nun die Englische Woche mit Spielen gegen den FC Augsburg zu Hause und bei Mainz 05 am nächsten Samstag. "Danach kann die Situation schon wieder ganz anders aussehen", sagte Schmidt.

Dass es bereits am Mittwoch weitergeht, darüber ist auch Brandt froh, auch wenn Englische Wochen anstrengend sind. "In unserem Fall ist es gut, dass es Schlag auf Schlag geht und man die Spiele relativ schnell wieder vergessen muss", entgegnete der 20-Jährige. "Es ist zwar schwierig, in der kurzen Zeit die Fehler zu beheben. Aber wir werden auch wieder gewinnen. Da bin ich mir sicher." Sport Seite ##

Quelle: RP
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