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Bayer Leverkusen
Respekt, Herr Schmidt!

Bayer 04 Leverkusen: Respekt, Roger Schmidt!
Roger Schmidt hat Bayer Leverkusen mit einer Siegesserie in die Champions League geführt. FOTO: dpa, rwe sab
Meinung | Leverkusen. Es war ein Tag zum Einrahmen für Bayer 04. Das war spätestens zu spüren, als man nach dem Sieg gegen Berlin in die Gesichter der Protagonisten schaute. Die Profis platzten vor stolz. Allen voran ihr Trainer Roger Schmidt. Von Stefanie Sandmeier

Dessen Gemütszustand war eine Mischung aus Freude über das Erreichen der Champions League und der Genugtuung, es mit seiner Mannschaft allen gezeigt zu haben. Vor allem denen, die nicht mehr an sie glaubten. Das war Balsam auf die Trainer-Seele. Die hatte zeitweise mächtig gelitten.

Dass in dieser Saison trotz des vorzeitigen Erreichens des Saisonziels nicht alles glatt lief, hatte insbesondere Schmidt zwischenzeitlich mächtig zugesetzt. Zumal er mit seinem unrühmlichen Verhalten im Spiel gegen Dortmund sein Projekt selbst in Gefahr brachte. Wie er aber aus einer verunsicherten und verletzungsgeplagten Mannschaft, die lange unter ihren Möglichkeiten blieb, leichtfertig das Weiterkommen in der Champions League und im DFB-Pokal vergab, binnen weniger Wochen die dritte Kraft in Deutschland machte, verdient Anerkennung und Respekt. Mit 22 Punkten in Serie haben Schmidt und sein Team eine Saison, die noch vor wenigen Wochen als eine verkorkste in die Klubgeschichte einzugehen drohte, vorzeitig mit Platz drei veredelt. Die Tatsache, dass es angesichts des kollektiven Schwächelns der Konkurrenz offenbar leichter war Dritter zu werden als im vergangenen Jahr Vierter - und schon 57 Punkte am 32. Spieltag für die Liga der Champions reichten, ist für die Würdigung erst einmal zweitrangig. Bei nüchterner Betrachtung steht das Team nun genau dort, wo es mit seinem Potenzial hingehört.

Gerade im Saisonendspurt präsentierte sich eine charakterstarke Mannschaft, von deren Trainer man sich allerdings gewünscht hätte, dass er viel früher erkennt, welches Spiel ihr besser liegt. Im Fall seines Systems hat sich der Fußballlehrer, dem mitunter der Hang zum Besserwissertum und zur Sturheit nachsagt wird, aber lernfähig gezeigt. Seit er mehr Wert auf Stabilität statt auf pausenlose Offensive legt, und seit er dazu übergegangen ist, Fehler auch mal zuzugeben (siehe Dortmund) und auf die Öffentlichkeit zuzugehen, hat sich vieles in Leverkusen zum Guten gewendet.

Schmidt hat durch sein beharrliches Vertrauen in das Können seines Teams Stärke demonstriert. Er hat nachgewiesen, dass man mit der jüngsten Mannschaft der Liga die Champions League erreichen kann. Und dass er mit seinem Projekt wieder auf dem richtigen Weg ist.

Quelle: RP
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