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Bayer Leverkusen
Rettungsanker Champions League

Bayer 04 Leverkusen: Rettungsanker Champions League
Tin Jedvaj jongliert beim Abschlusstraining mit dem Ball. FOTO: dpa
Leverkusen. Die Königsklasse des europäischen Fußballs ist derzeit der einzige Wettbewerb, in dem Bayer 04 auf Kurs scheint. Schon ein Unentschieden heute in Moskau könnte vorzeitig das Achtelfinale bedeuten - wenn Tottenham in Monaco verliert. Gruppenplatz zwei wäre sicher, weil Leverkusen den direkten Vergleich mit Tottenham für sich entschied. . Von Stefanie Sandmeier und Dorian Audersch

Die Erinnerungen an das Aufeinandertreffen mit Moskau im September sind ebenso ambivalent, wie der bisherige Saisonverlauf von Bayer 04. In den ersten 25 Minuten spielte die Werkself den russischen Meister regelrecht an die Wand und führte völlig verdient 2:0. Dann allerdings folgte ein unerklärlicher Einbruch. Beim Stand von 2:2 ging es in die Halbzeit. Danach konnte keines der Teams ein weiteres Ausrufezeichen setzen. Die Partie in der BayArena endete 2:2 - wohl eines der unnötigsten Unentschieden in der jüngsten Vereinsgeschichte.

Heute (18 Uhr) steht das Rückspiel in Moskau an. Bei Temperaturen knapp unter dem Gefrierpunkt geht es in der Arena von ZSKA für Bayer vor allem darum, die Tür zum Achtelfinale aufzustoßen. Die Champions League ist der einzige Wettbewerb, in der sich das Team von Roger Schmidt auf Kurs befindet. In der Bundesliga verharrt die Werkself auf Rang neun im Mittelfeld der Tabelle (16 Punkte, 18:18 Tore) und gegen den Drittligisten Sportfreunde Lotte flog man aus dem DFB-Pokal. Insofern ist die Königsklasse eine Art Rettungsanker für eine bis dato verkorkste Hinrunde.

Ein Sieg und drei Unentschieden stehen in der Bilanz für die Leverkusener in der Gruppe E. Die gute Nachricht: Es wurde keine Partie verloren. Die schlechte Nachricht: Alle Partien hätten ohne Weiteres auch gewonnen werden können. Nach dem 2:3 im Heimspiel gegen Leipzig am vergangenen Freitag kommt das Duell in Russland gerade recht. So jedenfalls sehen es die Verantwortlichen. "Ich bin ganz sicher, dass die Mannschaft in Moskau wieder ein anderes Gesicht zeigen wird", sagte Geschäftsführer Michael Schade vor dem Abflug. "Sie wird kämpfen, sie wird spielen und sie weiß, um was es geht. Deswegen bin ich überzeugt davon, dass sie nicht verlieren wird."

Diese Überzeugung ließe sich ohne Weiteres auch in eine Forderung umdeuten. Die Botschaft: verlieren verboten!

Vor dem Saisonstart formulierten Schmidt, Schade und Sportchef Rudi Völler unisono das gleiche Ziel. Der Einzug in die K.o-Phase der Champions League sollte gelingen, nachdem man im Vorjahr knapp daran gescheitert war. "Wir haben es selbst in der Hand", betonte Völler. Der 1:0-Erfolg in London gegen Tottenham Hotspur habe eine sehr gute Ausgangsposition geschaffen. "In Moskau können wir einen großen Schritt machen."

Die Konstellation in der Gruppe ist klar. Bayer 04 belegt mit sechs Punkten

Rang zwei, den es mindestens zu halten gilt, um das Achtelfinale zu erreichen. Davor führt der AS Monaco (8 Punkte) die Gruppe an, der um 20.45 Uhr den Dritten Tottenham (4) empfängt. Moskau (2) hat als Schlusslicht bestenfalls Außenseiterchancen auf einen der begehrten vorderen Plätze.

Holt Bayer 04 einen Sieg gegen ZSKA und gewinnt Tottenham nicht in Monaco, wäre das Ziel erreicht. Die Werkself wäre bei einem Unentschieden in Moskau zudem mindestens Gruppendritter und hätte die weitere Teilnahme an der Europa League sicher. Sollte Tottenham zeitgleich in Monaco verlieren, wäre ihnen wegen des besseren direkten Vergleichs mit den Engländern Platz zwei nicht mehr zu nehmen. Für Moskau zählt heute indes nur ein Sieg, um seine Chancen zu wahren.

Was die teils deutliche Kritik aus der Mannschaft nach dem Leipzig-Spiel angeht, formulierte Schade eine weitere Überzeugung, die zeitgleich Forderung ist: "Selbstkritik kann nie schaden, und Einsicht ist der beste Weg zur Besserung. Wenn man Fehler erkennt, hat man auch die Chance, sie abzustellen. Wir werden in Moskau den ersten Schritt tun", kündigte er an.

Auch Völler machte eine klare Ansage mit Blick auf die Niederlage gegen Leipzig: "Wir müssen die richtigen Schlüsse ziehen und konzentrierter sein."

Nach Rückschlägen, sagte er, müsse das Team "sofort wieder aufstehen". Die Champions League sei ein anderer Wettbewerb - fast könnte man sagen: zum Glück für Bayer 04.

Quelle: RP
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