| 07.17 Uhr

Bayer Leverkusen
Lieber Villarreal als Augsburg

Fotos: Das ist Roger Schmidt
Fotos: Das ist Roger Schmidt FOTO: afp, pbe/iw
Augsburg. Das 3:3 und die Aufholjagd der Leverkusener nach einem 0:3-Rückstand hätten an sich schon genug Lesestoff zu bieten gehabt. Eine ganze Weile standen Bayers Profis in den Gängen des Augsburger Stadions und feierten das Unentschieden als "Sieg für die Moral" – die Geschichte dieses Spiels schrieb aber (wieder) ein anderer. Von Stefanie Sandmeier

Die Partie war noch nicht einmal angepfiffen, da hatte Trainer Roger Schmidt das nächste Reiz-Thema geliefert. Dass der 48-Jährige, der zum letzten Mal eine Innenraumsperre verbüßte, vor der Begegnung das Stadion verließ und nach Spanien flog, löste kontroverse Diskussionen darüber aus, ob ein Trainer sein Team in einer sportlich schwierigen Situation allein lassen sollte.

Roger Schmidt sah Niederlage des FC Villarreal

Denn tatsächlich bekam Schmidt nicht mit, wie seiner Mannschaft gegen keinesfalls überzeugende Augsburger durch drei Tore von Ja-Cheol Koo die nächste Pleite drohte. Er hatte sie auf die Partie vorbereitet und machte sich dann in einem Charter-Flugzeug auf Richtung Villarreal, wo er am Abend Leverkusens nächsten Europa-League-Gegner beobachtete (0:1 gegen Las Palmas).

Aber genauso wenig wie den Rückstand bekam Schmidt mit, wie sich seine ersatzgeschwächte Elf aus dieser misslichen Situation auch wieder befreite. Sie drehte durch Karim Bellarabi (60.), ein Eigentor von FCA-Kapitän Paul Verhaegh (80.) und den Handelfmeter von Hakan Calhanoglu (90.+3) das Spiel - und gewann nach zuvor drei Niederlagen einen Punkt. Die Bilanz nach Schmidts Drei-Spiele-Sperre ist jedoch ernüchternd: zwei Niederlagen, ein Remis, 5:10-Tore, ein Abrutschen auf Platz acht und die dadurch entstandene Gefahr, die internationalen Plätze zu verpassen.

Kramer wusste gar nicht, dass Schmidt nicht im Stadion war

Christoph Kramers Aussage, "ich wusste gar nicht, dass der Trainer nicht im Stadion war", wirkte in diesem Zusammenhang etwas verwirrend, weil er der Darstellung des Klubs widersprach, wonach sich Schmidt von seinen Spielern verabschiedet habe. Womöglich war ihnen nicht klar, wann der Coach fliegen würde. Gestern Morgen stand er bereits wieder auf dem Platz und wehrte sich gegen den Vorwurf, er habe sein Team im Stich gelassen.

"Das ist dummes Zeug, weil ich bei der Mannschaft sowieso nicht dabei bin. Andere würden das vielleicht anders machen, aber das ist mir egal. Es geht um unsere Mannschaft und unsere Ziele", sagte er. "Hinter einer Glasscheibe sitzen und keinen Einfluss nehmen - ich habe mich in der Rolle als Beobachter nicht wohl gefühlt." Die Entscheidung war mit Sportchef Rudi Völler und Manager Jonas Boldt abgesprochen. "Ich habe alles getan, was ich konnte, um die Mannschaft bestmöglich vorzubereiten. Deshalb hat sie nicht mitbekommen, dass sich etwas geändert hat", erklärte Schmidt, der weiß: Es geht längst nicht mehr nur um Erfolge, sondern auch um seine Zukunft.

Quelle: RP
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