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Bayer Leverkusen
Perspektiv-Wechsel für Schmidt und Krösche

Bayer 04 Leverkusen: Roger Schmidt und Markus Krösche tauschen
Rollentausch: Chefcoach Roger Schmidt (Mitte) wird in Mainz von der Tribüne aus zusehen. Markus Krösche (links) und Lars Kornetka übernehmen. FOTO: ksmedianet
Leverkusen. In Abwesenheit des gesperrten Trainers wird Markus Krösche die Bayer-Profis morgen in Mainz erstmals an der Seitenlinie betreuen. Es ist das erste von drei Bundesliga-Spielen ohne Chefcoach. Kyriakos Papadopoulos fehlt verletzt. Von Stefanie Sandmeier

Markus Krösche entgegnete ein leises "Danke". Leverkusens Co-Trainer nahm nach dem Europa-League-Erfolg gegen Sporting Lissabon die besten Wünsche für den Sonntag im Vorbeilaufen entgegen. Viel mehr wollte der 35-Jährige nicht sagen. In Mainz, wo Bayer 04 morgen (17.30 Uhr) in der Bundesliga antritt, wird ihm ohenhin genug Öffentlichkeit blühen.

Es ist das erste von drei Spielen, das der gesperrte Chefcoach Roger Schmidt nicht im Stadioninnenraum verfolgen darf. Dazu muss er sich eine halbe Stunde vor und nach der Partie von der Mannschaft fernhalten. Krösche wird übernehmen. "Wir sind vorher ja lange gemeinsam im Hotel", sagte Bernd Leno mit einem Augenzwinkern, der sich wenig Sorgen macht, dass diese "besondere Situation" (Jonathan Tah) Einfluss auf die Mannschaft haben könnte. "Das wird im ersten Moment vielleicht ein bisschen komisch sein, dass Roger Schmidt nicht auf der Bank sitzt, aber die Co-Trainer werden es schon richten."

Tatsächlich betritt Krösche morgen nicht einmal Neuland. Im Sommer coachte er bereits eine mit Nachwuchskräften besetzte Bayer-Mannschaft bei seinem eigenen Abschiedsspiel in Paderborn - und lief sogar für einige Minuten selbst auf. Es war der erste Auftritt von Chicharito im Dress der Leverkusener - und Krösches endgültig letzter als aktiver Fußballer.

Vor rund anderthalb Jahren beendete er seine Karriere. Seit der gemeinsamen Zeit mit Schmidt in Paderborn gilt er als enger Vertrauter des 48-Jährigen. Krösche wechselte 2001 zu den Ostwestfalen, stand dort in 194 Zweitliga- und 162 Drittligaspielen auf dem Feld und betreute danach ein weiteres Jahr die U23-Mannschaft. Als Schmidt den Klub in der Saison 2011/2012 trainierte, war Krösche sein Kapitän.

Nach seiner Karriere gründete der eine Auto-Firma, außerdem hat er BWL studiert. Der Titel seiner Bachelorarbeit: die finanzielle Situation von Fußballprofis nach der aktiven Karriere. Seit 1. Juli unterstützt der gebürtige Hannoveraner Schmidts Fußball-Philosophie als Co-Trainer. "Ich hätte auch meinen Weg in Paderborn gehen können. Aber in der Kombination mit Roger und Bayer 04 ist das eine super Sache. Ich denke, es lohnt sich, das Risiko einzugehen", sagte Krösche nach seinem Antritt im RP-Interview, der damals zugab, "noch mehr Spieler zu sein als Trainer".

Krösche ist beliebt

Diese Tatsache macht den 35-Jährigen umso mehr zu einem wichtigen Bindeglied zwischen Trainer und Mannschaft. Nicht zuletzt deshalb ist Krösche im Team auch so beliebt. "Er ist noch ein bisschen Fußballer. Deshalb kann er gut mit Spielern umgehen", fügte Leno an. "Ich habe sogar noch gegen ihn gespielt", erklärte Christoph Kramer. "Er ist ein ruhiger, netter Mensch, der viel Ahnung vom Fußball hat. Er wird es gut machen."

Dass die Mannschaft in Mainz ohne Schmidt auskommen muss, findet Schmidt selbst offensichtlich halb so dramatisch, der überzeugt ist: "Wir werden meine Innenraumsperre sehr gut kompensiert kriegen."

Der 48-Jährige machte deutlich, dass er im Spiel ohnehin viel weniger Einfluss nehmen könne als Außenstehende denken. Er sagte überdies: "Ich habe totales Vertrauen in die Drei."

Damit meint er neben Krösche die weiteren Co-Trainer Daniel Niedzkowski (mit A-Lizenz) und Lars Kornetka. "Eine halbe Stunde vor dem Spielbeginn ist sowieso alles getan sein, was meine Arbeit angeht", entgegnete Schmidt.

Viel sorgenvoller blickt er auf die Personalsituation. Stefan Kießling (Hüfte/Adduktoren) fällt wahrscheinlich aus und Kyriakos Papadopoulos aufgrund einer Kapselverletzung im Kniegelenk sicher. Für den Griechen kommt in der Innenverteidigung entweder André Ramalho oder Tin Jedvaj in Frage. Für den Kroaten würde dann Roberto Hilbert auf der rechten Abwehrseite spielen. Als Alternative zu Kießling sind Admir Mehmedi oder Julian Brandt Optionen. Hakan Calhanoglu dürfte in Abwesenheit von Kevin Kampl erneut Partner von Kramer im defensiven Mittelfeld sein. Via Facebook teilte Kampl samt Foto mit: "Leider ist meine Verletzung vielleicht doch etwas komplizierter als gedacht. Deswegen muss ich ein paar Tage zur Kontrolle im Krankenhaus bleiben".

Auf der Sechserposition wird noch immer Lars Bender vermisst. Der absolviert zwar Teile des Mannschaftstrainings mit, "ein paar Prozent fehlen aber noch", erklärte Schmidt. In Mainz geht es darum, einen direkten Konkurrenten um die internationalen Plätze auf Distanz zu halten.

Zugleich will Bayer 04 in das erfolgreiche Fahrwasser zurückkehren, in dem es sich in der Liga vor dem Dortmund-Spiel bewegte. Schmidt warnte vor einem "unbequemen Gegner mit viel Herz und Disziplin". Er wird ihn sich von der Tribüne aus ansehen.

Quelle: RP
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