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Bayer Leverkusen
Schmidt verschärft im Training den Ton

Fotos: Das ist Roger Schmidt
Fotos: Das ist Roger Schmidt FOTO: afp, pbe/iw
Leverkusen. Die erste Vorbereitungs-Woche lief nicht nach den Vorstellungen des Trainers. Der 48-Jährige machte sich Luft und verdeutlichte, was er von den Bayer-Profis bis zum Ligastart erwartet. Von Stefanie Sandmeier

Die Ansage war deutlich. Und vor allem kaum zu überhören. Nach gut einer halben Stunde Training auf dem Platz hatte Roger Schmidt genug gesehen. Leverkusens Coach rief seine Profis zusammen und artikulierte lautstark heraus, was er vom Trainingseifer seiner Mannschaft bis dahin hielt. "Das ist mir zu wenig", hallte es über den Rasen. "So reicht das noch nicht einmal in einem Testspiel."

Schmidt kristisierte insbesondere die Einstellung und übertriebene Lässigkeit einiger, die ihm schon in den beiden Freundschaftsduellen gegen Drittligist Großaspach (0:1) und Viertligist Viktoria Köln (1:1) missfiel. Der 48-Jährige hatte seine Mannschaft auf kleinem Feld in mehreren Teams gegeneinander spielen lassen. Dass, was ihm auf engem Raum in punkto Kurzpass- und Umschaltspiel mit Torabschluss geboten wurde, brachte Schmidt zwischenzeitlich auf die Palme, der nach einer Woche Training die Gelegenheit nutzte, klarzustellen, was er von der Werkself bis zum Ligastart erwartet.

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"Solche Ansagen gehören dazu. Die Mannschaft hat danach sehr gut trainiert", entgegnete der Coach, der im Anschluss seine Unzufriedenheit nachvollziehbar erklärte. "Ich erwarte, dass wir den Anspruch an uns selbst hoch legen. Wenn wir nach einem freien Tag trainieren, kann man das auch erwarten."

Noch tun sich die Leverkusener schwer, die wohlgemerkt erst seit zehn Tagen im Training sind, nach ihrem Urlaub in Tritt zu kommen. Auch den Spielern war die Unzufriedenheit anzumerken. "Rundum zufrieden muss ich zu Beginn der Vorbereitung auch noch nicht sein", sagte Schmidt nach dem enttäuschenden Auftritt in Köln, "aber es ist wichtig, dass wir gewisse Verhaltensmuster nicht ins Training mitnehmen."

Insofern schien gestern - zum Auftakt der zweiten Trainingswoche - der passende Zeitpunkt, um die Messlatte seiner Ansprüche auf die richtige Höhe zu legen. In den Tests gegen bisher unterklassige Gegner haperte es vor allem an der Konsequenz im Spielaufbau und der Präzision im Abschluss.

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Schmidt weiß: Was sein Team bis zum Ligastart nicht optimieren kann, wird im Verlauf der Saison schwerer zu regulieren sein. "Die Vorbereitungszeit ist eine sehr wichtige Phase. Wenn die Saison erst einmal läuft, haben wir wenig Zeit für intensives Mannschaftstraining bei den vielen Spielen, die auf uns warten", erklärte der Coach, der klar machte: "Wir dürfen die Tage nicht vorbeiziehen lassen und müssen uns daran erinnern, dass es unser Spiel verlangt, immer bereit im Kopf zu sein."

Im zehntägigen Trainingslager sollen weitere physische und spielerische Grundlagen gelegt und Abläufe automatisiert werden. Bevor die Werkself am Donnerstag Quartier in Zell am See bezieht, bestreitet sie morgen Abend ihren nächsten Test beim FC Basel (20 Uhr, live bei Sport1). Unklar ist derzeit noch, ob Tin Jedvaj, der sich gegen Köln eine Prellung der linken Wade zuzog, dann zum Einsatz kommt.

Quelle: RP
 
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