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Bayer Leverkusen
Rot für Boenischs "Pipifax-Foul" ärgert Völler

Fotos: Boenisch fliegt nach Grätsche vom Platz
Fotos: Boenisch fliegt nach Grätsche vom Platz FOTO: dpa, jhe
Berlin. Überraschungsteam Hertha BSC hat die Krise von Bayer Leverkusen verschärft. Der Werksklub ist sportlich angeschlagen – und muss nun gegen den FC Barcelona bestehen.

Abgestürzt ins triste Mittelmaß, geschwächt durch ein "Pipifax-Foul" - und ausgerechnet jetzt kommt der große FC Barcelona mit Ausnahmekönner Lionel Messi vorbei: Bayer Leverkusen trifft es momentan knüppeldick. Das 1:2 (1:1) bei Überraschungsteam Hertha BSC hat die Krise des Werksklubs vor dem nahezu aussichtslosen "Alles-oder-nichts"-Spiel am Mittwoch (20.45 Uhr/Live-Ticker) in der Champions League gegen den Titelverteidiger verschärft.

"Es wäre ein Wunder, wenn wir gegen Barca gewinnen", sagte Bayer-Profi Hakan Calhanoglu ehrlich. Das Selbstvertrauen der Spieler ist bei nur einem Sieg aus den vergangenen sieben Pflichtspielen wie weggeblasen, Sportchef Rudi Völler glaubt dennoch fast trotzig an die Minimal-Chance auf den Einzug ins Achtelfinale der Königsklasse: "Wir werden versuchen, Barcelona ein Bein zu stellen. Und ich bin mir ganz sicher, dass ein Champions-League-Schiedsrichter bei so einem Foul keine Rote Karte zeigt..."

Völlers ironischer Kommentar galt dem Unparteiischen Robert Hartmann (Wangen), der Bayers Linksverteidiger Sebastian Boenisch gegen Berlin nach einem zwar harten, aber nicht wirklich brutalen Foul gegen Hertha-Youngster Yanni Regäsel früh vom Platz (17.) gestellt hatte. "Man kann sagen: Das war blöd, das hätte man eleganter lösen müssen. Aber man kann doch nicht nach 20 Minuten für so ein Pipifax-Foul eine Rote Karte geben", echauffierte sich Völler.

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Auch Boenisch verstand die Welt nicht mehr. Er fand es höchst unsportlich, dass Regäsel "sich auf dem Rasen wälzt, als hätte ich ihm das Bein gebrochen". Seine zu erwartende Sperre dürfte sich nochmal verlängern, weil der polnische Nationalspieler beim wütenden Abgang den vierten Offiziellen leicht in die Seite stieß.

Kurioserweise spielte Bayer mit einem Mann weniger etwas besser, Torjäger Javier Hernandez (29.) konnte sogar die Hertha-Führung durch Vladimir Darida (7.) ausgleichen. Doch eine Unachtsamkeit bei einer Ecke nutzte John Anthony Brooks zum 2:1-Siegtreffer (60.) für die Herthaner, die sich aus den Europapokal-Plätzen einfach nicht verdrängen lassen. Als Belohnung gab es von Trainer Pal Dardai am Sonntag trainingsfrei.

Das Träumen von der Rückkehr auf die internationale Bühne überlassen die Berliner Spieler aber den Fans. Kapitän Fabian Lustenberger beugte sich in der Interviewrunde mit den Journalisten betont deutlich zu den Aufnahmegeräten herunter und sagte laut und klar: "Das ist nur eine Momentaufnahme!" Das Ziel bleibe weiterhin, "40 Punkte zu sammeln."

Hertha BSC - Bayer FOTO: dpa, jhe

Leverkusen hat mit seiner teuren Mannschaft deutlich größere Ambitionen, der Abstand zu den Champions-League-Plätzen ist jedoch bereits groß. "Wir hinken in der Liga hinterher, ganz klar", sagte Völler und forderte: "Wir müssen einfach eine Aufholjagd starten."

Sollte das bis zum Ende der Hinrunde nicht gelingen, dürfte auch der Trainerstuhl von Roger Schmidt wackeln. Seit Wochen erreicht kaum ein Bayer-Profi seine Normalform, der Coach wirkt zunehmend ratlos. Doch Völler sah nach der Hertha-Pleite die Schuld woanders. Eine Aufholjagd gelinge nur, "wenn wir nicht permanent jemanden vom Platz gestellt bekommen".

(sid)
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