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Pokal-Aus in Lotte
Völler: "An Dämlichkeit nicht zu überbieten"

Lotte - Leverkusen: Bilder des Spiels
Lotte - Leverkusen: Bilder des Spiels FOTO: dpa, gki jai
Lotte. Bayer Leverkusen hat sich im DFB-Pokal in Abwesenheit seines gesperrten Trainers Roger Schmidt blamiert. Der Champions-League-Teilnehmer schied trotz Überzahl und zweimaliger Führung beim Drittliga-Aufsteiger Sportfreunde Lotte in der zweiten Runde mit 3:4 im Elfmeterschießen aus. Von Jim Decker und Moritz Löhr

Die Werkself erlitt damit einen weiteren Rückschlag und steckt in der Krise. Schmidt verfolgte das Spiel im Mannschaftsbus. Er war vom Deutschen Fußball-Bund für zwei Spiele gesperrt worden, nachdem er seinen Kollegen Julian Nagelsmann im Spiel gegen Hoffenheim (0:3) beschimpft hatte.

"Das ist an Dämlichkeit nicht zu überbieten", sagte der erboste Sportdirektor Rudi Völler. "Das ist die schwierigste Situation, seitdem ich im Verein bin", sagte der entsetzte Stürmer Stefan Kießling, der seit zehn Jahren für Bayer spielt.

Die Werkself muss sich vor allem den Vorwurf gefallen lassen, den Lottern in Sachen Kampf und Willen das Feld überlassen zu haben. Nach Hilberts Eigentor ließen sich die Gäste streckenweise von den eigentlich angeschlagenen Lottern dominieren. Selbst gefährliche Ballverluste der Hausherren im eigenen Aufbauspiel konnte der Bayer-Angriff nicht in nennenswerte Großchancen ummünzen. Es ist bezeichnend, dass die ab der 79. Minute durch eine Gelb-Rote Karte dezimierten und zunehmend erschöpften Westfalen sich in die Verlängerung retten und später durchaus verdient ausgleichen konnten.

Dabei bot Schmidt-Vertreter Markus Krösche eine passable Elf auf. Kevin Kampl spielte wieder mit am besten und gehört mittlerweile zu Recht zum Kreis der Unersetzbaren. Der wiedererstarkte Kießling ackerte wie gewohnt und selbst der zuletzt schwache Kevin Volland traf doppelt.

Es half trotzdem nichts, weil Unkonzentriertheiten vorne wie hinten den Klassenunterschied egalisierten. Dass der ansonsten unauffällige Roberto Hilbert Lotte wieder ins Spiel brachte, mag noch Pech sein. Doch dass sich der extrem auffällige Kevin Freiberger beim 2:2 entspannt den Ball im Fünfmeterraum auflegen konnte, ist unerklärlich.

Dass zudem gleich drei Profis im Elfmeterschießen versagten, dürfte Schmidt zu denken geben. Charles Aranguiz, Volland und Julian Baumgartlinger scheiterten. 

Am Ende einer durchaus harten Partie durfte sich der vermeintliche Underdog zu Recht als Sieger feiern. Damit verpasst Bayer 04 erneut die Chance auf einen Titel. Vor dem Auswärtsspiel am Samstag um 15.30 Uhr in Wolfsburg bleibt die sportliche Lage weiter angespannt. Bei den ebenfalls kriselnden Norddeutschen dürften allerdings die geschonten Julian Brandt und Benjamin Henrichs zurückkehren.

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