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Bayer Leverkusen
Bayers Saison gerät in eine kritische Phase

Zwayer unterbricht Spiel nach Streit mit Bayer-Trainer Schmidt
Zwayer unterbricht Spiel nach Streit mit Bayer-Trainer Schmidt FOTO: dpa, hak
Leverkusen. Mit dem provozierten Spielabbruch hat Roger Schmidt dem Verein und der Mannschaft von Bayer 04 Schaden zugefügt. Wird der Trainer gesperrt, fehlt er seinem Team in der Liga, das um die Champions-League-Teilnahme kämpft. Dazu kommen die Ausfälle von Kevin Kampl und Ömer Toprak. Das Europa-League-Rückspiel wird die erste Bewährungsprobe. Von Stefanie Sandmeier

Vor einer Woche begaben sich die Profis von Bayer 04 mit reichlich Euphorie und großen Zielen auf die Reise nach Lissabon. Die Stimmung war noch besser, als die Leverkusener Delegation wieder zu Hause angekommen war. Mit einem überzeugenden 1:0-Sieg im Gepäck, durch den der Grundstein für ein Weiterkommen in der Europa League gelegt wurde. Der Werkself reicht damit morgen (19.05 Uhr, BayArena) ein Unentschieden, um ins Achtelfinale einzuziehen.

Der weitere Plan sah ursprünglich vor, das zwischen diesen beiden Partien liegende Bundesligaspiel gegen Borussia Dortmund ebenso erfolgreich zu gestalten. Ein Punktgewinn war das Minimalziel. Der wäre gerade gegen den BVB im Wettstreit um die Champions-League-Plätze ein deutliches Zeichen an die Konkurrenz gewesen. Selbstbewusstsein und Schwung aus dem Lissabon-Spiel sollten im Duell mit dem Tabellenzweiten dabei helfen.

Das ging aber aus den bekannten Gründen in die Hose. Nach dem von Roger Schmidt provozierten Spielabbruch sprach hinterher niemand mehr wirklich über den sportlichen Wert dieses vermeintlichen Topspiels, das als Skandal in die Bundesliga-Geschichte eingehen wird. Welchen Schaden der Bayer-Coach seiner Mannschaft damit zugefügt hat, wird sich erst zeigen. Das Image des Trainers, der von enormem Ehrgeiz getrieben wird, hat jedenfalls gehörig gelitten. Die Außendarstellung des Vereins überdies, dessen handelnde Personen für sich beschlossen haben, bis zum Bekanntwerden des Strafmaßes nichts mehr zu sagen und "kein Öl ins Feuer" zu gießen (Michael Schade).

Intern wird man aber deutliche Worte gefunden haben für das Verhalten von Roger Schmidt. Unabhängig jeder Diskussion über richtige und falsche Schiedsrichterentscheidungen gehört sich das einfach nicht. Ein Vorbild für die Öffentlichkeit war der 48-Jährige dabei ebenso wenig wie für seine Spieler, die nun versuchen sollen, die Ereignisse auszublenden, um das Rückspiel in der Europa-League-Zwischenrunde gegen Sporting Lissabon erfolgreich zu gestalten.

Inmitten der Vorbereitung darauf wird heute die Strafe gegen Schmidt erwartet, die ziemlich sicher eine Sperre nach sich ziehen wird. Diese gilt dann zwar nicht für die internationalen Spiele, im schlimmsten Fall aber fehlt der Coach seinem Team gleich in mehreren Bundesligapartien an der Seitenlinie. Der hatte im Nachgang noch einmal beteuert, sich falsch verhalten zu haben und die Strafe akzeptieren zu wollen, so sie denn "im Maße ist". Was der DFB für angemessen erachtet, wird mit Spannung erwartet.

So oder so ist die Strafe nicht förderlich für die Ziele der Leverkusener, die darauf hoffen, dass an Schmidt kein Exempel statuiert wird. Die Mannschaft hatte sich für die Rückrunde viel vorgenommen, wollte angreifen, entscheidend punkten, um die erneute Champions-League-Qualifikation zu schaffen. Nun geht sie ein Stück des Weges womöglich ohne Chefcoach auf der Bank. Dass mit Ömer Toprak und Kevin Kampl überdies zwei Schlüsselspieler mit Muskelfaserrissen ausfallen, macht die Lage auch aus sportlicher Sicht heikel. Sie gleichwertig zu ersetzen, wird kaum möglich sein. Abwehrchef Toprak zeigte sich nach seiner langen Verletzung wieder in überragender Form. Als Ersatz für den schnellen und zweikampfstarken Innenverteidiger kommt neben Kyriakos Papadopoulos und André Ramalho auch Tin Jedvaj in Frage. Der Kroate kennt die Position. Das hieße, dass auf der rechten Abwehrseite dann Roberto Hilbert zum Einsatz kommt.

Die Lücke, die Kevin Kampl reißt, ist ebenfalls groß. Der quirlige und nimmermüde Slowene zählt zu den Dauerläufern der Mannschaft. Mit ihm fehlt nun ein wichtiger Antriebsmotor im Mittelfeld, den es nur schwer zu ersetzen geht - zumal nicht klar ist, wann und ob Kapitän Lars Bender kurzfristig wieder einsatzbereit ist. Sport Seite

Quelle: RP
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