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Bayer Leverkusen
Viertelfinal-Fluch sucht Bayer heim

Bayer - Bremen: Einzelkritik
Bayer - Bremen: Einzelkritik FOTO: afp
Leverkusen. Bayer Leverkusen ist im Viertelfinale des DFB-Pokals ausgeschieden. Die Werkself verlor gegen Werder Bremen trotz Führung mit 1:3 (1:2). Damit muss Bayer weiter auf den ersten Titel seit 1993 warten. Von Patrick Scherer

Mal wieder einen Titel feiern – das ist der große Wunsch von Bayer Leverkusen. Der DFB-Pokal wurde dafür als Ziel Nummer eins auserkoren. Die Meisterschaft und internationale Trophäen sind nach Ansicht der Verantwortlichen quasi unerreichbar. 1993 gewann Leverkusen das einzige Mal den DFB-Pokal und den vorerst letzten Titel. Seither kommt immer etwas dazwischen. Sei es fehlende Einstellung des eigenen Teams wie gegen Kaiserslautern im Viertelfinale 2014, Pech im Elfmeterschießen im Viertelfinale gegen Bayern München 2015 oder ein besserer Gegner. Wie im Endspiel 2009, als es 1:0 durch Mesut Özil für Werder Bremen ausging. Am Dienstag traf Leverkusen erstmals seitdem wieder im Pokal auf die Hanseaten. Und es wurde eine Mischung aus allem. Durch ein 1:3 im Viertelfinale ist der Traum von einer Rückkehr nach Berlin wieder einmal ausgeträumt.

Leverkusens Geschäftsführer Michael Schade sah sich wieder bestätigt. Seine Aussage, dass Leverkusener Fans Spiele unter der Woche aus bisher nicht erörterten Gründen nur bedingt annehmen, hat Bestand. Nur knapp 25.000 Zuschauer, die sich vor Beginn für eine Schweigeminute in Gedenken an die Opfer des Zugunglücks nahe des bayerischen Bad Aibling am Dienstagmorgen erhoben, kamen in die BayArena. Dabei hätte die Begegnung ein ausverkauftes Haus verdient gehabt. Alles, was einen echten Pokalabend an einem verregneten Februarabend ausmacht, wurde geboten.

Wendell sieht Rot, Pizarro trifft vom Punkt FOTO: dpa, jhe hpl

Kießling holt Elfmeter raus, Chicharito verwandelt

Zunächst plätscherte die Begegnung allerdings etwas vor sich hin. Eher zufällig landete der durch Kevin Kampl erkämpfte Ball nach etwas mehr als 20 Minuten bei Stefan Kießling im Strafraum. Bremens Abwehrspieler Alejandro Galvez stellte sich im Zweikampf so plump an, dass Schiedsrichter Wolfgang Stark keine andere Wahl blieb, Elfmeter zu pfeifen. Chicharito verwandelte zur Führung. Es war der Startschuss zu einer unterhaltsamen Pokalpartie.

Werder dachte nicht daran, sich geschlagen zu geben und sorgte vor allem über die Flügel für Gefahr vor dem Leverkusener Tor. Nach einer halben Stunde holte der auffällig spielende Levin Öztunali, der noch bis Saisonende von Bayer 04 an Werder ausgeliehen ist, gegen Wendell und Ömer Toprak einen Freistoß heraus. Diese Standardsituation verteidigten die Hausherren so sorglos, dass erst Fin Bartels und dann Santiago Garcia frei an den Ball kamen – 1:1.

Leverkusen agierte insgesamt zu pomadig. Jonathan Tah vertändelte vier Minuten vor der Pause am eigenen Strafraum den Ball. Eine schnelle Kombination der Bremer führte Fin Bartels frei vor das Tor von Bernd Leno. Wendell grätschte und Schiedsrichter Stark blieb wieder keine andere Wahl als auf Strafstoß zu entscheiden. Da Bartels eine klare Torchance genommen wurde, sah der Linksverteidiger zudem die Rote Karte. Claudio Pizarro brachte Werder in Führung.

Roger Schmidt festigte mit Andre Ramalho und Kyriakos Papadopoulos, der für den verletzten Chicharito kurz nach der Halbzeit kam, zunächst die Defensive. Mit einem Mann weniger wehrte sich Leverkusen im zweiten Durchgang gegen das Aus. Doch den vernünftigen Bemühungen stand stets ein langes Bremer Bein im Weg. Ein Treffer von Florian Grillitsch aus Abseitsposition (82.) entschied die Partie. So feierten am Ende nur die sehr zahlreich angereisten Bremer Fans.

Quelle: RP
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