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Bayer Leverkusen
Bayer scheitert konstant an sich selbst

Bayer - Bremen: Einzelkritik
Bayer - Bremen: Einzelkritik FOTO: afp
Meinung | Leverkusen. Wenn man so will, nahm Rudi Völler Leverkusens Ausscheiden im Pokal-Viertelfinale bereits vorweg. "Wenn bei uns etwas beständig war, dann war es die Unbeständigkeit" – so fasste er den bisherigen Saisonverlauf kürzlich in einem "Spiegel"-Interview zusammen. Von Stefanie Sandmeier

In der Rückschau der 1:3-Heim-Niederlage gegen Werder Bremen wurde noch einmal deutlich, was der Sportdirektor damit meinte. Denn just in dem Moment, als man die Mannschaft nach turbulenten Wochen im November wieder in ruhigerem Fahrwasser glaubte – und das war sie nach zuvor sieben Partien ohne Niederlage und nur einem Gegentor in fünf Ligaspielen zumindest auf dem Papier – ereilte sie der nächste Dämpfer.

Zum wiederholten Mal. Dieses Scheitern beim Versuch, etwas Großes erreichen zu wollen – ist bei der Werkself Programm. So war es zuletzt beispielsweise gegen den FC Barcelona oder gegen Borissow, als das Weiterkommen in der Champions League viel zu leichtfertig verspielt wurde. Genau das macht es auch so schwer zu beantworten, zu was dieses Team wirklich fähig ist.

Qualitativ ist es gut besetzt. Aber es gelingt nicht, Konstanz zu entwickeln, weil gedachte Leistungsträger ihrer Form hinterherlaufen und man den Eindruck nicht los wird, dass sie in ihrer Entwicklung auf der Stelle treten. Die offensive Power des Kaders sollte mit Admir Mehmedi und Julian Brandt in der Breite verstärkt werden. Die kommen aber zuletzt kaum zum Zug. Wer wollte, erkannte bei Brandt reichlich Frust nach seiner späten Einwechslung. Wenn es so ist, dass der Trainer nach Leistung aufstellt, muss die Frage erlaubt sein, warum diese Spieler nicht – oder – nicht mehr gut genug sind?

In der Rückschau bemängelte Roger Schmidt den zeitweise fehlenden Pokal-Modus seiner Profis. Warum aber schaffte es der Coach nicht, allen auf dem Platz im selbst formulierten "Alles-oder-Nichts-Spiel" den unbedingten Willen zu vermitteln? Woran liegt es, dass Bayer seinen Ansprüchen nicht gerecht wird?

Letzteres ist indes nicht erst seit der Ära Roger Schmidt das Problem des Klubs, der dieses anhaftende Vorurteil vom Nicht-Gewinnen-Können, wenn es darauf ankommt, offenbar nicht loswird. Beim Versuch, die Dinge zu erklären, hilft es jedenfalls nicht, nur mit dem Finger auf andere zu zeigen oder sie sich passend zu reden. Denn das könnte auch beim Vorhaben, nicht noch die weiteren Saisonziele zu verfehlen, zum Scheitern führen.

Quelle: RP
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