| 18.41 Uhr

Bayer Leverkusen
Bayer schenkt Korkut Sieg zum Abschied

Einzelkritik: Note 1 für Havertz und Chicharito
Einzelkritik: Note 1 für Havertz und Chicharito FOTO: dpa, soe dna
Die Werkself hat sich in Berlin mit einem Kantersieg in die Sommerpause verabschiedet. Kai Havertz (2), Chicharito, Stefan Kießling, Charles Aránguiz und Joel Pohjanpalo erzielten beim 6:2 (3:0)-Erfolg die Leverkusener Tore. Für Interimscoach Tayfun Korkut, der zum letzten Mal Platz auf der Bayer-Bank genommen hat, war es der erst zweite Sieg im zwölften Spiel. Von Sebastian Bergmann, Berlin

Publikumsliebling Stefan Kießling sagte nach dem Schlusspfiff: "Der neue Trainer hatte es unglaublich schwer. Er hat eine Mannschaft vorgefunden, die leer im Kopf war." Leider habe es gedauert, bis das Team gewisse "Dinge" umgesetzt habe. "Aber wir haben das Ruder herumgerissen", erklärte Kießling, der seine Zukunft bei Bayer 04 weiter offen ließ. "Er hat Vertrag, es liegt an ihm", sagte Korkut zu einem möglichen Verbleib des Routiniers. "Er wird eine gute, richtige Entscheidung treffen."

Während es für die Hauptstädter am 34. Spieltag noch um den Einzug in die Europa League ging, hatte Bayer 04 das Minimalziel Klassenerhalt bereits mit einem 2:2 in der Vorwoche gegen Köln erreicht. Korkut vertraute im Berliner Olympiastadion auf dieselbe Formation wie im rheinischen Derby. Die verletzten Ömer Toprak, Kevin Kampl (beide Sprunggelenk) und Karim Bellarabi (Bauchmuskelzerrung) hatten die Reise nach Berlin gar nicht erst angetreten.

Obwohl für Hertha BSC wesentlich mehr auf dem Spiel stand als für die Gäste vom Rhein, war Bayer 04 von der ersten Minute an die tonangebende Mannschaft. So dauerte es nicht lange, bis die rund 1900 mitgereisten Leverkusener Anhänger erstmals jubeln durften. Chicharito, der von Julian Brandt in Szene gesetzt wurde, erzielte die frühe Führung für den Werksklub (5.). Die Freude über das 1:0 währte beinahe nur sehr kurz. In der 9. Minute vergab Berlins Mitchell Weiser nach einer Faustabwehr von Bayer-Schlussmann Bernd Leno freistehend aus rund elf Metern.

Auffälligster Spieler in der Anfangsphase war aber Nationalspieler Julian Brandt. Nur mit viel Einsatz konnten die Hausherren das 2:0 durch den Blondschopf verhindern (14./22.). Doch auch Berlin blieb im Angriff weiter gefährlich, da Leverkusens Außenverteidiger Benjamin Henrichs und Wendell ihre Rolle gewohnt offensiv interpretierten. Erneut war es Weiser, der nach einer Flanke mit dem Kopf zur Stelle war und fast den Ausgleich erzielt hätte (24.). Bayer spielte – vom Druck des Abstiegskampfs merklich befreit – weiter munter auf. Folgerichtig erhöhte Kai Havertz nach Doppelpass mit Chicharito schon bald auf 2:0 für Bayer 04 (31.). Kurz vor dem Seitenwechsel traf Havertz dann nach toller Vorarbeit durch Brandt erneut – und plötzlich stand es 3:0 aus Bayer-Sicht. Für den Abiturienten war es der erste Doppelpack in der Bundesliga.

Nach der Pause ließ es Bayer 04 dann zunächst ruhiger angehen. Berlin, das beim Gang in die Kabine vom Publikum mit Pfiffen bedacht wurde, mühte sich, den Anschluss herzustellen, scheiterte aber in Person von Vedad Ibisevic an Bernd Leno (55.). Nach Foul an Aránguiz durch Vladimir Darida entschied der Unparteiische Deniz Aytekin dann auf Strafstoß für Leverkusen. Kießling schnappte sich den Ball und verwandelte locker zum 4:0 (64.). Mitchell Weisers Treffer zum 4:1 war nur noch Ergebniskosmetik (71.) – der starke Aránguiz stellte nach Foul am eingewechselten Leon Bailey den alten Vorsprung schnell wieder her (81./Elfmeter). Zwar verkürzte Sami Allagui noch einmal auf 5:2 aus Bayer-Sicht (erneut per Strafstoß), doch Derby-Held Joel Pohjanpalo setzte mit seinem Tor zum 6:2 in der Nachspielzeit den Schlusspunkt unter eine turbulente Partie.

Sportdirektor Rudi Völler und Klubchef Michael Schade werden sich vom Erfolg beim künftigen Europa-League-Teilnehmer Berlin aber nicht blenden lassen dürfen. Für sie geht es nun darum, eine insgesamt verkorkste Saison unterm Bayer-Kreuz genau zu analysieren und entsprechende Konsequenzen zu ziehen. Ihre wichtigste Aufgabe wird sein, einen passenden Trainer zu finden. Das Ziel für die kommende Saison hat der Klub bereits klar kommuniziert: die Rückkehr nach Europa.

(sb)
 
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