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Wochen der Wahrheit für Bayer
Sieben Tage, zwei Derbys, ein Pokalspiel

Heiko Herrlich: Torjäger, Aufstiegstrainer, Leverkusen-Coach
Heiko Herrlich: Torjäger, Aufstiegstrainer, Leverkusen-Coach FOTO: dapd, dapd
Leverkusen. Am Samstag steht in Mönchengladbach ein rheinisches Duell an und sieben Tage später kommt der Erzrivale aus Köln in die BayArena. Dazwischen ist die zweite Runde des DFB-Pokals gegen Union Berlin - eine wegweisende Woche für Bayer 04. Von Dorian Audersch

Dass Rudi Völler immer für einen guten Spruch zu haben ist, gilt als gesicherte Erkenntnis im Profifußball. Am vergangenen Wochenende erweiterte der Sportchef von Bayer 04 seinen jetzt schon äußerst umfangreichen Zitat-Almanach um einen weiteren Eintrag. "Früher haben die Spieler auf den Boden geschaut, wenn der Ball versprungen ist. Das brauchst Du heute nicht mehr zu machen, dafür sind die Plätze zu gut. Dafür sagen sie: Ich hatte den falschen Reisbrei heute Mittag und habe Laktose-Intoleranz", kommentierte er augenzwinkernd unnötige Fehler der Werkself beim 2:2 gegen den VfL Wolfsburg.

Bei der Analyse des bisherigen Saisonverlaufs bleibt Völler vergleichsweise gelassen - obwohl neun Punkte aus acht Partien und Platz zwölf freilich viel zu wenig für die Ambitionen unterm Bayer-Kreuz sind. "Wir hängen ein bisschen im Mittelfeld fest", räumte der 57-Jährige ein. Bange um die Zukunft sei ihm aber keineswegs. Im Gegensatz zur vergangenen "Seuchensaison", die mit Ach und Krach auf Rang zwölf endete, sei das Team intakt, betont Völler. "Man sieht, dass wir gut spielen. Da ist ein Plan, eine Entwicklung bei den Spielern und da funktioniert was." Nur die Punktausbeute sei zu gering. Bis Weihnachten, prognostiziert Völler, gebe es noch viele Spiele, mit denen sich das Team wieder tabellarisch oben heranarbeiten könne.

Die kommenden beiden Partien in der Liga haben es allerdings in sich: Innerhalb von sieben Tagen gastiert die Werkself morgen in Mönchengladbach und empfängt am 28. Oktober den 1. FC Köln (beide 15.30 Uhr). Die rheinische Derby-Woche wird durch die zweite Runde des DFB-Pokals gegen Union Berlin am Dienstagabend (18.30 Uhr) unterbrochen. "Wir müssen sehen, dass wir in den nächsten Spielen mehr punkten", gibt Völler die Zielrichtung vor. Die anstehende Englische Woche ist wegweisend für Bayer 04.

Die Auswärtstabelle ist nur bedingt mutmachend. Lediglich einen Zähler konnte Leverkusen bislang in der Fremde gewinnen. Die Borussia hat sich in den vergangenen Wochen bis auf Platz fünf hochgerobbt. Nach dem 1:6-Debakel in Dortmund am 6. Spieltag zeigt sich Dieter Heckings Elf wieder gefestigter. Für Bayers Coach Heiko Herrlich ist es morgen an alter Wirkungsstätte die Chance, den Anschluss an das obere Tabellendrittel herzustellen - oder das Risiko, es aus den Augen zu verlieren.

Von 1993 bis 1995 schnürte Herrlich von Bayer 04 kommend für die Borussia seine Fußballschuhe, ehe er nach Dortmund wechselte - ein damals hochumstrittener Transfer. Böses Blut gebe es keins mehr, sagt der Trainer: "Ich komme gerne nach Mönchengladbach. Ich glaube, viele Leute freuen sich, wenn sie mich wiedersehen und ich freue mich, wenn ich den einen oder anderen wiedersehe." Zudem sei er als Coach des VfL Bochum bereits in Borussia-Park zu Gast gewesen - und habe einen 2:1-Sieg mitgenommen. Das ist allerdings knapp acht Jahre her.

Quelle: RP
 
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