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Bayer Leverkusen
S.O.S. in Sinsheim

Hoffenheim - Leverkusen: Einzelkritik
Hoffenheim - Leverkusen: Einzelkritik FOTO: dpa, tfr nic
Sinsheim. Unter Tayfun Korkut hat Bayer 04 die Vielzahl der Gegentore zwar zurückschrauben können, doch dafür hapert es nun im Angriff. Das wurde bei der Pleite in der Arena in Sinsheim deutlich. Von Sebastian Bergmann

Es lief die 23. Minute, als Kevin Kampl sich ein Herz fasste und zum Sololauf ansetzte. Der slowenische Nationalspieler schnappte sich den Ball in Höhe des Sechzehners, zog nach innen und ließ auf seinem Weg in Richtung von TSG-Schlussmann Oliver Baumann gleich mehrere Hoffenheimer Verteidiger stehen. Nach einem Übersteiger probierte es Kampl schließlich selbst. Sein noch abgefälschter Schuss senkte sich wie in Zeitlupe in Richtung des Hoffenheimers Tores - nur, um in letzter Sekunde noch durch den nach hinten stürzenden Baumann von der Linie gekratzt zu werden.

Die Szene war sinnbildlich für das gegen Hoffenheim fehlende Fortune der Leverkusener im Abschluss. Wie schon bei der Nullnummer in Madrid, schafften es weder Kampl noch Karim Bellarabi (22./39.) oder der für Chicharito in die Startelf beförderte Admir Mehmedi (13.) ihr Team in Front zu bringen. "Wir hatten in der ersten Halbzeit sehr gute Möglichkeiten", sagte Kevin Volland nach dem 0:1 in Hoffenheim. Der Angreifer war gegen seinen Ex-Klub selbst redlich bemüht, schaffte es aber auch nicht, das Abwehrbollwerk um Niklas Süle zu knacken. Volland vermisste schließlich "die letzte Konsequenz" sowie das "Quäntchen Glück", das es braucht, um ein Tor zu erzielen.

Kaum scheint Trainer Tayfun Korkut eine (Defensiv-)Baustelle halbwegs geschlossen zu haben, tut sich an anderer Stelle gleich die nächste auf. In nun drei Partien unter der Führung des Schmidt-Nachfolgers präsentierte sich die Werkself in der Abwehr wieder stabiler, im Spiel nach vorne kontrollierter. Einem Treffer (gegen Bremen) stehen nach 270 Minuten erst zwei Gegentore gegenüber - für Bayer-Verhältnisse eine deutliche Steigerung. In den letzten drei Partien unter dem ehemaligen Coach Schmidt kassiertedie Werkself allein zwölf Gegentreffer, erzielte dafür aber auch immerhin vier. Jetzt sendet der Bayer-Sturm Notsignale.

Auch Schlussmann Bernd Leno trauerte den verpassten Tormöglichkeiten nach. "Es war definitiv mehr drin", sagte der 25-Jährige nach dem Schlusspfiff und forderte: "Wir müssen uns das Glück erarbeiten." Herumzujammern bringe nichts, erklärte der trotz des Gegentreffers wohl beste Leverkusener. "Wir müssen weiter hart arbeiten. Der Kopf wird nur durch harte Arbeit und Siege frei."

Während Leno in den kommenden Tagen nicht am Bayer-Training teilnehmen kann - er wurde wie Teamkollege Julian Brandt zur Nationalmannschaft berufen - hat Volland genügend Zeit, um in Leverkusen an seinem Abschluss zu arbeiten. Joachim Löw verzichtete auf eine Nominierung des Angreifers. "Das Wichtigste ist, dass wir uns jetzt auf uns konzentrieren", sagte der Sommerzugang, dem in seiner ersten Bundesliga-Saison für Bayer 04 bislang drei Treffer gelangen. Er weiß: "Wir brauchen schnellstmöglich ein Erfolgserlebnis." Durch weitere Tore könnte er seinen Teil dazu beitragen.

Quelle: RP
 
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