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Bayer Leverkusen
Nach Beleidigung: Stadionverbote für zwei identifizierte Bayer-Fans

Fans von Bayer04 zünden Bengalos vor DFB-Pokalspiel gegen Viktoria Köln
Leverkusen. Das Derby gegen den 1. FC Köln wirft für die Fans, vor allem aber für den Verein Bayer 04, bereits seit Tagen seinen Schatten voraus. Ein paar unverbesserlichen Anhängern der Bayer-Ultras ist es zu verdanken, dass vor dem Duell der rheinischen Nachbarclubs wieder über das Thema Sicherheit diskutiert wird.

Die Bayer 04-Fans sorgten mit ihren Aktionen vor und während des Pokalspiels bei Viktoria Köln am vergangenen Mittwoch - vornehmlich aber mit einem Banner ("Jeder Kölner ist ein Hurensohn") - für schlechte Stimmung. Und in letzter Konsequenz für große Verärgerung bei Bayer 04. Geschäftsführer Michael Schade kritisierte das Verhalten der Ultras scharf und kündigte an, alles zu tun, um die Täter zu ermitteln. Offenbar mit Erfolg. Wie der Verein bestätigte, konnten nach Sichtung der Video- und Fernsehbilder zwei Verantwortliche identifiziert werden. Beiden droht ein bundesweites Stadionverbot, das inzwischen formal auf den Weg gebracht wurde und den Personen zugestellt werden soll. Einem dritten Fan, der Pyrotechnik zündete, droht dasselbe.

Welche Strafen auf den Werksklub zukommen, deren Höhe der Deutsche Fußballbund festlegt, ist noch unklar. Der Verein behält sich aber vor, die zu erwartende Strafe nach Möglichkeit an die Täter weiterzugeben. Immerhin handele es sich um eine beleidigende Meinungsäußerung, die man nicht akzeptieren werde. Schade kündigte an, "dass wir das Geld aus den Mitteln für die Fans nehmen". Das würde beispielsweise einen "Samba-Express" zum Auswärtsspiel betreffen, den der Club bezuschussen möchte. Die Kosten für die Strafe durch den DFB will Bayer 04 dann von diesem Fan-Budget abziehen.

Einzelkritik: Note 1 für Bellarabi FOTO: dpa, mb

Schade hofft mit Blick auf das Derby, "dass sich die Kölner Fans von solch einem dummen Verhalten nicht provozieren lassen". Zumal es am Wochenende zu weiteren Provokationen kam. Vor dem FC-Stadion wurden Flyer verteilt. Auf den Flugblättern prangte der gleiche beleidigende Spruch wie auf dem Banner sowie das Kölner Stadtwappen im Fadenkreuz.

Beide Vereine stehen in Kontakt, sie bemühen sich, dem Spiel wieder zu etwas mehr Normalität zu verhelfen. Immerhin konnte im Austausch mit der Polizei erwirkt werden, dass die Partie nicht mehr als sogenanntes Risikospiel eingestuft wird. Dadurch gibt es beispielsweise keine Karten-Beschränkungen mehr für Gäste-Fans. Schade sieht dieses Entgegenkommen als "Vertrauensvorschuss, der durch die dumme Aktion im Pokal in Frage gestellt wird". Seitdem wächst die Sorge, dass sich die Stimmung in den Fan-Lagern vor der Partie am Samstag unnötig aufheizen könnte. Schade appelliert an die Vernunft.

Nottbeck bei Kießling-Tor von herrenloser Roter Karte abgelenkt FOTO: dpa, mb
(sand)
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