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Bayer Leverkusen
Kießling abzugeben, wäre fahrlässig

Bayer 04 Leverkusen: Stefan Kießling abzugeben, wäre fahrlässig
Stefan Kießling war gegen Gladbach an vier Toren beteiligt. FOTO: ap
Meinung | Leverkusen. Am Sonntag trafen sich Spieler, Trainer und Verantwortliche von Bayer 04 Leverkusen zum Weihnachtsessen. Der Zeitpunkt hätte nicht besser gewählt sein können. Das 5:0 gegen Mönchengladbach war der erste Sieg seit fünf Spielen. Noch dazu einer mit Aussagekraft: Gegen einen direkten Konkurrenten in dieser Höhe zu gewinnen, das hätten der kriselnden Werkself nicht viele zugetraut.  Von Stefanie Sandmeier

Die sendete als Botschaft: Wir haben sehr wohl die Qualität, Top-Teams zu schlagen. Was gegen die Mannschaften von Platz eins bis vier nicht gelang, holte Bayer 04 im letzten Heimspiel nach und nahm Roger Schmidt damit etwas aus der Schusslinie.

Allen voran Stefan Kießling mit seinen vier Torbeteiligungen. Ausgerechnet der Mann, der in dieser Hinrunde angesichts von überschaubaren sieben Bundesligaspielen über 90 Minuten beim Trainer etwas aufs Abstellgleis geraten war. Für jemanden wie ihn, jahrelang Stürmer Nummer eins im Bayer-Dress, ist das eine neue Situation, plötzlich nicht mehr uneingeschränkt das Vertrauen zu spüren. Damit einer wie Kießling, der stets betonte, wie wohl er sich mit seiner Familie im Verein und seinem Umfeld fühlt, ernsthaft über einen Wechsel nachdenkt, lässt aufhorchen, dass da womöglich noch mehr im Argen liegt. Wie sehr ihn diese Situation belastet, ließ der 31-Jährige erkennen, der signalisierte, sich mit seiner Reservistenrolle nicht zufrieden geben zu wollen. Es herrscht Gesprächsbedarf an der BayArena - weil da ein Profi mit Abschied droht, der sich verdient gemacht hat. Einer mit Charisma, grundehrlich, loyal und gerade in schwierigen Zeiten ein Bindeglied zwischen Mannschaft und Fans - ein Gesicht des Vereins. Ihn ziehen zu lassen, wäre fahrlässig.

Bayer-Fans feiern Kießling FOTO: dpa, bt tmk

Nun betonte die Führungsriege bereits unisono, Kießling halten zu wollen - die unabhängig von der Person Kießling weiß, dass es ein hohes Risiko wäre, in der Rückrunde keine Alternative zu Chicharito zu haben. Zumal es erfahrungsgemäß im Winter schwerer ist, adäquaten Ersatz zu finden. Bayer 04 wird auch deshalb alles versuchen (müssen), den Stürmer zu halten, der - so wirkt es - einfach wieder etwas mehr Wertschätzung erfahren möchte. Nun liegt der Ball beim Verein, einen verdienten Spieler wie Kießling nicht einfach ziehen zu lassen. 

Quelle: RP
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