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Bayer Leverkusen
Stefan Kießlings Weg der kleinen Schritte

Fotos: Stefan Kießling – Franke, Torschützenkönig, verhinderter Nationalspieler
Fotos: Stefan Kießling – Franke, Torschützenkönig, verhinderter Nationalspieler FOTO: dpa, hei fux
Leverkusen. Leverkusens Stürmer hat zum ersten Mal seit Wochen wieder ein komplettes Mannschaftstraining schmerzfrei absolviert. Die Hoffnung wächst täglich, nach der Länderspielpause wieder dabei zu sein. Von Stefanie Sandmeier

Ein aufgeschürftes Schienbein - eigentlich nicht der Rede wert. Für den Kämpfer Stefan Kießling schon gar nicht, der "so etwas normalerweise jeden Tag" hat, wie er lächelnd entgegnet. Aber für den Stürmer von Bayer 04 ist im Moment eben nichts normal.

Seine Hüftprobleme und die Sorge um seine sportliche Zukunft haben im Fußballer-Leben des 32-Jährigen einiges verändert. Die Schmerzen waren zeitweise so schlimm, dass er weder gut sitzen, noch optimal laufen konnte. Trainieren schon gar nicht. Im Trainingslager in Österreich stand er nicht ein einziges Mal mit der Mannschaft auf dem Platz.

Gestern hat Kießling auch dieses Etappenziel erreicht. Zum ersten Mal seit dem Beginn der Vorbereitung absolvierte der Offensivmann ein komplettes Mannschaftstraining ohne Schmerzen. "Es fühlt sich gut an", sagt Kießling und fügt scherzend hinzu: "Mal sehen, wie es am Nachmittag ist."

Bis jetzt alles nach Plan

Tatsächlich, erklärt der 32-Jährige, warte er nach jeder Einheit gespannt darauf, wie sein Körper reagiert. Kommen die Schmerzen wieder? War die Belastung womöglich zu groß? "Bis jetzt läuft alles nach Plan." Der Bewegungsapparat hat den ersten Zweikämpfen und ersten Kopfballduellen standgehalten.

Kießling hat gelernt, in sich hineinzuhören, geduldig zu sein. "Alles andere bringt sowieso nichts", entgegnet er. Bei einem Hüftspezialisten holte er sich Ende Juli eine Spritze ab. Danach gönnte der Stürmer dem Gelenk Ruhe.

Langsam tastete er sich wieder an den Sport heran. Anfangs standen Schwimmen und Radfahren auf dem Programm. Dann erste Übungen mit dem Ball. Stück für Stück wurde die Belastung gesteigert.

Dass er nun auch auf dem Trainingsplatz wieder Teil des Teams ist, motiviert Stefan Kießling nur noch mehr, dem die Gedanken an ein womöglich vorzeitiges Karriereende zusetzten. Aber jeder weitere Tag ohne ein schmerzendes Signal der Hüfte ist ein kleiner Schritt auf dem Weg zurück auf den Platz.

Wann es soweit ist, vermag Kießling nicht zu sagen. Den Bundesligaauftakt in Mönchengladbach wird er verpassen. Dann kommt die Länderspielpause. "Natürlich ist es mein Ziel, danach wieder zu spielen. Aber ich mache mir keinen Druck und werde mir keinen fixen Termin setzen", erklärt der Stürmer, den Roger Schmidt hinter Lars Bender und Ömer Toprak zum dritten Kapitän ernannt hat. "Ich bin erstmal froh, überhaupt wieder mit der Mannschaft trainieren zu können. Ich mache einen Schritt nach dem anderen. Es werden immer auch Tage dabei sein, an denen ich sage: Heute mache ich weniger oder nehme mich ganz raus."

Sein Team sieht er für den Ligastart gerüstet. Den schwachen Auftritt beim 2:1 gegen Oberligist Hauenstein solle man nicht überbewerten. "Pokalspiele sind immer eigen. Entscheidend ist, was in den nächsten Wochen passiert. Da zählen keine Ausreden. Da zählt nur, was wir auf dem Rasen abliefern. Unser Kader und die Gemeinschaft sind super, aber wir müssen das auf dem Platz umsetzen", fordert "Kies".

Borussia Mönchengladbach wird ein erster Gradmesser sein. Kießling, auf dessen Kopfball- und Zweikampfqualitäten Bayer 04 erst einmal verzichten muss, wird am Samstag von der Tribüne aus Unterstützung leisten. Seit gestern ist die Hoffnung, selbst wieder spielen zu können, weiter gewachsen.

Quelle: RP
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