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Bayer Leverkusen
Kießling hat Lust auf den Pokal

Fotos: Stefan Kießling – Franke, Torschützenkönig, verhinderter Nationalspieler
Fotos: Stefan Kießling – Franke, Torschützenkönig, verhinderter Nationalspieler FOTO: dpa, hei fux
Leverkusen. Der Stürmer ist seit 2006 bei Bayer 04 - und gehörte zum Team, das 2009 zum letzten Mal im DFB-Pokal auf Werder Bremen traf. Das war im Finale - Leverkusen unterlag 0:1. Heute soll es besser laufen. Kießling hegt nochmal den Traum von Berlin. Von Stefanie Sandmeier

In der Vorbereitung auf diese Rückserie hat Stefan Kießling (natürlich) trainiert - aber er hat nach der für ihn so schwierigen Hinrunde auch Dinge aufgearbeitet, Bilanz gezogen, seine sportliche Zukunft sortiert. Der 32-Jährige spielt inzwischen im zehnten Jahr unterm Bayer-Kreuz. Im Sommer 2006 kam er aus Nürnberg nach Leverkusen und hat mit der Werkself seitdem viel erlebt: 2011 war er Deutscher Vize-Meister mit Bayer 04. Er war Bundesliga-Torschützenkönig 2013, als Nationalspieler Dritter bei der Weltmeisterschaft 2010, und er gehörte zur letzten Leverkusener Mannschaft, die in einem Finale stand.

Knapp sieben Jahre ist das her. Bayer 04 traf seinerzeit 2009 im Endspiel des DFB-Pokals auf Werder Bremen. Für Kießling in der Rückschau noch immer ein "wahnsinnig tolles Erlebnis" - auch wenn es letztlich eher traurig endete. Der Traum vom Triumph platzte, die Leverkusener unterlagen 0:1. Seither begleitet sie stets eine gewisse Sehnsucht nach einem Titel. In einer ruhigen halben Stunde während des Trainingslager-Aufenthaltes in Orlando hat Stefan Kießling auch darüber gesprochen. "Berlin, und so ein Finale zu spielen, das ist großartig, einzigartig, und das will man als Fußballer erreichen. Wer das einmal mitgemacht hat, der hofft natürlich darauf, das nochmal zu erleben."

Wenn möglich aber mit einem Happy-End. "Ein Pokalsieg im Herbst meiner Karriere wäre ein Riesentraum", sagte "Kies".

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Doch so weit ist es noch nicht. Auch Kießling weiß, wie viel Arbeit seine Mannschaft bis dahin noch vor sich hat. Heute Abend (19 Uhr, BayArena) muss erst einmal das Viertelfinale erfolgreich bewältigt werden. Wieder heißt der Gegner Bremen, gegen den die Werkself bisher keine guten Pokal-Erinnerungen hat. Alle fünf Begegnungen gingen verloren. Aber Kießling sagt auch: "Wir haben ein Heimspiel, das wird eine Herausforderung und sicher ein Kampfspiel. Aber wir können gewinnen, wenn wir unser Leistungsvermögen abrufen."

Das jüngste 0:0 gegen Bayern München soll der Mannschaft Rückenwind geben, um zum dann achten Mal ins Halbfinale einzuziehen. "Wir haben den Titelgewinn im Pokal vor Augen. Das motiviert mich und die Mannschaft", meinte Schmidt. "Wir werden mit Leidenschaft und allem, was dazugehört, ins Spiel gehen." Die Bedeutung dieses Wettbewerbs für Bayer 04 als größtmögliche und realistischste Chance, einen Titel zu gewinnen, hob auch Geschäftsführer Michael Schade hervor. "Dieses Spiel ist für uns extrem wichtig. Wir haben schon vor der Saison gesagt, dass wir dem Pokal einen hohen Stellenwert beimessen. In der Liga kannst du den Titel bei der Bayern-Dominanz nicht holen", sagte der 63-Jährige, "aber wenn du im Pokal durch zwei Siege das Endspiel erreichen kannst, sollte man das Ziel in Angriff nehmen." Bayers letzter Titelgewinn ist 23 Jahre her. Besonderen Druck spüre er nicht, sagte Roger Schmidt, der angesichts der hohen Ziele wohl kaum Spieler schonen wird. "Im Pokal kannst du nichts mehr korrigieren, da heißt es weiterkommen oder weg vom Fenster sein. Entsprechend werden wir dieses Alles-oder-Nichts-Spiel angehen", kündigte der 48-Jährige an. Für die Bremer geht es darum, sich nach dem 1:5 in der Bundesliga in Mönchengladbach zu rehabilitieren. "Wir müssen uns nicht in die Hose machen, weil wir bislang eine gute Pokalrunde gespielt und zwei Bundesligisten ausgeschaltet haben", gab sich Manager Thomas Eichin kämpferisch.

Auf dem Weg ins Viertelfinale setzten sich die Bremer unter anderem gegen den 1. FC Köln und Gladbach durch. "Wir freuen uns auf das Spiel, um mal aus dem stressigen Bundesliga-Alltag mit Abstiegskampf herauszukommen."

Quelle: RP
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