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Analyse zu Bayer Leverkusens Rückrundenstart
Mutig, aber nicht mutig genug

Bailey dribbelstark - Bellarabi defensiv mit Schwächen
Bailey dribbelstark - Bellarabi defensiv mit Schwächen FOTO: afp
Leverkusen. Beim 1:3 am Freitagabend gegen den Rekordmeister hat Bayer-Trainer Heiko Herrlich mit seiner offensiven Aufstellung überrascht. Dass am Ende keine Zähler für die Werkself heraussprangen, lag nicht nur an der unbestrittenen Qualität der Gäste aus München. Von Sebastian Bergmann

Leverkusens Abwehrchef Sven Bender monierte: "Wir waren nicht mutig genug." Mit der Empfehlung von 14 Pflichtspielen ohne Niederlage in Serie startete Bayer 04 selbstbewusst in die zweite Saisonhälfte und setzte das Starensemble aus dem Süden der Republik früh unter Druck.

Gleich fünf Angreifer hatte Herrlich in die Startformation befördert und verzichtete im Gegensatz zu vieler seiner Berufskollegen auf eine Mauertaktik gegen den enteilten Tabellenführer. In der ersten halben Stunde schien der Plan aufzugehen. Beinahe hätte Dominik Kohr die Heimmannschaft in Führung geköpft (17.). Doch mit dem 0:1 durch Javi Martinez, der nach einer Ecke aus kurzer Distanz das Tor traf, kam ein Bruch ins Spiel der Leverkusener. Die Bayern wirkten fortan souveräner und erhöhten durch Franck Ribéry (59.) auf 2:0.

James zirkelt den Ball ohne Anlauf in den Winkel FOTO: rtr, tj

Bayer gelang durch den zehnten Saisontreffer von Kevin Volland (70.) zwar noch der Anschluss, doch das sehenswerte Freistoßtor von Madrid-Leihgabe James Rodriguez in der Nachspielzeit bedeutete das endgültige Aus aller Hoffnungen für die Heimmannschaft. Die Niederlage mag für die zuletzt so erfolgreiche Werkself zwar ein kleiner Rückschlag im Kampf um die internationalen Plätze sein, doch hat sie auch gezeigt, dass das Team mit der Liga-Spitze durchaus mithalten kann. Innenverteidiger Sven Bender, der sich seit seinem Wechsel unters Bayer-Kreuz vergangenen Sommer zu einem der wichtigsten Spieler der Leverkusener entwickelt hat, sah sich an das erste Aufeinandertreffen beider Teams im August erinnert. Damals unterlag Bayer 04 ebenfalls mit 1:3.

"Es war ähnlich wie im Hinspiel", sagte Bender. "In der ersten Halbzeit waren wir mit dem Ball nicht mutig genug. Gegen den Ball haben wir alles versucht, haben hoch gestanden und es ihnen nicht einfach gemacht." Beim 0:1 - das wie am 1. Spieltag erneut nach einer Standardsituation fiel - sei die komplette Mannschaft "nicht konzentriert genug" gewesen, kritisierte der 28-Jährige. Bei Ribérys Treffer zum 2:0 für den FCB sei zudem in der Leverkusener Defensive "gefühlt alles offen" gewesen. Bender: "Danach sind wir aufgewacht, erzielen den Anschlusstreffer und haben noch einige weitere gute Möglichkeiten." Die Kaltschnäuzigkeit und der direkte Weg zum Tor hätten allerdings gefehlt, sagte Bender.

Bayer - Bayern: Bilder des Spiels FOTO: rtr, tj

Einen Vorwurf wollte der jüngere Zwillingsbruder von Kapitän Lars Bender aber keinem seiner Mitspieler machen: "Ich will nicht sagen, dass wir gar nicht mutig waren, aber es war zu wenig." Zudem hob er noch einmal die Qualität des Gegners hervor. "Die Bayern sind - was die Ergebnisse betrifft - gnadenlos. Sie holen die Punkte, egal wo sie spielen. Das müssen wir respektieren, auch wenn ich das nur sehr ungerne mache."

Am kommenden Samstag sind Sven Bender und die Werkself bei der TSG Hoffenheim zu Gast. Das Ziel ist klar: "Wir hoffen, dass wir wieder eine neue Serie starten."

Wagner sitzt in Leverkusen zunächst nur auf der Bank FOTO: rtr, tj
 
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