| 11.48 Uhr

Bayer Leverkusen
Fußball-Wahnsinn in Leverkusen

Einzelkritik: Kampl bester Leverkusener - Kramer enttäuscht
Einzelkritik: Kampl bester Leverkusener - Kramer enttäuscht FOTO: dpa, fg
Leverkusen. Was für ein Spiel: Bayer Leverkusen und der AS Rom haben sich im dritten Gruppenspiel der Champions League 4:4 (2:2) getrennt. Dabei erlebten die Fans ein Wechselbad der Gefühle: Erst führten die Hausherren schnell mit 2:0, dann drehten die Römer das Spiel und erzielten vier Treffer in Folge. Durch einen späten Doppelschlag kam Bayer dann doch noch zu einem Punktgewinn. Von Stefanie Sandmeier

In Leverkusen wurde zuletzt viel über das Toreschießen gesprochen. Trainer Roger Schmidt selbst hatte angesichts von nur acht Treffern in neun Bundesligaspielen von einem "kleinen Problem" gesprochen. Der 48-Jährige hoffte daher, dass mit einer entsprechenden Leistung in der Champions League gegen den AS Rom der Knoten platzen könne. Immerhin hatte die Werkself auf internationaler Ebene in dieser Spielzeit durchaus bewiesen, dass sie Tore schießen kann. Dort hatte sie – inklusive der Qualifikation – bisher ebenso acht Treffer erzielt, allerdings in nur vier Partien. Dass Bayer 04 das dritten Gruppenspiel in der Champions League trotz einer frühen 2:0-Führung gegen den AS Rom nicht über ein 4:4 (2:2) hinaus kam, lag dieses Mal aber nicht an fehlenden Treffern, sondern an einer schwachen Defensivleistung, die sich ein besseres Ergebnis zunichte machte.

Das Prunkstück patzt

Die Prunkstücke in Leverkusens Spiel der vergangenen Wochen, eine kompakte Vierer-Abwehrreihe mit zwei zentralen Mittelfeldspielern in Topform, zählten zu den Schwachstellen, die auch in Führung liegend nie Ruhe in ihrem Spiel fanden. Nach den Treffern von Javier "Chicharito" Hernandez waren es zweimal Kapitän Daniele de Rossi, Miralem Pjanic und der eingewechselte Iago Falgué, die Bayer 04 zwischenzeitlich auf die Verliererstraße brachten, das durch späte Treffer von Kevin Kampl und Admir Mehmedi aber noch einmal zurückkam. Damit verpasste es Bayer, gegen den wohl ärgsten Konkurrenten um Platz zwei hinter dem FC Barcelona einen wichtigen Schritt in Richtung Achtelfinale zu machen. Das Unentschieden hilft letztlich keinem der beiden Teams richtig weiter.

Dabei ging es vielversprechend los in der BayArena. Praktisch mit dem ersten gefährlichen Vorstoß erzielte die Werkself die Führung. Hakan Calhanoglus Flankenversuch hatte den Arm von Vasilios Torosidis touchiert, was Schiedsrichter Viktor Kassai nach kurzem Zögern als unerlaubtes Handspiel bewertete. Bayers mexikanischer Stürmerstar zögerte nicht lange und verwandelte den Handelfmeter sicher zum 1:0 nach nur vier Minuten. Spätestens nach dem 2:0 von "Chicharito", den Calhanoglu gekonnt an vier Römern vorbei im freien Raum bediente, durfte man von jenen erfolgreichen Fußballabend glauben, den sich Roger Schmidt gewünscht hatte.

Probleme bei Diagonalbällen

Für die nötige Ruhe sorgte dieser Vorsprung allerdings nicht, weil die flinken Römer um ihren vordersten Angreifer Gervinho mit schnellen Vorstößen und gefährlichen Diagonalbällen immer wieder für reichlich Verwirrung in Leverkusens Hintermannschaft sorgten. Die zuletzt so stabile Defensivreihe mit Tah und Papadopoulos in der Innenverteidigung hatte allerhand zu tun, davor schafften es in Abwesenheit vom verletzten Kapitän Lars Bender auch die zentralen Mittelfeldspieler Christoph Kramer und Ömer Toprak nicht, die Angriffe der Gäste vom eigenen Tor wegzuhalten. Passend zum zerfahrenen Spiel der Leverkusener fiel das 1:2 durch eigenes Zutun. Keeper Bernd Leno faustete einen Schuss im Strafraum in die Luft, der Ball landete bei Kostas Manolas, der ungestört Daniele de Rossi bediente, der in der 30. Minute auf 1:2 verkürzte. Acht Minuten später lag der Ball erneut im Netz, weil Kramer ein dummes Foul an der Strafraumgrenze beging und Roms Kapitän nach einem Freistoß von Pjanic sträflich vernachlässigt zum 2:2 traf.

Mit dem 3:2 direkt nach der Pause nahm die Partie dann eine nicht erwartete Wendung. Wieder unterlief Kramer das entscheidende Foul, Pjanics direkter Freistoß landete unhaltbar im Tor. Rom hatte längst das Kommando übernommen als es eine Viertelstunde vor Schluss durch den eingewechselten Falgué zum 4:2 traf. Bayer schien geschlagen, beendete ein verrücktes Fußballspiel aber dennoch nicht als Verlierer. Angefeuert von den eigenen Fans verkürzte fünf Minuten vor dem Ende der wieder genesene Kampl mit einen satten Schuss ins linke obere Eck. Kurz vor Schluss traf der eingewechselte Mehmedi zum 4:4 in einem denkwürdigen Spiel, in dem es am Ende niemanden mehr auf den Stühlen hielt.

Quelle: RP
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