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Bayer Leverkusens Dauerbrenner
Wendell - der eine, der immer spielt

Porträt: Wendell: brasilianischer Linksverteidiger
Porträt: Wendell: brasilianischer Linksverteidiger FOTO: afp, PST/bb
Leverkusen. Mit seinem sicher verwandelten Elfmeter besiegelte der brasilianische Linksverteidiger den Sieg gegen Mainz. Seit seinem Wechsel zu Bayer 04 ist er in der Startelf gesetzt. Daran ändert auch seine bisweilen hitzköpfig wirkende Kartenstatistik nichts. Von Dorian Audersch

Als sich Wendell in der 68. Minute den Ball schnappte und zum Punkt schritt, dürfte ihm klar gewesen sein, dass sein Elfmeter das Spiel entscheiden kann. Leon Bailey hatte kurz nach der Halbzeit mit einem Traumtor bereits das 1:0 gegen den FSV Mainz erzielt - und der berechtigte Strafstoß nach einem Foul von Giulio Donati an Lucas Alario im Strafraum hatte das Potenzial, den fünften Heimsieg der Saison fix zu machen. Gesagt, getan: Wendell schoss den Ball ebenso präzise wie souverän ins rechte Eck. Der Mainzer Schlussmann Robin Zentner ahnte zwar die Ecke, konnte gegen die brasilianische Maßarbeit aber nichts mehr ausrichten.

Die Sicherheit beim Elfmeter erklärte der Linksverteidiger vor allem mit gezieltem Training. "Ich übe immer viel mit Bernd Leno, Ramazan Özcan und Niklas Lomb", sagte er nach der Partie gegen den FSV. Elfmeter seien immer schwer zu verwandeln, aber mit Training und Konzentration funktioniere es ganz gut. "Ich bin sehr glücklich über den Sieg. Die Mannschaft hat über 90 Minuten gut gearbeitet." Daher seien die drei Punkte auch verdient.

Es war das fünfte Bundesliga-Tor des Brasilianers, der 2014 unters Bayer-Kreuz wechselte und seitdem eine der großen Konstanten der Werkself ist. Auf insgesamt 102 Liga-Einsätze kommt Wendell seitdem, die meisten bestritt er als Teil der Startformation. Wenn er nicht in der ersten Elf ist, hat das zumeist regeltechnische Gründe: Mit 30 Gelben, zwei Gelb-Roten und einer Roten Karte gilt der 24-Jährige als vergleichsweise ungestümer Spieler. Allein in dieser Saison verpasste er vier Partien, weil er bereits fünf Gelbe Karten sah und nach seinem groben Foul gegen Dortmunds Gonzalo Castro in der Hinrunde glatt Rot. Verletzungen sind bei dem Brasilianer indes die Ausnahme. Seit seinem Wechsel vor vier Jahren nach Deutschland verpasste er nur drei Partien aufgrund von Blessuren.

Wendell ist bei Bayer 04 gesetzt - egal, ob sein Trainer Roger Schmidt, Tayfun Korkut oder Heiko Herrlich heißt. Dabei gibt es durchaus Alternativen im Kader. Panagiotis Retsos könnte den linken Part in Dreier- oder Viererkette ebenso geben, wie Benjamin Henrichs.

Mainz habe der Werkself das Leben vor allem in der ersten Halbzeit schwergemacht, sagte der Brasilianer in der Nachbetrachtung. Bayer hätte zwar mehr Ballbesitz und einige gute Chancen gehabt, aber für Zählbares sei Geduld gefragt gewesen. "Der Trainer hat uns in der Halbzeit gesagt, dass wir einfach so weiter spielen sollen und dann haben wir zum Glück fünf Minuten nach der Pause das 1:0 gemacht."

Danach mussten die Gäste ihr bis dahin solides Mauerwerk einreißen und Leverkusen kam zu weiteren Chancen. Eine davon unterband Donati regelwidrig - mit den bekannten Folgen. "Wir stehen jetzt auf dem zweiten Platz, aber wir müssen einfach normal weiterarbeiten", sagte der 24-Jährige. Aber auch er hat ein konkretes Ziel für die kommende Saison: die Champions League. Bis dahin sei es aber noch ein weiter Weg.

Dieser setzt sich am Samstag beim SC Freiburg (15.30 Uhr) fort - wahrscheinlich dann auch mit Julian Baumgartlinger und Lars Bender, deren Oberschenkelblessuren sich als weniger schlimm als zunächst befürchtet herausgestellt haben.

Quelle: RP
 
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