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Bayer Leverkusen
"Wir werden wieder eine Top-Saison spielen"

Porträt: Das ist Karim Bellarabi
Porträt: Das ist Karim Bellarabi FOTO: Uwe Miserius
Leverkusen. Es war kein leichter Sommer für Karim Bellarabi. Die Nichtnominierung für die EM war erst enttäuschend - und ist jetzt motivierend. Von Stefanie B.-Sandmeier Berichtet Aus Dem Trainingslager In Zell Am See

Für Karim Bellarabi war es ein ruhiger Sommer - unerwartet und ungewollt ruhig. Eigentlich wollte der 26-Jährige bei der EM in Frankreich mit der Auswahl des DFB um den Titel kämpfen und hatte sich schon auf diese Aufgabe vorbereitet. Doch es kam anders. Er wurde aus dem vorläufigen Kader gestrichen und nicht für den endgültigen Kader berufen. Es war für manch einen - und auch für Bellarabi - eine überraschende Entscheidung von Bundestrainer Joachim Löw. Der Offensivmann war rechtzeitig zum Ende der vergangenen Saison eigentlich in guter Form.

"Ich habe mir den Sommer natürlich anders vorgestellt und auch anders geplant", sagt der Flügelspieler von Bayer 04. In einem persönlichen Gespräch bekam er mitgeteilt, dass er in Frankreich nicht dabei ist. Für Bellarabi ein Rückschlag. "Ich wollte natürlich dabei sein und hatte mich schon gefreut. Wenn man dann im letzten Moment erfährt, dass es nicht so ist, ist man enttäuscht."

Tröstend sei vor allem der verlängerte Urlaub gewesen. "Den konnte ich genießen und die Akkus aufladen - daher hatte alles auch eine positive Seite. Auch wenn das in einem EM-Jahr nicht das ist, was man sich als Fußballprofi wünscht." Für Bellarabi ist die Rückkehr ins DFB-Team eines der großen persönlichen Ziele. "Mir wurde auch klar gesagt, dass dieses EM-Aus nicht bedeutet, dass ich künftig nicht mehr Teil der Nationalmannschaft bin. Ein bisschen härter trainieren - und dann hoffe ich, wieder eingeladen zu werden", meint Bellarabi. Inzwischen habe er den Frust verarbeitet. "Jetzt ist alles raus aus meinem Kopf und ich freue mich, dass es wieder losgeht." Entsprechend motiviert wirkt der 26-Jährige im Trainingslager.

Die Vorfreude dürfte auch an der insgesamt positiven Stimmung rund um die Werkself liegen. Die Mannschaft hat insbesondere mit Julian Baumgartlinger und Kevin Volland an Qualität gewonnen. Letzterer scheint sich geradezu nahtlos in die Offensive von Bayer 04 einzufügen. "Wir haben gute Zugänge. Kevin ist ein super Spieler, der uns weiterhelfen kann." Er kenne den 20-Millionen-Euro-Zugang von der TSG Hoffenheim schon länger aus den Jugendmannschaften des DFB. "Ich glaube, dass er ein Typ ist, der sich schnell anpasst und viel Spielverständnis hat. Er hat und kennt die Laufwege, die man braucht, ist schnell und hat einen guten Abschluss." Er sei "auf jeden Fall" eine Verstärkung für die Offensive: "Wir harmonieren vorne gut."

Einen kleinen Wettstreit zwischen den Beiden gibt es dennoch: den um das schnellste Bundesliga-Tor der Geschichte. Erst hielt Bellarabi den Rekord, dann wurde er von Volland in der vergangenen Spielzeit eingestellt. "Ich habe ihm an dem Tag direkt geschrieben, was das soll?", entgegnet Bellarabi lächelnd. "Wir haben darüber geredet und uns geeinigt: Wir teilen uns den Rekord. Er war ja nur Millisekunden schneller."

Ob er nun eher Vorbereiter oder Vollstrecker ist, will Bellarabi nicht beurteilen. "Ich spiele auf der Außenposition, da gehört beides dazu. Ich will jedes Spiel Gas geben und mit der Mannschaft Punkte holen. Ob ich das Tor mache, oder jemand anderes, ist nicht wichtig." Die Erwartungshaltung im Umfeld der Werkself, die durch die Zugänge gestiegen sein dürfte, empfindet der 26-Jährige nicht als belastend. "Ich denke, dass wir wieder eine Top-Saison spielen werden", sagt er.

Dass sich Bellarabi frühzeitig in der vergangenen Saison festgelegt hat, in Leverkusen bleiben zu wollen, ist für ihn auch eine Frage der Zufriedenheit. "Ich fühle mich hier wohl, habe alles was ich brauche, spiele in der Champions League mit einer super Mannschaft - es macht einfach Spaß." Daran habe auch die Millionen-Offerte von Borussia Dortmund nichts geändert. "Wenn man von einem Top-Verein wie Dortmund ein solches Angebot bekommt, macht man sich natürlich seine Gedanken. Das gebe ich offen zu. Aber ich hatte mich entschieden. Da gab es auch kein Abwägen mehr." Ein wichtiger Punkt: Trainer Roger Schmidt. "Ich spüre sein Vertrauen, und das ist für einen Spieler sehr wichtig."

Quelle: RP
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