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Bayer Leverkusen
Zwei Kapitäne, die keine sein können

Porträt: Das ist Lars Bender
Porträt: Das ist Lars Bender FOTO: AFP
Leverkusen. Lars Bender hat seit Oktober kein Spiel mehr für Bayer 04 absolviert. Ömer Toprak meldete sich gerade erst wieder in Topform zurück – fällt nun aber wegen eines Muskelfaserrisses erneut aus. Beide standen noch keine Sekunde in dieser Saison zusammen auf dem Feld. Topraks Ausfall erschwert die Aussichten auf ein Weiterkommen in der Europa League. Von Stefanie Sandmeier

Fußball ist ein schnelllebiges und nur bedingt planbares Geschäft. Das bekam Roger Schmidt einmal mehr vor Augen geführt. Am Montag noch zeigte sich Leverkusens Trainer erleichtert darüber, seinen Abwehrchef nach monatelangen Verletzungsproblemen wieder fit und gesund zurückzuhaben. "Ömer ist für uns unglaublich wichtig", sagte er.

Als Fußballer mit all seiner Erfahrung – aber auch als Führungsspieler. "Auf welchem Niveau er spielen kann, hat er nach seiner Rückkehr gezeigt. Von der Sorte Spieler, die das in dieser Konstanz abliefern, haben wir nicht so viele im Kader."

Toprak hatte sich nach einem Sehnenriss im Oberschenkel Anfang August, der ihn über Wochen außer Gefecht setzte, und einem Muskelfaserriss im Adduktorenbereich Mitte Februar gerade zurückgekämpft - da erwischte es den 26-Jährigen erneut. Der Innenverteidiger zog sich in einem Zweikampf mit Pierre-Michel Lasogga im Spiel gegen den Hamburger SV einen Muskelfaserriss im linken Oberschenkel zu - und zwar an der gleichen Stelle wie zuletzt. Toprak fällt damit mindestens für das Rückspiel im Europa-League-Achtelfinale gegen den FC Villareal (morgen, 19 Uhr, BayArena) sowie am Sonntag in der Bundesliga beim VfB Stuttgart aus. Danach steht die Länderspielpause an, die Trainer und Mannschaft sich herbeisehnen.

Vor allem in der letzten Viertelstunde gegen den HSV wurde der Kräfteverschleiß der vergangenen Wochen sichtbar. Die Leverkusener absolvieren ihre sechste Englische Woche in Folge - einige Spieler ohne Pause, weil das Rotieren bei zwischenzeitlich acht Ausfällen kaum möglich war. Die Tage vor und nach Ostern sollen helfen, die Gruppe der Verletzten wieder kleiner werden zu lassen, und die Akkus für den Bundesliga-Endspurt aufzuladen. Schmidt hofft, dass dann auch Kevin Kampl und Lars Bender noch einmal helfen können.

Bayers Kapitän stand in dieser Saison erst in 13 von 40 Spielen auf dem Platz. "Lars fehlt uns sehr", gibt der Coach zu. Nach den Abgängen von Gonzalo Castro, Stefan Reinartz, Simon Rolfes und Emir Spahic sollte insbesondere Bender im Quartett der erfahrenen Bundesligaprofis mit Toprak, Stefan Kießling und Roberto Hilbert einer sein, der das Team führt und an dem sich junge Spieler orientieren können. Eine langwierige Sprunggelenkverletzung setzte ihn allerdings außer Gefecht. Kurz vor seinem Comeback Anfang März zwang ihn ein Muskelfaserriss erneut zur Pause.

Für Schmidt sind Bender und Toprak "außergewöhnliche Führungsspieler für unsere Mannschaft. Ich habe sie ja nicht umsonst als Kapitäne bestimmt". Der Trainer rechnet vor: "Der HSV war unser 41. Pflichtspiel. Für Ömer und Lars gab es demnach 82 Einsatzmöglichkeiten. Sie kommen zusammen aber auf gerade 34 Spiele – keines davon standen sie gemeinsam auf dem Platz. Das sagt alles", erklärt der 49-Jährige. "Ich hoffe sehr, dass beide für den Endspurt zurückkommen und verletzungsfrei bleiben."

Weil überdies Tin Jedvaj gesperrt fehlt, erschwert es die Besetzung der Startelf. Der Kroate handelte sich gegen Hamburg wie auch in Villarreal eine überflüssige Gelb-Rote Karte ein. Im Rückspiel gegen die Spanier dürfte Innenverteidiger Kyriakos Papadopoulos, der zuletzt im defensiven Mittelfeld aushalf, Toprak im Abwehrzentrum vertreten. Womöglich ist das die Chance für den 19-jährigen Benjamin Henrichs rechts in der Viererkette. Der ist zwar gelernter Mittelfeldspieler, wurde von Schmidt in der Wintervorbereitung aber bereits testweise in der Abwehr eingesetzt - und hinterließ einen guten Eindruck.

Quelle: RP
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