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Julian Brandt
Spiel gedreht und getroffen

Brandt stochert Bayer zum Sieg in Darmstadt
Brandt stochert Bayer zum Sieg in Darmstadt FOTO: ap
Darmstadt. Julian Brandt stand zum ersten Mal seit Anfang Dezember wieder in der Startelf von Bayer 04 und hofft, dass er sich mit seinem Auftritt samt Siegtor gegen Darmstadt wieder für mehr Einsatzzeit bewerben konnte. Von Stefanie Sandmeier

Abgekämpft, klatschnass, aber doch mit einem erleichterten Lächeln kam Julian Brandt aus dem Stadion-Innenraum. Dass er die letzten Minuten dieses arbeitsintensiven Fußballnachmittages in Darmstadt von der Bank aus mitverfolgte, änderte nichts an der Tatsache, dass er ein gefragter Gesprächspartner war. Mit seinem Tor in der 77. Minute sorgte er für den entscheidenden Treffer zum 2:1-Erfolg bei einem unangenehm zu bespielenden SV Darmstadt 98.

Dessen Qualitäten, insbesondere über Kampf und Leidenschaft Spiele zu gewinnen, haben die Leverkusener bereits bei der 0:1-Niederlage in der Hinrunde kennengelernt. Umso wichtiger war es, sagte Brandt, "dass wir vor allem in der zweiten Halbzeit den Kampf angenommen haben. Wir sind schwer ins Spiel reingekommen, was nichts Unnormales ist in Darmstadt, aber wir kamen aus der Kabine und waren von der ersten Minute an heiß, die Partie noch zu gewinnen."

Angesprochen auf den "Kraftakt" blies der 19-Jährige einmal kräftig in die Backen. "In Darmstadt musst Du echt 1000 Prozent geben, um was zu reißen", ergänzte der Siegtorschütze und schmunzelte: "Das war heute eine gute Erfahrung - aber jede Woche muss ich das nicht haben." Auch Jonathan Tah fand: "Es war brutal anstrengend." Über allem physischen Verschleiß überwog aber die Freude über den Sieg. Der wirkte nach dem Pokalaus gegen Werder Bremen wie Balsam für die Seele. "Nach der Niederlage war das die beste Reaktion, die wir zeigen konnten", ergänzte Brandt. Und die kam zum passenden Zeitpunkt.

Einzelkritk: Keiner ragt aus durchschnittlicher Werkself hinaus FOTO: dpa, fve jai

Am Donnerstag (21.05 Uhr) tritt Bayer 04 im wichtigen Zwischenrundenspiel der Europa League bei Sporting Lissabon in Portugal an. Eine erste Halbzeit wie gegen den Aufsteiger darf sich die Werkself dann aber wohl nicht erlauben. "In Darmstadt ein Spiel zu drehen - das schafft nicht jede Mannschaft", zeigte Kevin Kampl das Positive auf. "Dieser Sieg kann sehr wichtig sein für den Rest der Saison."

Auch Roger Schmidt betrachtete es als "gutes Zeichen", dass seine "blutjunge Mannschaft in der Lage war, so zu fighten". Mit einem Durchschnittsalter von knapp über 23 Jahren schickte der 48-Jährige eine Leverkusener Mannschaft mit zwei 19- und zwei 20-Jährigen aufs Feld. Das war dem Umstand geschuldet, dass für den grippekranken Christoph Kramer der 19-jährige Marlon Frey im defensiven Mittelfeld debütierte. Für den seit Wochen schwachen Hakan Calhanoglu spielte Admir Mehmedi, für den verletzten Chicharito Julian Brandt.

Für ihn war es der erste Startelfeinsatz seit Anfang Dezember, und in dieser Bundesliga-Saison überhaupt erst der siebte. Das Tor in Darmstadt war sein drittes in der laufenden Bundesliga-Saison. Für einen so ehrgeizigen Spieler wie Brandt, in seinem Jahrgang eines der größten deutschen Talente, ist das nicht befriedigend. Das sagt er zwar so nicht, aber er lässt es durchblicken. "Für mein Selbstvertrauen war es sehr wichtig, 80 Minuten zu spielen und mal Gas geben zu können", erklärte Brandt, dem bisher eine gute Entwicklung bescheinigt wird. "Ich freue mich fürs Team, dass wir gewonnen haben, aber persönlich für mich, dass ich getroffen habe. Ich wollte mich zeigen und hoffe, dass ich mich für die nächsten Spiele bewerben konnte." Insgesamt kommt der offensive Mittelfeldspieler auf 18 Liga-Einsätze, aber meist stand er davon nur eine überschaubare Zeit auf dem Platz. Brandt weiß um die Erwartungshaltung. Auf der einen Seite ist er erst 19 Jahre alt, aber eben schon zwei Jahre bei Bayer 04. Die Konkurrenz im Team ist zudem in der Offensive groß. Brandt muss den Spagat schaffen, als junger Spieler zwar geduldig zu sein, aber eben auch im richtigen Moment seine Chance zu nutzen. In der Vorbereitung auf diese Rückrunde hat Brandt sein Ziel formuliert: "Ich erwarte selbst von mir, dass ich den nächsten Schritt mache." Sport Seite

Quelle: RP
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