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Bayer Leverkusen
Bayers nächste Talente sind schon auf dem Weg

Bayer Leverkusen: Die nächsten Talente sind schon auf dem Weg
Güven Yalcin hat in der A-Junioren-Bundesliga 14 Tore für Bayers U19 erzielt. Der 18-Jährige spielt inzwischen auch für den DFB. FOTO: IMAGO
Leverkusen. Die U17 und U19 der Werkself schlossen ihre jeweilige Liga auf Platz drei ab. Nachwuchsleiter Helmut Jungheim ist mit der Entwicklung zufrieden, weiß aber auch, dass die Konkurrenz nicht schläft. Von Dorian Audersch

Es war eine ereignisreiche Saison für den Nachwuchs der Werkself. Im Sommer gaben die U17-Trainer Markus Anfang und Tom Cichon kurzfristig ihren Wechsel zum damaligen Dritt- und nun Zweitligisten Holstein Kiel bekannt, nachdem sie mit Bayers Jugend die Deutsche Meisterschaft gewannen. Zeitgleich zog die U17 vom Kurtekotten zur U19 auf die Plätze an der BayArena und tauschte mit Bayers Fußballerinnen die Spiel- sowie Trainingsstätte, um den Leistungsbereich an einer Stelle anzusiedeln. Dies erforderte an beiden Stellen Umbauten. "Das war alles sehr aufwendig, aber es ist in kurzer Zeit super gelöst worden", sagt Helmut Jungheim.

Der Leiter des Nachwuchsleistungszentrum ist mit der abgelaufenen Spielzeit zufrieden. Sowohl die U17 als auch die U19 schlossen ihre jeweilige Liga auf Rang drei ab. Zudem gibt es in Benjamin Henrichs und Kai Havertz zwei Spieler aus dem eigenen Nachwuchs, die sich bei den Profis etabliert haben. Weitere Talente wie Atakan Akkaynak, Sam Schreck, Jakub Bednarczyk, Joel Abu Hanna, Thomas Kucz, Jan Boller oder Güven Yalcin wird kurz- bis mittelfristig der Sprung auf die große Fußballbühne zugetraut.

Havertz und Henrichs - das sind die Namen, die auch außerhalb der Leverkusener Stadtgrenzen beim Thema Jugendfußball wahrgenommen werden. "Die beiden dritten Plätze sind für uns die Basis, aber letztendlich geht es darum, die Spieler besser zu machen", sagt Jungheim. Natürlich wolle man auch den mannschaftlichen Erfolg, aber eben immer auf Grundlage der individuellen Weiterentwicklung. Dass es die beiden Eigengewächse zu den Profis geschafft haben, sei der der größere Erfolg im Vergleich zu den Liga-Platzierungen.

U17 und U19 arbeiten seit vergangenem Sommer im Leistungsbereich deutlich enger zusammen. Die Ausbildung der Spieler ist einheitlicher geworden, weil die Trainer die gleichen Schwerpunkte setzen. Die Coaches sind in einem stetigen Austausch - auch in den niedrigeren Jahrgängen. Das soll letztendlich die Durchlässigkeit in den Profibereich weiter steigern. "Für jeden, der hier tätig ist, sind Havertz und Henrichs ein Ansporn. Ihr Durchbruch ist das Ergebnis unserer Arbeit." Auch in der Vorbildfunktion sei die Strahlkraft der beiden Entdeckungen nicht zu unterschätzen. Im Mittelpunkt stehe die Frage: Was kann getan werden, damit die Spieler besser werden? Beantworten müssen das indes nicht nur die Trainer, sondern auch die Nachwuchskicker selbst.

Damit Talente optimal ausgebildet werden können, ist freilich ein gutes Scouting nötig. Die Beobachtung von jungen Spielern ist ein zentrales Element in der Nachwuchsarbeit. "Alle größeren Nachwuchsleistungszentren sind in dem Bereich gut aufgestellt, teilweise auch europa- und weltweit." Schwieriger als den aktuellen Zustand oder das Talent zu bewerten sei es, die Perspektive eines jungen Spielers zu erkennen.

Dabei spielen das Umfeld, die Familie, die Ambitionen und auch der Intellekt des jeweiligen Talents eine große Rolle - zumal auch die Welt des Fußballs komplexer werde, wie Jungheim betont. "Beim Scouting muss man oft hinter die Fassade schauen." Bayer 04 versuche, die Spieler früh zu bekommen, am besten zwischen zehn und zwölf Jahren. "Dann haben wir acht bis zehn Jahre Zeit, sie zu entwickeln - das ist der Idealzustand." Für viel Geld ältere Talente zu verpflichten, halte er nicht für sinnvoll.

Die Ziele für die Zukunft umschreibt der Nachwuchschef mit einer simplen Formel: "Den Weg so weiterführen, wie er eingeschlagen wurde." Es gebe noch einige interessante Personalien. "Da kommt noch eine ganze Menge nach. Die Jungs wollen wir nach vorne bringen - immer mit Blick auf die Besonderheiten des jeweiligen Spielers."

Quelle: RP
 
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