| 20.20 Uhr

Bayer Leverkusen
Krise? Bender: "Um Gottes Willen"

Bayer 04 - Augsburg: Einzelkritik
Bayer 04 - Augsburg: Einzelkritik FOTO: dpa, fg nic
Leverkusen. Nach vier Bundesliga-Spielen und nur einem Sieg ist auch Leverkusens Kapitän Lars Bender enttäuscht. Trotz des Fehlstarts und des mageren 0:0 gegen den FC Augsburg will der Mittelfeldspieler aber von einer Krise nichts hören. Von Stefanie Sandmeier

Dass Roger Schmidt beim Blick auf seinen hochwertigen Kader in der Vorbereitung auf diese Saison "unser bestes Jahr" kommen sah, kann man dem Trainer von Bayer Leverkusen nun wirklich nicht verübeln. Die Voraussetzungen dafür sind günstig: Der Verein konnte wichtige Leistungsträger halten und die Mannschaft zudem mit Spielern wie Kevin Volland, Aleksandar Dragovic und Julian Baumgartlinger qualitativ verstärken. Allein für diese drei investierte Bayer 04 rund 40 Millionen Euro. Und trotzdem, das zeigten die ersten vier Bundesliga-Spieltage, sind teure Profis noch kein Freifahrtschein für Erfolge.

Die Werkself bekommt das derzeit sehr deutlich zu spüren, wo sich spätestens nach dem 0:0 gegen den FC Augsburg spürbar Ernüchterung breit machte. Das Auftaktprogramm schien nach der Begegnung bei Borussia Mönchengladbach mit Gegnern wie dem Hamburger SV, Eintracht Frankfurt und eben Augsburg für einen erfolgreichen Start geeignet. Selbst in der Champions League wartete mit ZSKA Moskau (2:2) der vermeintlich leichteste Konkurrent im Kampf um das Achtelfinale zu Beginn. Doch die Leichtigkeit des Toreschießens – und daraus folgend – des Siegens erlebt Schmidt momentan nur bei der Konkurrenz. "Man schaut sich die anderen Spiele im Fernsehen an und sieht, wie leicht Toreschießen sein kann", sagte der 49-Jährige. "Bei uns hat man das Gefühl, dass es unendlich schwer ist, den Ball über die Linie zu bekommen."

Dass die Werkself ihren Ansprüchen meilenweit hinterher hinkt, liegt vornehmlich an der fehlenden Effizienz in der Offensive begründet. Die brachte es gegen einen tief und kompakt stehenden Gegner erneut nicht fertig, dem eigenen Aufwand entsprechend auch den passenden Ertrag in Form von Toren zu  erzielen. Beispielhaft wirkte der doch kläglich vergebene Foulelfmeter des Chilenen Charles Aránguiz. Es war bereits der zweite binnen vier Tagen. Schon bei der Niederlage in Frankfurt hatte Chicharito bei seinem Strafstoß nur den Pfosten getroffen. "Nach dem letzten verschossenen Elfmeter in Frankfurt habe ich gedacht, dass die nächsten zehn nun drin sein werden", sagte Schmidt. "Das passt zu unserer Situation."

Nach nur einem Sieg aus vier Spielen und Platz 12 haben die Leverkusener vorerst den Kontakt zur Tabellenspitze verloren. "Zum Fußball gehört es nun mal dazu, Tore zu schießen, sonst stehst du mit leeren Händen da", sagte Lars Bender. "Wir hatten viel Ballbesitz, dafür können wir uns aber nichts kaufen, weil wir in die entscheidende Zone nicht reingekommen sind. Augsburg hatte einen guten Plan, der ist aufgegangen. Wir müssen uns aber an die eigene Nase packen."

Von Krise will in Leverkusen aber noch niemand etwas wissen. "Nein, um Gottes willen, die Basis stimmt", entgegnete der Kapitän. "Man sieht, dass wir guten Fußball spielen können, jeder hängt sich rein. Es muss aber unser Anspruch sein, sich so weit durchzuspielen, dass man die eine oder andere Chance kreiert und das eine oder andere Tor macht." Im vergangenen Jahr, fügte Bender an, "haben wir teilweise schlechteren Fußball gespielt und die Punkte schon gehabt. Jetzt stimmt teilweise der Fußball, aber es fehlen die Punkte. Wir müssen kaltschnäuziger und effektiver sein. Gegen Augsburg waren es nur einige wenige Chancen, aber die müssen auch mal reichen, um zu gewinnen. Da fehlt uns die Souveränität."

Mit nur vier Punkten im Gepäck muss Bayer 04 am Samstag beim FSV Mainz 05 antreten, am Dienstag in Monaco und am nächsten Samstag kommt die Tormaschine Borussia Dortmund in die BayArena. Danach wird man weitere Erkenntnisse zum Verhältnis von Anspruch und Wirklichkeit unterm Bayer-Kreuz haben.

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