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Bayer Leverkusen
Bayer muss aus dem Versagen lernen

Bayer Leverkusen muss aus dem Versagen lernen
Bayers Torjäger Chicharito fällt gegen SV Darmstadt 98 aus. FOTO: dpa, jhe hpl
Leverkusen. Die Aura des Versagens ist noch spürbar an der BayArena, die Stimmung schwer gedämpft. Das Pokal-Aus gegen Werder Bremen war auch drei Tage danach noch das vorherrschende Thema rund um die Leverkusener Bundesliga-Profis. Von Patrick Scherer

Roger Schmidt suchte weiter nach Erklärungen für das 1:3 im Viertelfinale. "Wir sind halt eine Mannschaft, die immer noch in der Entwicklung ist. Da passieren solche Dinge. Die werden nicht immer bestraft, aber in unserem Fall war es am Dienstag so", lautete eine. Der Trainer stellte sich weiter beharrlich vor seine Mannschaft, schob den Umständen dieser Saison einen Großteil der Schuld zu und versuchte den Fokus auf die heutige Ligapartie (15.30 Uhr) in Darmstadt zu lenken.

Einen Moment hielt der Coach inne, dann machte er ein Zugeständnis an die öffentliche Wahrnehmung: "Ich sehe, welche Erwartungshaltung wir zu erfüllen haben. Ich weiß, dass der Anspruch gerechtfertigt ist, weil wir eine gute Mannschaft sind und weil wir gute wirtschaftliche Rahmenbedingungen haben." Beim Tonfall des Satzes war bereits klar, welches Wort als Nächstes kommen würde. "Aber", sagte Schmidt, "es ist nicht einfach in einer Saison Champions League zu spielen und in der gleichen Saison sich wieder dafür zu qualifizieren - und am besten noch ins DFB-Pokalendspiel zu kommen." Der Rhythmus, den Bayer in dieser Saison gehen müsse, sei kein einfacher. "Insbesondere, weil uns einige sehr erfahrene Spieler im Sommer verlassen haben und einige Führungsspieler über Monate ausfallen."

Diese Begründung ist in vielerlei Hinsicht bemerkenswert. Dass in Ömer Toprak und Lars Bender - wenn auch nicht parallel - Leistungsträger und Leitfiguren lange ausfielen und -fallen, ist sicherlich nicht förderlich für den Saisonverlauf. Aber: Warnungen, dass in Simon Rolfes (33), Gonzalo Castro (28) und Stefan Reinartz (26) erfahrenes Bayer 04- und Bundesligapersonal den Führungsanspruch betreffend nicht gleichwertig ersetzt wurde, wurden im Sommer noch wegdiskutiert.

Besonders interessant ist der Aspekt des Rhythmus'. Spricht dieser Teil der Analyse doch dafür, dass Anspruch nie Wirklichkeit werden kann. Zumindest wohl nicht mit einem kraftraubenden Pressing-System, wie Schmidt es alternativlos durchzieht.

Nun fällt ein weiterer Leistungsträger aus: Chicharito muss in Darmstadt und wohl im Europa-League-Hinspiel bei Sporting Lissabon passen. "Ein tiefliegender Muskel im Gesäßbereich" habe Schaden genommen, wie Schmidt mitteilte. Zur Ausfallzeit bezog der Trainer vage Stellung: "Wir hoffen, dass es maximal zwei Wochen dauert. Ein Einsatz in Lissabon ist extrem unwahrscheinlich, vielleicht besteht eine kleine Chance für Dortmund."

Bayer 04 wird das 4-2-2-2-System in Darmstadt dennoch beibehalten. Schmidt hat mehrere Optionen. Neben Stefan Kießling könnten Admir Mehmedi, Karim Bellarabi oder Hakan Calhanoglu agieren. Schmidt hat vom Aufsteiger und Überraschungs-Elften, der in der Rückrunde in drei Partien zwei Mal siegte, eine hohe Meinung: "Sie verteidigen erstklassig. Es ist sehr schwer, gegen Darmstadt Torchancen herauszuspielen. Sie sind mit sehr vielen Beinen hinter dem Ball." Das bedeutet wieder viel Ballbesitz für Bayer 04. Es wird spannend zu beobachten, was die Leverkusener aus dem Bremen-Spiel gelernt haben, um mehr Torgefahr zu entfalten - auch ohne Chicharito.

Quelle: RP
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